Reiner Erben wird oft kritisiert, in seinem Ressort werde viel geplant, aber es passiere zu wenig. Der Referent für Nachhaltigkeit, Umwelt, Klima und Gesundheit in der Stadtregierung sagt dazu: Zunächst müssten die Grundlagen geschaffen werden, danach werde überlegt und beschlossen, "dann können wir arbeiten". Für seine letzten drei Jahre vor dem Ruhestand verspricht er, mehr ins Handeln zu kommen.
Was konkret geplant ist, erklärt Erben im neu eröffneten Umweltbildungszentrum (UBZ) am Botanischen Garten. Für ihn ist es ein Beispiel dafür, dass im Politikgeschäft manches länger dauert, aber am Ende etwas Gutes herauskommt. Umweltverbände hätten sich vor 20 Jahren zusammengetan, um ein Netzwerk für die Umweltbildung der Bevölkerung zu schaffen. Seither gebe es Bedarf für ein UBZ. Dort sollen Bürger unter anderem konkrete Möglichkeiten erklärt bekommen, wie sie einen nachhaltigen Lebensstil entwickeln können.
Förderprogramm für Photovoltaikanlagen zum Klimaschutz in Augsburg
Die Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Gesundheit will Erben auch in den kommenden drei Jahren zum Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Eine Grundlage sei mit dem neuen Klimaschutzprogramm geschaffen worden. Im Herbst soll der neue Wärme- und Energieversorgungsplan in den Stadtrat kommen. Experten hätten sich die einzelnen Stadtviertel genauer angeschaut, um festzulegen, welche energetische Versorgung nötig ist. Unter anderem soll der Anteil der Fernwärme von 20 auf 40 Prozent gesteigert werden.
Studien und Beschlüsse gibt es für einen Augsburger Energiestandard von Gebäuden, so Erben. "Wir wollen als Stadt zeigen, wie es geht." Beim Ausbau der erneuerbaren Energien wird in seinem Ressort ein Förderprogramm für Photovoltaikanlagen aufgelegt, das mit 500.000 Euro ausgestattet ist und noch in diesem Jahr starten soll.
In Augsburg Bäume mit "smarter" Technik gießen
Auch beim Thema Klimaschutz soll es mehr in die Umsetzung gehen. Für das städtische Klimawandel-Anpassungskonzept gibt es eine Förderung von 100.000 Euro vom Bund. Zwei Stadtteil-Quartiere sollen als Modell klimagerecht saniert werden, eine neue Kraft soll die Klimaschutzarbeit verstetigen. Mit acht Millionen Euro aus einem Klimatopf des Bundes werden 1000 neue Bäume in der nördlichen Innenstadt und im Innovationspark südlich der Universität gepflanzt und ein Gießkonzept mit "smarter" Technik erprobt. "Es wird eine Mammutaufgabe für uns", sagt Erben, und es sei Tempo nötig. Bis 2025 müssen alle Gelder beim Bund abgerufen sein.
In Sachen Grün kündigt der Referent weitere Projekte an, die - teils nach langen Verzögerungen - in die Realisierung gehen sollen. Ende März war Spatenstich für den nächsten Abschnitt der Kleingartenanlage "Reinhold Wolff" in Göggingen. Auch die Grünanlage Schöpplerstraße an der Wertach in Oberhausen wird aufgehübscht. Für einen Mehrgenerationenpark beim Gögginger Friedhof gibt es einen Projektbeschluss.
Im Bereich Gesundheit war Corona die größte Herausforderung. Die letzten drei Jahre hätten ihn selbst und die Verwaltung mehr gefordert als alles andere, sagt Erben. Man habe aber auch bewiesen, dass die dramatische Krise zu bewältigen war. Dieses Wissen sei nun für weitere Krisen vorhanden, das Gesundheitsamt wurde auf 90 Stellen aufgestockt. Einen Schwerpunkt will Erben jetzt auf die Präventionsarbeit legen.