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Augsburg: Wegen Kontroverse um St. Konrad? Pfarrer Weidner verlässt Augsburg

Augsburg

Wegen Kontroverse um St. Konrad? Pfarrer Weidner verlässt Augsburg

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    Pfarrer Bernd Weidner wird die Pfarrgemeinde Oberhausen-Bärenkeller verlassen. Zuletzt waren heftige Diskussionen rund um die Zukunft der Augsburger Kirche St. Konrad aufgekommen.
    Pfarrer Bernd Weidner wird die Pfarrgemeinde Oberhausen-Bärenkeller verlassen. Zuletzt waren heftige Diskussionen rund um die Zukunft der Augsburger Kirche St. Konrad aufgekommen. Foto: Silvio Wyszengrad (Archivbild), Michael Hochgemuth

    Für die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher der Pfarreiengemeinschaft Oberhausen-Bärenkeller war an diesem Sonntag zunächst alles wie gewohnt. Doch was sie dann von Pfarrer Bernd Weidner zu hören bekamen, überraschte viele. Der Geistliche kündigte seinen Abschied an – und fand dabei Worte, die nachdenklich waren, aber auch deutlich. Sie deuten darauf hin, dass sein Schritt auch die Konsequenz aus dem Konflikt rund um die Kirche St. Konrad ist.

    Nicht nur, aber eben auch in St. Konrad geht die Zahl der Gemeindemitglieder und Gottesdienstbesucher stetig zurück. Eine Entwicklung, die nach Einschätzung von Weidner weitreichende Folgen hat, wie er zuletzt gegenüber unserer Redaktion erklärte. Da Geld und Personal ausgingen, sei logisch, dass man sich auch Gedanken über die Zukunft der Gebäude mache. Im vergangenen November stellte Weidner im Pfarrgemeinderat seine Überlegungen vor. Sie sahen einen teilweisen Abbruch von St. Konrad vor, verbunden mit neuem Wohnraum. Es waren zunächst nur Gedankenspiele. Doch diese stießen offenbar auf massiven Widerstand – aufseiten des Pfarrgemeinderats, aber wohl immer deutlicher auch der Gemeinde.

    Die Kirche St. Konrad in Augsburg. Überlegungen, das Gebäude teils abzureißen, stießen auf heftigen Widerstand.
    Die Kirche St. Konrad in Augsburg. Überlegungen, das Gebäude teils abzureißen, stießen auf heftigen Widerstand. Foto: Michael Hochgemuth

    Zuletzt heftige Debatten um die Zukunft von St. Konrad in Augsburg

    Nun, kurz nachdem unsere Redaktion ausführlich über die Debatte berichtet hatte, hat Weidner seinen Abschied angekündigt. In seiner Ansprache, die auch auf der Internetseite der Pfarreiengemeinschaft veröffentlicht wurden, nannte er St. Konrad nicht wörtlich. Zwischen den Zeilen wurde aber deutlich, dass er sich mindestens auch darauf bezog. Er sei der "festen Überzeugung, dass es auch in unserer Pfarreiengemeinschaft dringender, vielleicht sogar radikaler Veränderungen bedarf", erklärte er. Er habe sich deshalb bemüht, "Möglichkeitsräume aufzuzeigen, wohin sich unsere Gemeinschaft entwickeln könnte." Neben Nachdenklichkeit und Zustimmung hätten diese Überlegungen "auch zu massiven Gegenreaktionen und großer Ablehnung geführt."

    Ein wichtiger Faktor, führte Weidner aus, scheine ihm die Zeit zu sein. Aktuell sei die Gefahr "sehr groß, dass wir durch Zögerlichkeit den Moment versäumen, in dem wir noch Gestaltungsspielräume für die Zukunft haben. Durch Mutlosigkeit und fehlenden Entscheidungswillen wird womöglich die Zukunft verspielt und es werden Menschen und Ressourcen verheizt." Es sei ihm offenbar nicht gelungen, ein Bild von der Zukunft zu entwerfen, "das Lust auf ernsthafte Veränderung macht". Natürlich wisse er um die "vielen guten Gründe, die es gibt, um am Althergebrachten festzuhalten." Auch bräuchten Veränderungsprozesse zunächst mehr Kraft und Energie als ein Festhalten am Status Quo erfordere. "Der Gewinn stellt sich aber erst mit der Zeit ein." Er glaube nicht mehr an die "bisherige Gestaltform von Kirche mit ihren territorialen Strukturen und ihren eingefahrenen Konzepten. Diese Strukturen fressen alle menschlichen und wirtschaftlichen Ressourcen auf und lähmen den notwendigen Wandel in der Kirche."

    Nach fast sieben Jahren in der Pfarrgemeinde Oberhausen-Bärenkeller wechselt Pfarrer Bernd Weidner nach Steinerskirchen.
    Nach fast sieben Jahren in der Pfarrgemeinde Oberhausen-Bärenkeller wechselt Pfarrer Bernd Weidner nach Steinerskirchen. Foto: Silvio Wyszengrad (Archivbild)

    Pfarrer Bernd Weidner verlässt Pfarrgemeinde Oberhausen-Bärenkeller

    Auf allen Ebenen der Kirche, erklärte Weidner, hielten noch zu viele Katholiken an den Strukturen, Gebäuden, Konzepten "und einer Verklärung der volkskirchlichen Vergangenheit fest." Dies sei nicht sein Weg, was ihm in den vergangenen Monaten klar geworden sei. Seither spüre er eine "große innere Freiheit und eine große Lust auf Veränderung." Nach fast sieben Jahren werde er nun seinen Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Oberhausen zum 31. August beenden – und ab 1. Januar 2025 die Leitung der Oase Steinerskirchen übernehmen. Dort, im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm, mussten die bisherigen Herz-Jesu-Missionare die Leitung des Bildungshauses abgeben. "Ökologie, Spiritualität, Bildung und Pfarrseelsorge sind Schwerpunkte in Steinerskirchen und sind auch wesentlich für mein Verständnis vom priesterlichen Dienst heute", sagte Weidner. Zudem freue er sich nach mehr als drei Jahrzehnten in Schwaben, in seine altbayerische Heimat zurückzukehren.

    Der Pfarreiengemeinschaft Oberhausen-Bärenkeller, schloss Weidner, wünsche er eine "gesegnete Zukunft". Er danke den Mitarbeitern "für jedes gute Zusammenwirken, für alle kritische und wohlwollende Begleitung und für den gemeinsamen Glaubensweg." Die Zukunft liege in Gottes Hand. "Und das ist auch gut so."

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