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Ausstellung: Diese Fotokunst lässt die Welt verschwimmen

Ausstellung

Diese Fotokunst lässt die Welt verschwimmen

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    Die Augsburger Fotografin Mercan Fröhlich präsentiert gerade Fotoarbeiten in einem Pop-Up-Store in der Annastraße in Augsburg.
    Die Augsburger Fotografin Mercan Fröhlich präsentiert gerade Fotoarbeiten in einem Pop-Up-Store in der Annastraße in Augsburg. Foto: Mercan Fröhlich

    Diese Straße, die kennt man doch, auch wenn sie nur verschwommen zu sehen ist, auch wenn die Häuser im Licht der Sonne sich aufzulösen scheinen. Und dieses Gefährt davor, das gerade zu einem gelben Schimmer verschwimmt, das erinnert doch an einen Oldtimer? Ist das nicht die Maximilianstraße, könnte das nicht die Oldtimer-Rallye sein? Die Fotografin Mercan Fröhlich bestätigt, ja, stimmt.

    In der Annastraße nicht weit von den Eingängen zum Stadtmarkt entfernt präsentiert die Wahl-Augsburgerin mit den biografischen Wurzeln in der Türkei Fotografien. Und zwar den Teil ihrer Arbeit, der sehr frei entsteht, in dem sie die Welt in Bewegung festhält. Gleich im Eingangsbereich hat sie auf ein Blatt Papier geschrieben: Kunstfotografie, kein Photoshop. Denn die zufälligen Effekte, die ihre Unschärfen-Bilder auszeichnen, schauen manchmal dermaßen komponiert aus, dass heute unwillkürlich an Bildbearbeitung dabei gedacht wird.

    Das Geheimnis dieser Bilder liegt im Sehen

    Aber das greift zu kurz und geht vom fertigen Ergebnis aus. Fröhlichs Geheimnis für diese Bilder liegt jedoch nicht in einem Photoshop-Effekt, in einem tollen digitalen Filter, sondern im Sehen und Wahrnehmen. Denn das, was schon immer die guten von den weniger guten Fotografen unterschieden hat, ist nicht die Technik, sondern das Auge. 

    Fast schon wie ein Bild aus einer anderen Zeit und Welt wirkt zum Beispiel dieses goldschimmernde Frauengesicht, das durch die Unschärfen wie eine Maske ausschaut. In Augsburg aufgenommen, bestätigt Fröhlich. Aber die Fliesen an der Wand könnten sich auch in Andalusien oder Marokko befinden. Noch bevor dies fotografiert wird, muss es erst einmal gesehen werden. 

    Und Rom hat sie auch verewigt, in einem Meer aus Stühlen nach einer Großveranstaltung auf dem Petersplatz. Es ist der Moment nach dem Moment, aber noch bevor die alte Ordnung wiederhergestellt ist. Und das da? Die Freilichtbühne. Aber auf der Arbeit wirkt die Szene nicht mehr wie das Musical "Jesus Christ Superstar", sondern wie das historisch unscharf gewordene Bild von Jesus und seinen Jüngern.

    So kunstvoll die Bilder, so lässig die Hängung. Mal in Grüppchen, mal einfach auf dem Boden stehend, hier eine Leinwand, dort ein Druck auf Papier und da auf Aludibond. Ein wilder, anarchischer, aber in schönen Rhythmus gebrachter Mix. Einziger Wermutstropfen für alle, die einmal hineinschauen möchten: Es bleibt bis zum 28. Oktober nur beim Blick durchs Schaufenster.

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