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Gastro in Augsburg: Bekannter Augsburger übernimmt Gartenwirtschaft

Augsburg

„Eine Schönheit, die ich wach küssen wollte“: Bekannter Augsburger übernimmt Gartenwirtschaft

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    Jens Wunderwald (Mitte) hat die Wirtschaft an der Wertach gepachtet. Rosita Kurland und ihr Lebensgefährte Rainer Mann werden sich um die Gäste kümmern.
    Jens Wunderwald (Mitte) hat die Wirtschaft an der Wertach gepachtet. Rosita Kurland und ihr Lebensgefährte Rainer Mann werden sich um die Gäste kümmern. Foto: Marcus Merk

    Jens Wunderwald ist passionierter Radler und war Mitinitiator des Augsburger Radbegehrens. Zuletzt wollte er auch für das Bündnis BSW in den Stadtrat – das scheiterte aber an zu wenig Unterstützerunterschriften. Das Radfahren hat ihn nun aber zum Gastronomen gemacht, berichtet er mit einem Augenzwinkern. Wenn der Pferseer in die Innenstadt radelt, fährt er ein Stück am Wertachkanal entlang und kommt dort an der kleinen Wirtschaft in der Kleingartenanlage Perzheimwiese vorbei. Als er im März erfuhr, dass der vorherige Pächter aufgehört hat und es keinen Nachfolger gibt, überlegte er nicht lange und griff zu: Mit seinem Team will er nun aus seinem „Liebhaber-Projekt“ eine Anlaufstelle für Gäste aus der Anlage, umliegende Anwohner und Ausflügler machen.

    Der einladende Garten ist Wunderwald schon lange aufgefallen. „Das ist eine Schönheit, die ich wach küssen wollte“, sagt er. Der Garten ist auch Namensgeber: „Der Garten zur Perzheimwiese“ heißt jetzt die Gastronomie. Der ausladende Walnussbaum ist der Hingucker im Gastgarten, in dem rund 80 Personen Platz finden. In der kleinen Wirtschaft befinden sich nochmals etwa 70 Sitzplätze. Darauf angesprochen, wie er überhaupt darauf kam, das Lokal samt Biergarten zu übernehmen, muss er lachen. Die Frage wird ihm derzeit oft gestellt. Denn Wunderwald hat einen „anderen Job“. Er ist Informatiker. Die Übernahme der Gastronomie ist viel mehr eine Herzensangelegenheit für ihn. Möglich wird es, weil er ein engagiertes Paar gefunden hat, das sich um die Wirtschaft kümmern wird.

    Gastro in Augsburg: Innerhalb von zwei Monaten hat das Trio einiges auf die Beine gestellt

    Rainer Mann, 59, ist gelernter Konditor und hat bereits einmal ein eigenes Café geführt. Seine Lebensgefährtin Rosita Kurland, 60, war in der Werbeabteilung von Weltbild beschäftigt. Nach der Insolvenz erhielt sie eine Umschulung. Nun will sie aber gemeinsam mit ihrem Partner in dem Lokal durchstarten. „Ich bin eine Macherin“, sagt sie. Während Rainer Mann die Küche als Arbeitsumfeld schätzt, wird sie den Betrieb am Laufen halten. Zwei Aushilfen unterstützen das Paar, wenn viel los ist. Jens Wunderwald möchte sich „operativ“ nicht so viel beteiligen, aber wird immer wieder präsent sein. Innerhalb von etwas mehr als zwei Monaten hat das Team einiges geschafft.

    Pachtvertrag, Konzession und Freigabe durch das Ordnungsamt standen auf dem Programm. Der Innenbereich des Lokals wurde moderner und gemütlicher gestaltet. Große Lampen und eine neue Theke sind Hingucker. Daneben findet eine Kuchenvitrine Platz, in der der selbst gebackene Kuchen präsentiert werden. Im Außenbereich gibt es eine neue Bestuhlung. Auf der kleinen Terrasse können die Gäste auf Loungemöbeln Platz nehmen. Am Mittwoch, 3. Juni, hat die Gartenwirtschaft geöffnet – anfangs mit einer reduzierten Karte, bis sich alle Arbeitsabläufe eingespielt haben.

    Das kulinarische Konzept ist schon ausgearbeitet. Es soll eine Auswahl an Galettes – bretonischen Crêpe aus Buchweizen -, Salaten und Bowls geben. „Daneben wird es aber auch Klassiker, wie Schnitzel, Currywurst und Wurstsalat geben“, so Wunderwald. Die neuen Betreiber wollen flexibel bleiben. „Der Wurm muss schließlich dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.“ Wenn sie also merken, dass bestimmte Speisen nicht so laufen, wird die Karte überarbeitet. Warum die Wahl auf den Pfannkuchen aus der Bretagne fiel, hat einen bestimmten Grund.

    Lokal an der Perzheimwiese: Glutenfreie Pfannkuchen sind eine „Hommage“ an seine verstorbene Frau

    „Galettes aus Buchweizen sind glutenfrei“, so Jens Wunderwald. Seine Frau litt unter Zöliakie und hat diese Art von Pfannkuchen besonders gerne gegessen. „Das Gericht ist eine Hommage an meine verstorbene Frau. Der letzte Urlaub, in dem sie noch gesund war, ging in die Bretagne.“ Wenn das Angebot angenommen werde, kann sich Wunderwald vorstellen, das glutenfreie Angebot auch auszubauen. Der 60-Jährige und seine beiden Mitstreiter stecken voller Pläne. Am Samstag empfangen sie die erste Geburtstagsgesellschaft. Jubiläen, Vereinsversammlungen und Firmenfeiern sollen ebenfalls ausgerichtet werden.

    Wer immer mit von der Partie sein wird, ist die Französische Bulldogge Jimmy. Der Hund von Rosita Kurland und Rainer Mann will nicht alleine sein. An Gesellschaft wird es dem kleinen Vierbeiner nun wohl nicht mehr fehlen. Montags und dienstags soll künftig Ruhetag sein. Wochentags soll ab 15 Uhr geöffnet sein und freitags und samstags schon ab 12 Uhr. „Öffnungszeiten und Speisekarten werden wir online auf dem aktuellen Stand halten, damit sich die Besucher daran orientieren können“, betont Wunderwald.

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