Nach 22 Jahren sucht Olaf Schaub einen Nachfolger für die Traditionsgaststätte „Drei Königinnen" in Augsburg. Mitte April stellte der 59-Jährige auf Kleinanzeigen.de eine Anzeige online – ein ungewöhnlicher Weg für ein Lokal, das zu den bekanntesten Biergärten der Stadt zählt. Gesucht wird jemand, der den Pachtvertrag übernimmt, möglichst mit dem bestehenden Konzept.
Die Wunschvorstellung sei, „dass einer es nimmt, wie es ist“, sagt Schaub. Die bayerisch-schwäbische Küche soll erhalten bleiben, ebenso der Charakter des Lokals und seines Biergartens mit den alten Kastanienbäumen. Auch die Verpächterin, die Augusta-Brauerei, habe großes Interesse daran, die bisherige Ausrichtung beizubehalten.
„Drei Königinnen“-Wirt sucht Nachfolger: „Es ist einfach zu viel“
Wirtschaftliche Schwierigkeiten seien nicht der Grund für die Entscheidung. „Die Zahlen sind gut“, betont Schaub. Ausschlaggebend seien vielmehr persönliche Gründe. „Ich bin Ende 50.“ Sieben Tage die Woche stehe er im Betrieb, Urlaub sei rar – und selbst dann oft unsicher. „Ich bin seit zwei, drei Jahren total kaputt jeden Sommer“, sagt er. „Es ist einfach zu viel.“ Dazu komme die Personalsituation: Seit der Pandemie sei viel erfahrenes Stammpersonal weggebrochen, geeigneter Ersatz schwer zu finden.
Das Lokal hatte Schaub 2004 übernommen – damals, wie er sagt, in keiner einfachen Situation. Über die Jahre wurde das Drei Königinnen mit seinem rund 300 Plätze großen Biergarten und seinem Hinterhof-Flair nahe der Fuggerei zu einer festen Größe in Augsburg. Im Sommer ist die Gaststätte täglich ab 18 Uhr geöffnet, rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören aktuell zum Team. Erste Interessenten haben sich laut Schaub bereits gemeldet, konkret sei aber noch nichts. Zuletzt seien junge Augsburger auf ihn zugekommen, die einen guten Eindruck hinterlassen hätten.
Wie geht es weiter mit dem „Drei Königinnen“ in Augsburg?
Für Olaf Schaub ist die Entscheidung emotional. „Ich habe das richtig, richtig gerne gemacht“, sagt er. Wenn eine Nachfolge gefunden sei, wolle er zunächst „einfach mal durchpusten“. Ganz aus der Gastronomie verschwinden möchte er nicht: „Gastro ist halt schon mein Leben.“ Künftig wünsche er sich aber einen überschaubareren Rahmen – ohne ständige Erreichbarkeit und Wochenendarbeit. Seine aktuelle Gefühlslage beschreibt er als „traurig und fröhlich“ zugleich. Jetzt gehe es erst einmal darum, die Geschichte der Drei Königinnen gut zu Ende zu bringen – und vielleicht jemanden zu finden, der sie weiterschreibt.
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