Feueralarm mitten in der Nacht: In einem Mehrfamilienhaus in Augsburg ist am Montagabend gegen 23.05 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Nur wenige Minuten entfernt von der Südwache der Berufsfeuerwehr hat im Stadtteil Hochfeld in der Robert-Gerber-Straße ein Dachstuhl gebrannt. Bereits bei der Anfahrt ist ein großer Feuerschein über dem Dach sichtbar, die Intensität des Brandes ist stark: Als die rund 40 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr mit 14 Fahrzeugen vor Ort eintreffen, schlagen die Flammen schon meterhoch aus dem Dach, wie Feuerwehr-Sprecher Friedhelm Bechtel berichtet.
Dachstuhlbrand in Augsburg: Feuerwehr evakuiert 17 Menschen aus Mehrfamilienhaus
Auch Polizei und Rettungsdienst sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Schnell evakuieren die Einsatzkräfte das Mehrfamilienhaus. Alle Bewohner konnten über das Treppenhaus ihre Wohnungen verlassen. 17 von ihnen harren angesichts der Kälte während der Löscharbeiten in einem Kältebus der Berufsfeuerwehr aus und werden dort von einem Team betreut. Zwei Bewohner sind in der Arbeit und bekommen von dem Großeinsatz zunächst nichts mit. Verletzt wird nach ersten Erkenntnissen der Polizei bei dem Brand niemand.
Angesichts der Lage erhöht die Einsatzleitung die Alarmstufe auf „Brand IV“ und alarmiert zusätzlich zu den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr auch Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Göggingen. Mit zwei Drehleitern bekämpfen die Teams den Brand von außen, auch im Inneren sind Kräfte unter schwerem Atemschutz mit Druckluftschaum aus Löschrohren im Einsatz.
100.000 Euro Schaden nach Feuer im Hochfeld: Einsatzkräfte bekämpfen Glutnester
Mit dem schnellen Einsatz der Feuerwehr, aber auch dank einer geschlossenen und standhaften Brandschutztür, können die Einsatzkräfte Schlimmeres verhindern. Das Feuer hat nicht auf weitere Dachbereiche oder Wohnungen übergegriffen.
Der Dachstuhlbrand selbst ist bereits nach gut 20 Minuten um kurz vor Mitternacht gelöscht. Allerdings ist die Brandstelle nach wie vor sehr heiß, Brandgase sind zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden. Bis um 4:30 Uhr am frühen Morgen sind die Einsatzkräfte vor Ort, um den Brandort zu sichern und nachzulöschen. Zudem kontrollierte die Feuerwehr alle Wohnungen in den fünf Obergeschossen sowie im Erdgeschoss auf Rauchgasrückstände – ebenso das angrenzende Nachbarhaus.
Feuerwehr-Sprecher Bechtel geht in einer ersten Einschätzung von einem sehr hohen Schaden aus, noch in der Nacht nimmt die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Die Polizei geht ersten Erkenntnissen nach von einem Sachachaden von etwa 100.000 Euro aus. Zur Brandursache kann aktuell noch niemand Angaben machen.
Angesichts des Großeinsatzes mussten bis zum Ende des Einsatzes die Robert-Gerber-Straße sowie die Straßen rund um den Brandort gesperrt werden. Das offene Dach des Mehrfamilienhauses sollte nach Ende der Löscharbeiten mit einer Folie abgedeckt werden.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren