Wer ist die Augsburger Rentnerin, die der AfD Sachsen nach ihrem Tod über eine Million Euro vermacht hat? Der Fall, der am Sonntag bekannt wurde, sorgt in Augsburg für Diskussionen. Der hiesige Kreisverbandsvorsitzende und OB-Kandidat der AfD, Andreas Jurca, zeigte sich in einer ersten Reaktion erleichtert, dass das Geld nicht an die Augsburger AfD ging. Auch die Familie, die jetzt im einstigen Wohnhaus der Rentnerin lebt, meldete sich am Montag zu Wort.
Neid auf die AfD in Sachsen, der die Augsburgerin im Jahr 2024 über eine Million Euro Vermögen inklusive eines Wohnhauses vermachte, verspürt Jurca nicht: „Ich bin sogar froh, dass sie das Geld nicht uns vererbt hat“, sagte er auf Anfrage. Der Kreisverband Augsburg sei finanziell „ganz gut aufgestellt“, so Jurca, der auch Bezirksschatzmeister der AfD ist. Hätte die AfD Augsburg das Geld geerbt, hätte es, fürchtet er, „sofort Diskussionen gegeben, was man damit anfangen soll“. Insofern wünscht er den Kollegen der sächsischen AfD viel Erfolg dabei, das Erbe anzulegen.
Millionenvermögen: Die Augsburger Rentnerin war in Reihen der AfD nicht bekannt
In den Reihen der Augsburger AfD war die Rentnerin, die zuletzt in einem Reiheneckhaus in Hochzoll lebte, offenbar nicht bekannt. „Sie war kein Mitglied“, sagt Jurca. Auch anderen Mitgliedern der Partei seien der Name beziehungsweise die Frau selbst kein Begriff gewesen, bis der Fall durch einen Bericht des Deutschen Bundestags, der die Finanzen der Parteien offenlegt, öffentlich wurde. Jurca sagt, dass die Augsburger AfD bisweilen als Erbin von Privatvermögen eingesetzt sei oder ihr entsprechende Absichten avisiert würden. Bei besagter Rentnerin sei dies aber nicht der Fall gewesen.
Das ehemalige Wohnhaus der Rentnerin, das sie als Teil der Erbmasse der AfD Sachsen und dem AfD-Kreisverband Görlitz vermachte, ist inzwischen an neue Besitzer übergegangen, dort lebt seit einiger Zeit eine junge Familie. Die neuen Besitzer betonen, dass sie die Immobilie über einen Nachlassverwalter gekauft haben, der das Haus im Namen der Vorbesitzerin veräußerte. Die AfD sei als Empfängerin des Verkaufserlöses in den Verhandlungen nie aufgetaucht. Die neuen Besitzer wussten nach eigener Aussage auch nicht, dass der Kaufpreis an die Partei gehe. Es sei stets nur der Name der Rentnerin gefallen.
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