Wie eine blanke, unberührte Leinwand, oder aber wie eine noch unerzählte Geschichte breitet sich das Bühnenbild im Eukitea Theater aus. Heller Vorhang, weißer Boden. Drei Schauspieler betreten den Raum, gekleidet in Grau und Beige und dazu lautlos barfuß. Aber an den Bühnenseiten stapeln sich Bücher: bunte Einbände, dicke Brocken, kleine Bände. Das Schauspiel-Trio wird diese Werke in die Hand nehmen und aus ihren Seiten vorlesen. Mehr noch: Szenen aus Kapiteln spielen und dazu die Lebensgeschichten der Autoren erzählen. Sie werden dabei tanzen, kämpfen, sich umarmen. Die Bücher am Bühnenrand sind Werke von neun Schriftstellern und Schriftstellerinnen, die in der NS-Zeit verfolgt, verfemt, verdammt wurden. Weil sie frei dachten und so frei leben wollten. Was ihnen gemein ist: Ihre Bücher wurden am 10. Mai 1933 von einer fanatischen Menge öffentlich verbrannt.
Theaterkritik
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