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Augsburg und die Wiesn in München: So läuft das Geschäft

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Augsburg und die Münchner Wiesn: So läuft das Geschäft

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    Unschwer zu erkennen: Emeline und Fabian machen sich am Samstag in Tracht auf den Weg mit dem Zug nach München zur Wiesn.
    Unschwer zu erkennen: Emeline und Fabian machen sich am Samstag in Tracht auf den Weg mit dem Zug nach München zur Wiesn. Foto: Anna Kondratenko

    Das Oktoberfest ist für die Stadt München ein Milliardengeschäft. Nach aktuellen Berechnungen des Veranstalters beträgt der Wirtschaftswert des Festes in diesem Jahr rund 1,55 Milliarden Euro. Die erwarteten 6,7 Millionen Besucher sollen im Durchschnitt gut 90 Euro direkt auf dem Oktoberfest ausgeben, heißt es. Viele Wiesn-Besucher kommen direkt aus Augsburg oder steigen am Hauptbahnhof zu, um nach München mit dem Zug zu fahren. Was aber bleibt in Augsburg vom großen Geschäft hängen? Wenig, sagen informierte Kreise.

    Samstag, kurz vor 9 Uhr am Hauptbahnhof. Außerplanmäßig fährt der Regionalzug an diesem Tag von Gleis 7 ab nach München. Unschwer ist zu erkennen, wohin es Reisende zieht. Ein Teil der Fahrgäste trägt Tracht. Dazu gehören Emeline und Fabian aus Augsburg. Einmal im Jahr geht für die beiden auf das Oktoberfest. Ihr Plan steht. „150 Euro haben wir dabei“, verrät Fabian. Zwei Maß Bier müssen es auf alle Fälle sein. Ein Besuch im Teufelsrad sei ebenfalls obligatorisch. Viel Zeit für eine Unterhaltung bleibt nicht mehr, der Zug steht parat. München ruft.

    Ab in den Zug nach München. Viele Fahrgäste sind derzeit von Augsburg aus auf dem Weg zur Wiesn.
    Ab in den Zug nach München. Viele Fahrgäste sind derzeit von Augsburg aus auf dem Weg zur Wiesn. Foto: Anna Kondratenko

    Rund 80 Kilometer trennen Augsburg und München. Geht es nach Theodor Gandenheimer trennen die beiden Städte allerdings Welten, wenn es um den Kommerz rund um die Wiesn geht. Gandenheimer leitet das Fünf-Sterne-Haus Maximilian's in Augsburgs Innenstadt. Zugleich ist er Vorsitzender des heimischen Hotel- und Gaststättenverbands, kurz Dehoga. „Leider profitieren wir nur noch selten von großen Events oder Messen in München“, sagt Gandenheimer und spricht damit zunächst einmal für sein Haus. Die Wiesn mache sich für das Maximilian's jedenfalls nicht bemerkbar.

    Augsburgs Hotels profitieren nicht von der Wiesn

    Beim Verband Dehoga würden keine Zahlen erhoben, sagt der Vorsitzende: „Allerdings höre ich auch von den Kollegen, dass die Wiesn leider kaum mehr Auswirkungen auf die Übernachtungen in Augsburg hat.“ Eine Bestätigung erfolgt vom Hotel Leonardo, das 235 klimatisierte Zimmer und Suiten am Plärrergelände hat. „Die Wiesn hat keinerlei Auswirkungen auf den direkten Hotelbetrieb in Augsburg“, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.

    Die Wiesn ist für viele Menschen ein Pflichtermin.
    Die Wiesn ist für viele Menschen ein Pflichtermin. Foto: Veronika Ellecosta

    Hoteldirektor Gandenheimer appelliert an Politik und Wirtschaft: „Wir müssen uns bemühen, dass Augsburg selbst noch attraktiver für Kongresse, Messen und große Events wird.“ Er sehe selbst für Augsburg hier sehr viel Potenzial, national wie international. „Allerdings müssen wir dafür etwas unternehmen“, so Gandenheimer. Er verweist auf München. Stadt und Umland investierten ins Marketing sehr viel Geld: „Selbst das Oktoberfest wird jedes Jahr intensiv beworben.“

    Augsburgs Tourismusdirektor Götz Beck verweist auf Stadtführungen

    Für die Vermarktung der Region Augsburg ist unter anderem die Regio Augsburg Tourismus zuständig. Tourismusdirektor Götz Beck verweist auf ständig steigende Übernachtungszahlen. Aus Sicht von Beck spüre man in Augsburg sehr wohl Auswirkungen der Wiesn: „Wir haben mehr Gäste durch das Oktoberfest. Das merken wir an den Führungen, an denen zahlreiche englischsprachige Teilnehmer registriert werden.“ Eigene Zahlen würden jedoch nicht erhoben. Laut Beck steigt die Zahl der Gäste. Er führt die Entwicklung auf die erweiterten Hotelkapazitäten zurück.

    Aktuell sind es in Augsburg mehr als 6200 Betten. Vor der Corona-Pandemie, im Jahr 2019, waren es 4500 Betten. Für Beck ist es eine positive Entwicklung. Hoteldirektor Gandenheimer hält dagegen: „Die Bettenanzahl in München ist inzwischen auf fast 100.000 Betten gestiegen. Alleine in den letzten fünf Jahren ist es ein Zuwachs von 10.000 Betten, also mehr als Augsburg Gesamtkapazität hat.“

    Das bleibt finanziell beim Augsburger Plärrer hängen

    Wenn die Zahlen zutreffen, liegt der Wirtschaftswert der Wiesn bei 1,55 Milliarden Euro. Auch für den Plärrer, Schwabens größtes Volksfest, liegen hoch gerechnete Zahlen vor. Pro Besuch gibt ein Plärrer-Gast zwischen 32,80 und 45,80 Euro aus. Bei durchschnittlich 800.000 Besuchern – Frühjahrs- und Herbstplärrer zusammengerechnet – summiert sich das im Jahr auf zwischen 26,2 und 36,6 Millionen Euro, hieß es zuletzt. Allerdings, so wird es von Experten eingeschätzt, lockt der Plärrer nicht mit Übernachtungen. Auf der Wiesn quartieren sich internationale Gäste meist für einen längeren Zeitraum ein. Auch dies erkläre die eklatanten finanziellen Unterschiede, heißt es.

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