Kommentar: Einführung der Bezahlkarte: Augsburg reagiert pragmatisch
Kommentar
Einführung der Bezahlkarte: Augsburg reagiert pragmatisch
Vor sechs Monaten zeigte sich Augsburgs Sozialreferent in Sachen Bezahlkarte noch skeptisch. Dass Augsburg sie nun frühzeitig einführt, ist trotzdem kein Widerspruch.
Die Bezahlkarte für Flüchtlinge soll in Augsburg bald eingeführt werden.Foto: Sven Hoppe, dpa
Skeptisch zeigte sich Augsburgs Sozialreferent Martin Schenkelberg vor sechs Monaten in einem Interview mit unserer Zeitung mit Blick auf die Einführung der Bezahlkarte. Er befürchtete, dass die Technik nicht funktionieren und zusätzlicher Verwaltungsaufwand auf die Stadt zukommen könnte. Daneben, dass die Menschen dadurch in ihrer Teilhabe beschnitten würden und sich womöglich schlechter integrieren. Dass die Stadt nun ein halbes Jahr später bei der Einführung der Bezahlkarte voranprescht und sie in der zweiten Runde des Pilotprojekts als eine der ersten bayerischen Großstädte frühzeitig einführt, scheint deshalb auf den ersten Blick überraschend.
Die Bezahlkarte für Flüchtlinge soll in Augsburg bald eingeführt werden.Foto: Sven Hoppe, dpa
Doch mittlerweile haben sich die Vorzeichen geändert. Die ersten Erfahrungen aus den Pilotkommunen sind positiv. Dass die Karte zeitnah in Augsburg - so wie im gesamten Freistaat - kommen wird, ist klar. Auch der Bundestag hat kürzlich beschlossen, dass Geflüchtete und Asylbewerber staatliche Leistungen zum Lebensunterhalt künftig als Guthaben und nicht mehr als Bargeld erhalten sollen. Kurzum: An der Bezahlkarte führt kein Weg mehr vorbei. Durch die frühere Einführung in Augsburg hat die Stadt nun immerhin die Möglichkeit, noch Einfluss auf die genaue Ausgestaltung in Bayern zu nehmen und auf Fehler im System aufmerksam zu machen.