Rad- und Wandertouristen sind gerne im Frühjahr unterwegs, so auch in Augsburg. Sie folgen den markierten Fernrad- und Weitwanderwegen, die durch das Stadtgebiet führen. Einige Touren verlaufen in Nord-Süd-Richtung entlang von Lech und Wertach. Andere folgen historischen Routen, wie den Römerstraßen. Hinzu kommen spirituelle Touren, die Naturerlebnis mit innerer Einkehr verbinden. Man kann außerdem entlang der Romantischen Straße von Würzburg nach Füssen radeln oder wandern.
Parallel zur Romantischen Straße, der ältesten und bekanntesten Ferienstraße Deutschlands, werden ein Fernradweg über 494 Kilometer und ein Weitwanderweg über 502 Kilometer angeboten, wobei sich die Routen unterscheiden. So führt der Fernradweg teilweise asphaltiert durch den Augsburger Stadtwald, während der Weitwanderweg naturbelassen am östlichen Lechufer entlanggeht. Augsburg liegt am Ende der siebten von zehn empfohlenen Fernradweg-Tagesetappen und ist somit ein häufiges Übernachtungsziel für Radtouristen, auch aus dem Ausland.
Neu ist der länderübergreifende Lechradweg
Hingegen sind Wandertouristen auf der Romantischen Straße in der Minderzahl. Für sie wird von Würzburg nach Füssen eine Aufteilung in 25 Etappen empfohlen. Ein Newcomer ist der länderübergreifende Lechradweg von der Donau-Mündung bei Marxheim bis nach Steeg in Tirol. Auf den fünf Etappen mit zusammen 244 Kilometern kann man sowohl das Augsburger Wasser-Welterbe als auch eindrucksvolle Flusslandschaften erleben.
Zwei Fernradwege, die beide einer ehemaligen römischen Fernstraße folgen, kreuzen sich in der einstigen römischen Provinzhauptstadt Augsburg, nämlich die Via Claudia Augusta und die Via Julia. Die 752 Kilometer lange Via Claudia Augusta führt von Donauwörth über die Alpen nach Norditalien. Die über 312 Kilometer gehende Via Julia verläuft von Günzburg durch das Voralpenland nach Salzburg. Nicht den römischen Straßen, sondern den Spuren eines bekannten Geistlichen folgt der Pfarrer-Kneipp-Wanderweg. Von Bad Wörishofen nach Biberbach kommt man in der Augsburger Sebastian-Kneipp-Gasse vorbei. Hier wohnte der berühmte „Wasserdoktor“ in den 1850er-Jahren, als er als Kaplan in St. Georg wirkte.
Der Oxenweg endet in der Augsburger Innenstadt
Der Altbaierische Oxenweg endet nicht ohne Grund an der Augsburger Stadtmetzg. Hier schlachtete man alljährlich zu Hunderten die ungarischen Ochsen, die zur Fleischversorgung in die Freie Reichsstadt Augsburg getrieben wurden. Der Fernradweg folgt dem letzten Teil dieses ultralangen Viehtriebs.
Zwei beliebte schwäbische Weitwanderwege beginnen in beziehungsweise bei Augsburg. Die Rede ist vom 161 Kilometer langen Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg und dem 125 Kilometer langen Lecherlebnisweg. Der mit einem blauen Andreaskreuz markierte Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg verbindet Augsburg mit Sonthofen. Gestartet wird am Herrgottsberg-Waldparkplatz in Leitershofen. Sieben Tagesetappen sollte man einplanen. Der mit einem blauen „L“ gekennzeichnete Lecherlebnisweg beginnt am Hochablass und endet in Füssen.
Mancher Augsburger beweist gerne seine Kondition mit einem Tagesmarsch über 38 Kilometer flussaufwärts auf dem Lecherlebnisweg nach Landsberg oder in umgekehrter Richtung. Dem Trend zu spirituellen Touren wird der Bayerisch-Schwäbische Jakobsweg gerecht. Er verläuft von Oettingen im Ries über Augsburg an den Bodensee. Dieser mit einer gelben Jakobsmuschel markierte Weitwanderweg führt an der Jakobskirche in der Jakobervorstadt vorbei. Hier gibt es sogar eine Pilgerherberge im Kirchturm.
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