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Kommentar: Umweltbildungszentrum: Peinlich für die Stadtregierung

Kommentar

Umweltbildungszentrum: Peinlich für die Stadtregierung

Nicole Prestle
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    Architektionisch ist das neue Umweltbildungszentrum äußerst gelungen. Was den Betrieb betrifft, scheint sich die Stadt aber verrannt zu haben.
    Architektionisch ist das neue Umweltbildungszentrum äußerst gelungen. Was den Betrieb betrifft, scheint sich die Stadt aber verrannt zu haben. Foto: Michael Eichhammer

    Als die Referenten von Schwarz-Grün im Frühjahr nach drei Jahren an der Stadtspitze ihre Halbzeitbilanz zogen, durfte jeder einen besonderen Veranstaltungsort wählen. Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) lud die Medien ins Umweltbildungszentrum (UBZ). Dieses Gebäude sei, sagte er damals, ein gelungenes Beispiel dafür, "dass im Politikgeschäft manches länger dauert, aber am Ende etwas Gutes herauskommt". Nun, zumindest eine Hälfte dieses Satzes ist wahr: Von der Idee für ein solches Zentrum bis zur Eröffnung diesen April hat es tatsächlich länger gedauert - gut 20 Jahre, um genau zu sein. Die zweite Hälfte von Erbens Aussage muss dagegen in Zweifel gezogen werden.

    Bis zu 1500 (!) Veranstaltungen im Jahr sollen in dem Gebäude am Botanischen Garten eigentlich stattfinden. Doch kaum hat es eröffnet, stellt die Stadt fest, dass für einen so intensiven Betrieb das Geld fehlt. Im Ernst? Das ist ungefähr so, als würde man bei der Eröffnung des sanierten Theaters feststellen, dass man sich für die große Bühne nur noch zwei Schauspieler leisten kann - oder dass für eine neue Schule mit 20 Klassenzimmern nur ein Lehrer und eine Halbtages-Putzkraft zur Verfügung stehen. 

    Umweltbildungszentrum: Die Argumente des Referenten sind schwach

    Erbens Argument, man könne bei einem neuen Gebäude nicht vorher beziffern, wie hoch die Betriebskosten sind, ist schwach. Egal, wie ein Bauwerk aussieht und funkioniert - es musste doch klar sein, dass man für ein so ambitioniertes Projekt Personal für Veranstaltungen und technischen Betrieb braucht. Und natürlich hätte man auch vorhersehen können, dass der Landschaftspflegeverband mit seiner bisherigen finanziellen und personellen Ausstattung nicht unendlich viele Veranstaltungen zusätzlich wird stemmen können. 

    Nun ist der Eindruck entstanden, die Stadtregierung hätte sich am Botanischen Garten ein Naturschutz-Renommier-Projekt (Kosten: fast 6,7 Millionen Euro) gebaut, ohne an die Folgekosten zu denken. Mit Nachhaltigkeit, die in diesem Bau so hochgehalten wird, hat dies nichts zu tun. Das Umweltbildungszentum hätte das Potenzial, eine zukunftsgerichtete Einrichtung zu sein. Aktuell ist es nur eine peinliche Situation für die Augsburger Stadtregierung.

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