Herr Seuffert, seit fünf Jahren gibt es die Digitalsparte am Staatstheater Augsburg. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, was kommt beim Publikum am besten an?
BENJAMIN SEUFFERT: Wir merken natürlich, dass das Publikum unseren hybriden Formaten aufgeschlossen gegenübersteht, also den normalen Theatervorstellungen mit VR-Brillen für einzelne Szenen, wie etwa in der Oper „Orfeo ed Euridice“. Das ist das theaterähnlichste und deshalb ein Format, das unser klassisches Theaterpublikum am besten bedient. Aber die anderen Formate, die erst einmal experimentell klingen, und auch das VR@home-Programm, für das man sich die VR-Brillen nach Hause schicken lässt, liefen sehr gut. Da haben wir gesehen, dass unser Publikum sehr offen dafür ist, etwas auszuprobieren.
Sie sind gestartet in der Pandemie, als die Theater und auch alle anderen Kultureinrichtungen geschlossen waren. Hat das geholfen, die neue Sparte Digitaltheater zu etablieren?
SEUFFERT: Es war vieles schlecht in dieser Zeit, aber für das Digitaltheater war es ein guter Startzeitpunkt. Das Publikum konnte nicht zu uns kommen und wir haben trotzdem kreative, neuartige Möglichkeiten des Theaters angeboten. Das haben die Zuschauerinnen und Zuschauer sehr gut angenommen und auch sehr wertgeschätzt. Das hat viele Hürden für später genommen, wir konnten daran anschließen, dass das Publikum digitale Formate ja schon kannte. Und wir hatten den Effekt, dass auch viele junge Leute dazukamen.
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