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Neue Realschule und günstigen ÖPNV: Was sich die Menschen in Lechhausen wünschen

Kommunalwahl 2026

Neue Realschule und günstiger ÖPNV: Was sich die Menschen in Lechhausen wünschen

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    Viel los war beim Wahlmobil unserer Redaktion im Stadtteil Lechhausen.
    Viel los war beim Wahlmobil unserer Redaktion im Stadtteil Lechhausen. Foto: Manuel Andre

    Stark befahren ist die Neuburger Straße, die am Zentrum von Lechhausen, dem Stadtplatz, vorbeizieht. Hier steigen Menschen in die Straßenbahn, um schnell in die Innenstadt zu kommen, oder gehen zum Einkaufen. Das größte Projekt des Stadtteils betrifft jedoch nicht den Ortskern, sondern das Grenzgebiet zwischen Lechhausen und der Firnhaberau: Hier soll eine dringend benötigte neue Realschule gebaut werden. Welche Themen die Menschen in Lechhausen noch beschäftigen.

    Karl-Heinz Schwigon aus der Firnhaberau liegt vor allem ein Thema am Herzen: der öffentliche Nahverkehr. Er bemängelt, dass durch die Zusammenlegung der Zonen 10 und 20 die Ticketpreise angestiegen sind. „Bis heute streitet man darum und traut sich nicht, das zu revidieren“, so Schwigon. „Das ist nicht kundenfreundlich“, findet er. Er spricht sich für einen Vorschlag des Seniorenbeirats aus. Der sieht vor, dass die beiden Zonen um Firnhaberau, Hammerschmiede und Lechhausen wieder zusammengefasst werden und man von einer Seite der Stadt mit einer Zone auf die andere Seite fahren kann. „Wir wollen die Verbindung zwischen den Stadtteilen wieder für alle erschwinglich machen“, sagt Schwigon.

    Der Bau der neuen Realschule in Lechhausen wird länger dauern als geplant

    Ein weiteres Thema ist für ihn der Bau der neuen Realschule in Lechhausen. „Die veranschlagte Bauzeit ist nicht nachvollziehbar. Könnte man hier nicht serielles Bauen oder andere Bauarten in Erwägung ziehen, damit es schneller geht?“, fragt er sich. Mit seiner Kritik ist er nicht allein. Die Augsburger Opposition kritisierte Bildungsbürgermeisterin Martina Wild (Grüne), nachdem bekannt wurde, dass die neue Schule wohl nicht wie geplant 2036 fertig sein wird. Eine Interimslösung ist laut Wild nicht möglich. Seit 2023 liegt der Stadt die Genehmigung des Freistaats für den Neubau der dritten staatlichen Realschule vor. 

    Wahlprojekt „Dein Augsburg. Deine Stimme.“

    Im Vorfeld der Kommunalwahl möchten wir wissen, was die Augsburgerinnen und Augsburger bewegt. Mit einem Transporter, der zu einem Drehstudio umfunktioniert wurde, sind wir in sieben Stadtteile gefahren, um mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Alle Videos und Texte zum Wahlprojekt „Dein Augsburg. Deine Stimme“ gibt es auf dieser Übersichtsseite. Dort veröffentlichen wir bis zur Kommunalwahl in unregelmäßigen Abständen die Inhalte aller Standorte.

    Ein Projekt von Manuel Andre, Bianca Dimarsico, Jonas Klimm und Fabian Kluge.

    Auch Ursula Michler-Gotthardt ist der Bau der Realschule wichtig. Die müsse nun dringend kommen. Die 70-Jährige weiß in Lechhausen die öffentliche Nachversorgung zu schätzen. „Ich mag, dass alles so zentral ist. Also etwa die Bushaltestellen oder Einkaufsmöglichkeiten.“ Was ihr noch fehlt, ist eine zentrale, öffentliche Toilette. Auf dem neuen Stadtplatz ärgere sie, dass hier nun weniger Bäume stehen als noch vor dem Umbau. Außerdem beschäftigt das Thema Barrierefreiheit die 70-Jährige, die meist mit ihrem Rollator unterwegs ist. „Es gibt in Augsburg einige Straßenbahnhaltestellen, wo ich nicht ein- und aussteigen kann. Die Rampen sind nur für Rollstuhlfahrende“, merkt sie an.

    Sehr glücklich in Lechhausen ist Doris Hauf. „Ich mag die Nähe zur Stadtmitte, die vielen Radwege und meine Nachbarn“, sagt Hauf. „Ganz toll finde ich auch unsere neue Stadtteilbücherei, die exzellent für Jung und Alt ist.“ Für den Stadtplatz hat die Bürgerin eine Idee: Sie wünscht sich eine Plauderbank. „Es wäre schön, wenn die Menschen hier im Zentrum des Stadtteils ins Gespräch kommen“, findet sie. Sofort verändern würde die Lechhauserin gerne den Zustand einiger Straßen. „In der Linken Brandstraße sind ganz viele Löcher, die schlecht für Fahrradfahrer sind.“

    „Wir sind schon lang multikulti.“

    Gerhard Götz gefällt an seinem Wohnort, dass es viel Natur gibt und man schnell zum Spazieren am Lech ist. Die Umgestaltung des Stadtplatzes bezeichnet er als „in Ordnung“. Es sei jedoch zu teuer und zu umständlich gewesen. „Was fehlt, ist die Beschilderung, dass es hier ein Fußweg ist und Autos nicht durchfahren dürfen“, so der 70-Jährige. Er würde sich mehr Park&Ride-Standorte in Lechhausen sowie mehr Kindergartenplätze wünschen. Traurig stimmt ihn, dass viele alte Geschäfte aufhören. „Wir haben aktuell keinen Metzger und nur noch ein oder zwei Cafés“, sagt der Lechhauser. Für die Zukunft von Lechhausen wünscht er sich, dass die Diskussion rund um Migration aufhört. „Es braucht mehr Miteinander. Wir sind schon lang multikulti. Solange sich jeder an die Gesetze hält, kann man gut zusammenleben“, findet Götz.

    Peter Gissibl lebt seit 15 Jahren in Lechhausen. An dem Stadtteil mag er die Nähe zum Lech. „Und die Leute sind auch okay“, fügt er hinzu. Nicht gut finde er, dass auf den Gehwegen auch viele Radfahrende unterwegs sind. „Das ist rücksichtslos. Es wurden extra Radwege gebaut, die jedoch nicht genutzt werden. Niemand achtet darauf, das sollte besser kontrolliert werden“, meint Gissibl. Außerdem wünscht er sich eine Verkehrsberuhigung in Form von Tempo 30 an der stark befahrenen Neuburger Straße.

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