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Protestbewegung stellt Ex-Corona-Demos in Augsburg ein

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"Nicht in Blase festsetzen": Protestbewegung stellt Ex-Corona-Demos in Augsburg ein

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    Die monatlichen Demonstrationszüge des Bürgerforums Schwaben in Augsburg, einst Protest gegen Corona-Maßnahmen, sollen ein Ende finden.
    Die monatlichen Demonstrationszüge des Bürgerforums Schwaben in Augsburg, einst Protest gegen Corona-Maßnahmen, sollen ein Ende finden. Foto: Annette Zoepf

    Es war zuletzt noch ein harter Kern, der von den Hochphasen der Corona-Protestbewegung übrig geblieben war. Einmal im Monat rief das in Königsbrunn ansässige Bürgerforum Schwaben zuletzt zu Demonstrationen in Augsburg auf, die Teilnehmerzahl bewegte sich jeweils im niedrigen dreistelligen Bereich. Kein Vergleich zur Situation Anfang 2022, als nach Polizeiangaben bis zu 5500 Menschen auf die Straße gingen. Nun findet diese Protestform ein Ende, wie das Bürgerforum angekündigt hat. Trotzdem steht demnächst eine größere Veranstaltung an.

    Bis zuletzt war Corona ein Thema bei den Demos des Bürgerforums, das Spektrum weitete sich zuletzt jedoch deutlich. Sie richteten sich unter anderem gegen Altersarmut, Waffenlieferungen in die Ukraine, zu hohe Mieten, Bargeldabschaffung, 5G, ein „kaputtgespartes“ Gesundheitssystem, „regierungsgesteuerte“ Medien, Politiker als „Marionetten der Weltmächte“, Bürokratismus, „linke und rechte Hetze“. Scharf war der Ton auch in puncto Migration.

    Ex-Corona-Protestbewegung: Bürgerforum Schwaben stellt Demo-Züge ein

    Nach insgesamt 113 Demo-Zügen sei nun „Zeit zu reflektieren“, teilte des Bürgerforum Schwaben Anfang der Woche mit. Man sei in ganz Augsburg präsent gewesen und sehe sich in vielen artikulierten Kritikpunkten bestätigt. Jetzt sei allerdings Zeit für Veränderung. „Wir wollen uns nicht in einer Demo-Blase festsetzen, die von außen als gewohnte Routine wahrgenommen wird“, heißt es in der Mitteilung. Die Zeit und das Geschehen machten es notwendig, etwas zu verändern. „Aus diesem Grund werden wir die bisherigen Demonstrations-Züge einstellen.“

    Das Ende der Aktivitäten des Bürgerforums bedeutet dieser Schritt aber offenbar nicht. Man sei „gekommen, um zu bleiben“, heißt es in der Mitteilung. Man habe sich unter anderem mit „Hand in Hand für unser Land“ vernetzt. Der Verein entstand im Umfeld der Bauernproteste im vergangenen Winter, geriet aber immer wieder in Kritik, weil er sich nicht nur für landwirtschaftliche Anliegen einsetzt, sondern auch Akteuren aus dem verschwörungsideologischen oder politisch rechten Spektrum eine Bühne bot. Der Deutsche Bauernverband geht auf Abstand zu „Hand in Hand für unser Land“, auch wenn man sich dort offiziell von Extremismus distanziert.

    Erneuter Bauernprotest? Konvoi soll durch Augsburg führen

    Auch vor diesem Hintergrund richten sich nun viele Blicke auf den 28. Dezember. Das Bürgerforum Schwaben ruft zum vorerst wohl letzten Mal zu einem Demo-Zug auf. Ab 17 Uhr soll an jenem Samstag ein Konvoi mit Traktoren und Lastwagen vom Plärrergelände aus durch das Stadtgebiet führen – ähnlich wie im vergangenen Winter, als sich zwischenzeitlich Bauern- und Ex-Corona-Protest vermengten. An einem Demo-Zug Ende Dezember 2023, zu dem das Bürgerforum aufgerufen hatte, nahmen weit mehr als 1000 Menschen teil, über 400 Großfahrzeuge legten den Stadtverkehr teils lahm. Der Bayerische Bauernverband warf dem Bürgerforum Schwaben damals indirekt Trittbrettfahrerei vor.

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