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Jeside aus dem Irak startet neues Geschäft in Augsburg: „Die einzige deutsche Bäckerei in der Straße“

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Jeside aus dem Irak startet mit neuem Geschäft: „Die einzige deutsche Bäckerei in der Straße“

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    Bäcker ist er schon lange, jetzt hat er sich in Augsburg selbstständig gemacht: Salman Khudauda schiebt Brezen in seinen Backofen.
    Bäcker ist er schon lange, jetzt hat er sich in Augsburg selbstständig gemacht: Salman Khudauda schiebt Brezen in seinen Backofen. Foto: Peter Fastl

    Dahoam - den Begriff kennt man vor allem aus einer bayerischen Vorabendserie. Jetzt gibt es auch in der Jakoberstraße in Augsburg eine Bäckerei mit dem etwas ungewöhnlichen Namen Dahoam. Normalerweise kein großes Thema, in diesem Fall jedoch aufgrund der Hintergründe. Betreiber Salman Khudaida ist gebürtiger Iraker, für ihn ist die Bezeichnung seines Geschäfts ein kleines Dankeschön an Deutschland.

    Der 33-Jährige sagt mit einem Lächeln: „Wir kamen mit der Familie im Jahr 2011 nach Deutschland und haben hier immer sehr viel Herzlichkeit erfahren. Deutschland hat uns eine Zukunft angeboten. Da wollten wir etwas zurückgeben und jeder Gast aus Bayern egal ob er aus Augsburg, aus München oder Nürnberg kommt, soll sich bei uns wohlfühlen.“ Jede Nationalität sei willkommen.

    Bäckerei „Dahoam“ in Augsburg: Kindergartenkinder können erleben wie eine Bäckerei funktioniert

    Khudaida möchte nach eigenen Angaben einiges zurückgeben. In der 260 Quadratmeter großen Bäckerei ist eigens ein kleines Kinderparadies eingerichtet, in dem Kinder, wenn Eltern Kaffee trinken und Kuchen essen, spielen können. Khudaida zeigt ferner eine Liste, in der sich Kindergärten angemeldet haben. Da würden Buben und Mädchen kostenlos verköstigt, sagt er. Man könne zuschauen, wie eine Bäckerei funktioniert. „Über kurz oder lang möchten wir Ähnliches auch Altersheimen anbieten“, verspricht Khudaida. Früher wurden in den Räumen in der Jakoberstraße Arzneimittel hergestellt. Davon profitiere die Bäckerei, erläutert der Chef: „Dadurch hat das Geschäft eine extrem gute Belüftung.“

    Die Bäckerei Dahoam ist nahe der Kirche in der Jakoberstraße ansässig.
    Die Bäckerei Dahoam ist nahe der Kirche in der Jakoberstraße ansässig. Foto: Michael Hörmann

    Im Alter von 17 Jahren ist Khudaida aus dem Norden des Irak geflohen. Er und seine Familie gehören den Jesiden an. Eine ethnisch-religiöse Minderheit, deren Heimat traditionell der Nordirak ist. Im Jahr 2014 verübte die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) einen Völkermord an den Jesiden. Betroffen war die Region um Sinjar. „Es war eine schwierige und schwere Zeit“, erinnert sich Khudaida zurück. Ein Jahr nach seiner Flucht sei ihm die Familie gefolgt: „Papa und Mama haben acht Kinder, die alle studieren oder in Deutschland arbeiten.“

    Sowohl im Irak als auch in Deutschland hat Khudaida immer in Bäckereien gearbeitet. In Deutschland hat er bei der Bäckerei Ihle und bei Frischbäck in Gersthofen gearbeitet. Bei Schulungen und Fortbildungen habe er sich weiteres Wissen angeeignet. Irgendwann stand für den 33-Jährigen fest, dass er sich selbständig machen werde. „Wir haben lange gesucht, etliches investiert und ich denke das Richtige gefunden. Die Lage ist super. Wir sind hier die einzige deutsche Bäckerei in der Straße“, so Khudaida.

    Ein paar Meter entfernt vom neuen Laden Dahoam ist die Bäckerei Efendi. Inhaberin Yeliz Kaya bietet eine andere Ware an als Khudaida. Deshalb entwickelt die Geschäftsfrau kein Konkurrenzdenken: „Wir sind hier ein etabliertes Geschäft und haben ein anderes Sortiment. Wir verkaufen hauptsächlich türkische Produkte.“

    Sechs Frühstücksgerichte bietet die Bäckerei „Dahoam“ in der Jakoberstraße an

    Nachdem in den Räumlichkeiten von Khudaida der in Lechhausen wohnt, eine Backstube dabei ist, machen er und seine fünf Mitarbeiter alles selber. Egal ob Kuchen, Nussecken, Tiramisu, Cheesecake oder Laugengebäck wie Brezen oder Semmel. „Und schmeckts euch?“ fragt der Chef eine Kindergruppe. Es ertönt ein lautstarkes Ja. Khudaida sagt: „Ich habe vier Kinder, zwei Mädchen und zwei Buben. Ich freue mich, wenn Kinder da sind.“ 

    In der Bäckerei Dahoam gibt es einen eigenen Spielbereich für Kinder.
    In der Bäckerei Dahoam gibt es einen eigenen Spielbereich für Kinder. Foto: Peter Fastl

    Sechs Frühstücksgerichte bietet Khudaida an, darunter ist ein Weißwurstfrühstück. Ab Februar möchte er Eis verkaufen. Für Khudaida ist Augsburg längst zur Heimat geworden: „Wir fühlen uns hier richtig wohl“, meint der Tischtennis- und Fußball-Fan, der regelmäßig Spiele des FC Augsburg besucht. Sorgen macht ihm etwas die Entwicklung der Innenstadt: „Man merkt einfach, dass viele Leute kein Geld mehr haben. Es stehen so viele Geschäfte leer. Es wird Zeit, dass wieder mehr Leben in die Stadt kommt.“

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