Das Leben besteht in steter Veränderung – sichtbar in der Gesellschaft, auch in einer Stadt. Diesen Gedanken der Transformation künstlerisch umgesetzt hat Stefanie Kraut mit ihrer Installation für die Kirche St. Moritz unter dem Titel „Wenn die Sonne tief steht“.
Die hinteren Kirchenbänke in der Moritzkirche sind entfernt. Stattdessen liegen dort, ineinander und übereinander geschichtet, große rote Platten aus Blech, darauf in Weiß geschriebene Satzbruchstücke wie „nächste Nacht irgendwer“ oder „die Stadt gehört jedem“. Diese roten Teile stammen von der Fassade der ehemaligen Brechtbühne, die der Künstlerin zur Verfügung gestellt wurden, für Stefanie Kraut ein Beispiel für einen baulichen Umbruch in einer Stadt, für das „Zerbrochene“. Mit dieser Installation nimmt die Künstlerin den Gedanken auf, dass durch städtebauliche Umbrüche Orte verloren gehen, die bisher Halt gegeben haben. Plötzlich sind sie weg – wie eben der rote stilisierte Theatervorhang an der Fassade der Brechtbühne. Oder wie wettergeschützte Nischen unter einer Brücke nahe des Plärrers, die vergittert wurden, um Obdachlose fernzuhalten.
Kunstprojekt „Stent“
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