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Ende einer Kneipen-Ära: Das „Sputnik“ in Augsburg soll Wohnungen weichen

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Ende einer Kneipen-Ära: Das „Sputnik“ soll Wohnungen weichen

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    Matthias Stangier ist Wirt des „Sputnik“ an der Gögginger Brücke. An dem Standort in Augsburg standen Jahrzehnte lang kneipen, nun ist Anfang 2025 wohl Schluss. Das Haus soll saniert werden, im Erdgeschoss kommen planmäßig Wohnungen rein.
    Matthias Stangier ist Wirt des „Sputnik“ an der Gögginger Brücke. An dem Standort in Augsburg standen Jahrzehnte lang kneipen, nun ist Anfang 2025 wohl Schluss. Das Haus soll saniert werden, im Erdgeschoss kommen planmäßig Wohnungen rein. Foto: Peter Fastl

    Seit mehr als zehn Jahren betreibt Wirt Matthias Stangier das „Sputnik“ an der Stettenstraße in Augsburg, ab Frühjahr 2025 ist damit wohl Schluss. Wenn es nach dem 54-Jährigen selbst ginge, wäre das anders. Die Kneipe an der Gögginger Brücke, sagt er, würde er gerne weiter führen. Doch die Eigentümerfirma des Gebäudes, die Brauerei Riegele, möchte das in die Jahre gekommene Haus sanieren – und in dem Zusammenhang Wohnungen im Erdgeschoss bauen, wo bislang das „Sputnik“ beheimatet ist. Es wäre auch das Ende einer jahrzehntelangen Tradition; am Standort existierten früher einige bekannte Kult-Kneipen - darunter eine Kneipe von Moderator Waldemar Hartmann.

    Ein Tag unter der Woche, kurz nach 17 Uhr, die Kneipe hat zu dieser Zeit offiziell noch gar nicht geöffnet. Es geht hier immer erst gegen 20 Uhr los – dafür ist das Sputnik in der Regel bis tief in die Nacht geöffnet. An der Eingangstür hängt ein Schild, das an dem Tag „geschlossene Gesellschaft“ sei, Arbeitskreis „Sputnik muss bleiben“, drinnen steht der Wirt hinter dem Tresen. Matthias Stangier, tätowierte Arme, graumelierter Bart, hat von hier aus seine Kneipe im Blick, Tische, Stühle, Kicker. Das Sputnik ist ein Ort der Gemütlichkeit, keine edle Bar; sie will es auch gar nicht sein. Eine „alternative Feierstätte“, so beschreibt der Wirt sein Lokal, ein „Ort, an dem sich Menschen treffen und ratschen“. Das Publikum sei zwischen 20 und 50 Jahre alt, gemischt also, mal treffen sich hier auch Fußball- oder Eishockeyfans, teils wohl ebenfalls Anhänger der linken Szene, wovon Antifaflaggen an der Wand zeugen.

    Augsburger Kneipe muss raus: Am 31. März soll Schluss sein

    Stangier sagt, er müsse zum 31. März raus, das sei der Stand, die Kündigung habe er bereits erhalten. Aus seiner Sicht klappe das nicht, der Zeitplan sei zu kurzfristig. Der 54-Jährige ist ein wenig sauer, das merkt man. Riegele, sagt der Wirt, schreibe sich doch Bierkultur auf die Fahnen. Da passe es aus seiner Sicht schlecht, einen der Orte im Zentrum, die dafür stünden, in Wohnungen umwandeln zu wollen. Und Probleme, sagt er, habe das Sputnik nie bereitet. Nie habe es Stress mit Anwohnern gegeben, nie sei die Polizei gekommen. Alternative Kneipen, sagt er, gebe es doch kaum noch in Augsburg. „Die Frage ist, ob man das schließen muss.“ Das ist die eine Seite.

    Die andere Seite heißt Riegele, genauer Sebastian Priller senior, Seniorchef der Augsburger Brauerei. Auch Priller wirkt etwas verärgert – darüber, dass der Wirt verärgert ist. Das Gebäude, sagt Priller, sei nun mal sanierungsbedürftig, und wenn man Geld in die Hand nehme, um es herzurrichten, mache es keinen Sinn, im Erdgeschoss das „Sputnik“ zu halten. Mit dem Wirt sei man all die Jahre äußerst fair umgegangen, die Pacht sei niedrig geblieben, man sei auch frühzeitig auf ihn zugekommen. Bereits seit September wisse er Bescheid, dass er raus müsse, sobald man energetisch saniere. Diese Sanierung sei dringend notwendig. „Und da war die Frage: Ist an diesem Standort noch eine Kneipe sinnvoll? Und das ist es eben nicht.“ Er schätze den Wirt, aber an dem Ort weiter ein Lokal zu betreiben, sei finanziell nicht tragbar, es gebe keine Parkplätze, keine Außenbewirtung. Auch wenn damit ein „Ära“ ende.

    Was der Brauerei-Seniorchef damit meint, ist die lange Geschichte verschiedener Kneipen an dem Standort, die teils in Augsburg eine größere Bekanntheit hatten. Bis 2008 hatte Gastronom Gorgo Seitz das Spunik geführt, 24 Jahre lang. Noch früher war an dem Standort mal „Waldis Club“, betrieben vom späteren Fernsehmoderator Waldemar Hartmann. Offenbar waren seit mindestens den 1950er Jahren immer Gastwirtschafte im Erdgeschoss, wenn auch mit Unterbrechungen.

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    XXX 2 Kommentare
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