„Ein Skandal“: Stadt Augsburg setzt sich gegen die Streichung von Integrationskursen ein
Augsburg
„Ein Skandal“: Stadt Augsburg setzt sich gegen die Streichung von Integrationskursen ein
Der Bund will durch die Streichung von freiwilligen Integrationskursen Geld sparen. Das hat auch in Augsburg Konsequenzen. Stadträte mehrerer Parteien sind sauer.
Die Streichung der freiwilligen Integrationskurse wird dazu führen, dass das Angebot an den Kursen in Augsburg stark sinken wird.Foto: Christoph Soeder, dpa (Symbolbild)
Bereits im Februar schlug die Augsburger Volkshochschule Alarm. Damals informierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in einem Rundschreiben, dass bis auf Weiteres keine Zulassungen für die freiwillige Teilnahme an Integrationskursen mehr erteilt und finanziert werden. Das soll dem Bund Kosten sparen. Wie sich diese Entscheidung auf Augsburg auswirkt, wurde kürzlich im Bildungsausschuss dargestellt. Für CSU-Stadtrat Max Weinkamm ist das Vorgehen ein „einziger Skandal“. Bildungsbürgermeisterin Martina Wild (Grüne) berichtete, wie die Stadt reagieren will.
Das Angebot der Integrationskurse wird in Augsburg um bis zu 45 Prozent zurückgehen
Diese Entscheidung trifft vor allem EU-Bürger aus Rumänien, Kroatien, Bulgarien und Polen, Menschen mit geringem Einkommen und Personen aus der Ukraine. Sie können künftig an keinem freiwilligen Integrationskurs mehr teilnehmen, der durch das BAMF finanziert wird. Das hat wie berichtete unmittelbare Auswirkungen auf Augsburg. Margret Spohn, Leiterin des Büros für gesellschaftliche Integration, fasst die Situation zusammen: Demnach werde es zu einem deutlichen Rückgang von Gruppen kommen, die die Mindestteilnehmerzahl erreichen. Die Augsburger Anbieter von Integrationskursen schätzten, dass ihnen im kommenden Jahr 100 bis 200 Teilnehmer fehlen würden. Das Angebot werde in Augsburg um 40 bis 45 Prozent zurückgehen. Besonders betroffen seien Alphabetisierungs- und Zweitschriftlernkurse. Qualifizierte Lehrkräfte würden ihren Job verlieren.
Diese Entwicklung führe zu Einschränkungen bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Das sei eine „fatale Entscheidung des Bundes“, betonte SPD-Stadträtin Tatjana Dörfler. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) und Bildungsbürgermeisterin Wild wollen in einem Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) ihre Argumente gegen diese Entscheidung auflisten. Zu wenig für CSU-Stadtrat Bernd Zitzelsberger. Er setzte sich für eine Resolution des Stadtrats gegen die Streichung der freiwilligen Integrationskurse durch das BAMF ein.
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