Startseite
Icon Pfeil nach unten
Augsburg
Icon Pfeil nach unten

Augsburger Hauptbahnhof: Wann die Trams durch den Tunnel rollen sollen

Augsburg

Nach 14 Jahren Bauzeit: Wann im Augsburger Bahnhofstunnel endlich die Straßenbahnen rollen sollen

  • |
  • |
  • |
  • |
    Der Bahnhofstunnel soll in etwa einem Jahr in Betrieb gehen.
    Der Bahnhofstunnel soll in etwa einem Jahr in Betrieb gehen. Foto: Marcus Merk

    Die Augsburger Stadtwerke gehen davon aus, zum Jahresende 2026 mit den Bauarbeiten für den Bahnhofstunnel fertig zu sein. Die abschließenden Arbeiten, unter anderem an der Elektrik, gehen nach inzwischen rund 14 Jahren Gesamtbauzeitgut voran, allerdings steht noch die Abnahme des Tunnels durch die Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde aus.

    Die ersten Augsburger Trams sollen Mitte 2027 die Haltestelle anfahren

    In Betrieb gehen soll der Straßenbahntunnel voraussichtlich in einem guten Jahr. Zuvor müssen noch alle Straßenbahnfahrer für die Fahrt im Tunnel geschult werden. Ab voraussichtlich Mitte 2027 können die Linien 3 und 4 die Haltestelle unter den Bahnsteigen anfahren und in der dortigen Wendeschleife umdrehen. Die Linie 6 nach Stadtbergen kann den Tunnel erst durchfahren, wenn der Gleisanschluss durch die Rosenaustraße Ende 2027 fertig ist. Aktuell laufen dort die Arbeiten, kommendes Jahr sind die Anpassungen in der Pferseer Straße und am westlichen Bahnhofsvorplatz vorgesehen.

    Die Kosten sind wegen der gestiegenen Baupreise inzwischen höher als der Nutzen

    Die Stadtwerke gehen weiterhin davon aus, dass Förderfähigkeit und Finanzierung des 251 Millionen Euro schweren Bahnhofstunnels stehen. Zuletzt wurde allerdings bekannt, dass der Nutzen-Kosten-Index für das Gesamtprojekt „Mobilitätsdrehscheibe“ (mit der schon realisierten Linie 6 nach Friedberg und dem Königsplatz-Umbau sowie dem in Bau befindlichen Bahnhofstunnel samt Lückenschluss in der Rosenaustraße) angesichts der verlängerten Bauzeit und der somit gestiegenen Kosten beim Tunnel nicht mehr positiv ausfallen würde. Ein Faktor von mehr als 1,0 ist Voraussetzung für eine Förderung, dieser wird inzwischen unterschritten. Über den Passus eines „Besonderen Bundesinteresses“, das das Verkehrsministerium von Gesetzes wegen bejahen kann, wird aber weiterhin eine Gesamtförderung von 83 Prozent der förderfähigen Kosten für den Bahnhofstunnel ausgeschüttet. Der Bund hatte schon vor zwölf Jahren, als erste Kostensteigerungen wegen höherer Baupreise bekannt wurden, deutlich gemacht, die Kostenerhöhung mitzutragen.

    Stadtwerke Augsburg gehen von einem hohen Nutzen aus

    Die Stadtwerke erklärten auf Anfrage, dass der gesunkene Nutzen-Kosten-Index ausschließlich durch die Kostensteigerungen zustandegekommen sei. Die 6er sei sehr gut ausgelastet, der Kö bewähre sich jeden Tag und auch die Haltestelle unter dem Hauptbahnhof werde positive Auswirkungen haben, so Stadtwerkesprecher Jürgen Fergg. Dass die Linie 5 wohl erst in fernerer Zukunft kommen wird und der Bahnhofstunnel somit geringer genutzt wird, habe bei der schlechteren Bewertung keine Rolle gespielt.

    Die Linie 5 müsste für sich genommen förderfähig sein, so sie gebaut wird

    Dass es zu einer Neubewertung kam, liegt daran, dass das Ministerium das Förderprojekt Mobilitätsdrehscheibe angesichts seiner Dauer von inzwischen 20 Jahren abschließen möchte. Die im Zuge des Projekts geplante Verlängerung der Linie 1 nach Hochzoll sowie die Linie 5 zur Uniklinik müssten - so sie überhaupt kommen - eigenständig gefördert werden. Inwieweit die Linie 5 für sich genommen die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllen würde, ist ungewiss, weil es noch keine Berechnung gibt. Angesichts der Komplexität der Verkehrsführung entlang der Bgm.-Ackermann-Straße und der dadurch entstehenden Kosten müsste der errechnete volkswirtschaftliche Nutzen hoch sein.

    Beim Maßnahmenpaket Mobilitätsdrehscheibe hatten die Stadtwerke vor 20 Jahren mehrere sich gegenseitig verstärkende Projekte gebündelt, um in der Summe einen hohen Nutzen-Kosten-Index zu erreichen. Nachträglich sollte auch die sehr positiv bewertete Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn ins Projekt aufgenommen werden (was den Gesamtnutzen gehoben hätte), der Bund verlangte aber eine Trennung. Die Stadtwerke bewerten das allerdings positiv, weil dadurch nach einer Gesetzesanpassung von 2020 ein erhöhter Fördersatz von 90 statt 83 Prozent bezahlt werden kann.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren