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„How to Musical“: Eine magische Revue der Musical Company Augsburg

Augsburg

Wie bringt man ein Musical auf die Bühne? Musical Company Augsburg glänzt mit neuem Stück

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    Die Musical Company feiert die Premiere ihres neuen Stücks: In „How to Musical“ erklingen Songs aus Stücken wie „Elisabeth“ und „Tanz der Vampire“.
    Die Musical Company feiert die Premiere ihres neuen Stücks: In „How to Musical“ erklingen Songs aus Stücken wie „Elisabeth“ und „Tanz der Vampire“. Foto: Markus Daerr

    Einmal ganz im Rampenlicht stehen. Einmal soll die Band nur für mich spielen, der Applaus mir gehören. Das ist der Traum vieler Menschen, die gerne singen und tanzen. Vor exakt 15 Jahren haben Gesangsschüler und -schülerinnen von Katja Kessler genau diesen Traum umgesetzt: Sie gründeten die „Musical Company“ mit dem Ziel, ganze Musicals auf die Bühne zu bringen. Noch bis zum Sonntag feiern sie dieses Jubiläum mit einer zweieinhalbstündigen Produktion, in der viele ihrer Lieblingssongs zu einer wunderbar komischen Geschichte zusammengebunden werden.

    „How to Musical“ verbindet Songs von „Elisabeth“ bis „Tanz der Vampire“

    Es hat etwas bezaubernd Magisches, dieses Genre „Musical“, noch mehr als andere Bühnenwerke. Aber gibt es wirklich eine Anleitung, gar ein Rezept, wie man ein Musical auf die Bühne bringt? „How to Musical“, also „wie man ein Musical macht“, verspricht die Musical Company aus Augsburg in einer besonderen Revue mit Songs aus „Elisabeth“, „Tanz der Vampire“, „Groundhog Day“, „Rent“, „Shrek“ und vielen anderen. Als Rahmenhandlung dient eine Analyse, im wissenschaftlichen Ton ironisch vorgetragen von einer Professorin (im Wechsel von Simone Kühl und Martin Braun gespielt) und ihrer Assistentin (Tanja Wimmer). Da wird nach und nach aufgezählt, was man braucht, bis man ein Musical aufführen kann: Von der Idee übers Casting und die Proben bis zur Premiere mit all ihrem Glitter und Glamour – „eine Ewigkeit“, wie hier alle seufzend aus Erfahrung wissen. Natürlich wird da kräftig gewürzt mit Liebe, Helden und Schurken. Und es wird vor allem viel gesungen und getanzt.

    Die quirlige Musical-Revue ist „ein Abend, an dem jeder glänzen darf“, wie Regisseurin und Co-Autorin Iris Schmidt im Vorgespräch versprach. Und tatsächlich: Die mehr als zwanzig Darsteller erhalten jede Menge Chancen, ihr Gesangs- und Tanztalent vorzuführen. Grandiose Soli und umwerfende Ensemble-Choreografien begeistern bei der Premiere das Publikum. Dass auf der Bühne vor allem Amateure (in der Regel mit Gesangsunterricht) stehen, merkt man meist gar nicht, so sehr beherrschen viele das schwierige Jazz-Belten. Was an den intensiven Proben liegt, die die Company seit einem Jahr zusammenschweißen.

    Mit Tränen, Gelächter und Spaß: So probte die Musical Company Augsburg

    Und was auch ein Verdienst der Live-Band ist, die mit perfektem Timing dem Ensemble viel Sicherheit bei dem stets hohen Tempo gibt und trotzdem noch interpretatorische Freiheit schenkt. Florian Hartz – musikalischer Leiter der Produktion und Arrangeur all der wundervollen Songs – hat hier mit Stefan Schulzki ans Keyboard einen Tastenzauberer gesetzt. Temperamentvolle Chor-Explosionen gibt es ebenso wie gefühlvolle Soli. Dass der Abend so funktioniert, war bis zum Probenwochenende im April nicht klar und hat den stets mit professioneller Gelassenheit auftretenden Musiker Hartz doch nervös gemacht. Es funktionierte. „Aber in den letzten drei Tagen vor der Premiere mussten wir noch einmal Gas geben“, um endlich dieses Niveau zu erreichen. Es blieb dramatisch: „Da gab es auch mal Tränen – aber noch mehr: Gelächter und Spaß!“

    Den Text der Rahmengeschichte haben Markus Daerr und Iris Schmidt, die auch Regie führte, geschrieben. Mit charmant witzigen Regieeinfällen wurden die Dialoge gewürzt, Pointen gesetzt und Lacher provoziert – selbst in den Kostümen gibt es Anspielungen, zum Beispiel auf Inszenierungen des Staatstheaters. Die meist noch jungen Darsteller und Darstellerinnen wissen diese Vorgaben auch amüsant und mit Spiellust umzusetzen. 

    Für die einfallsreichen Choreografien ist Michaela Rohmeder verantwortlich

    „Jazz hands“, fliegende Beine und schwungvolle Hüften – für die einfallsreichen Choreografien ist Michaela Rohmeder verantwortlich. Wie bei anderen ist bei ihr der semiprofessionelle Hintergrund spürbar. Auch Iris Schmidt hat einen „Brotjob“ neben ihren Regiearbeiten in der Augsburger Freien Szene (vor allem am Theter Ensemble). Vereins-Gründungsmitglied Caro Stechl, eine der wenigen im Ensemble, die auch als Musikerin arbeitet, erklärt zu ihrem Engagement in diesem Verein mit ehrenamtlichen Kollegen: „Sonst singe ich ja meist auf Hochzeiten oder Feiern. Doch hier ist das ganz etwas anderes.“ Zusammen hart an etwas arbeiten und dann auf der Bühne präsentieren, das ist „trotz des hohen Arbeitsaufwands super bereichernd“. Und die langjährige Vereinsvorsitzende Vanessa Spanier liebt die Abwechslung: „Tagsüber Spießer, nachts: die große Show!“

    Bei so viel Begeisterung fällt es auch nicht schwer, Nachwuchs für die Shows zu finden… denn diese Leidenschaft ist wirklich ansteckend. Und schon bei der Premiere ist manches Drama während der Proben längst vergessen.

    Info: Weitere Vorstellungen im Abraxas: Samstag, 6. Juni, um 15 Uhr und um 19.30 Uhr, sowie Sonntag, 7. Juni, um 15 Uhr.

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