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Randaliert die Jugend am Inninger Dorfplatz?

Inningen

Wer randaliert am Inninger Dorfplatz?

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    Die Fenster des Pavillons auf dem Inninger Dorfplatz wurden zerstört - die Stadt hat sie mittlerweile ersetzt. Erich Jaut und Peter Oßwald von der Arge Inningen vermuten Jugendliche hinter den Sachbeschädigungen.
    Die Fenster des Pavillons auf dem Inninger Dorfplatz wurden zerstört - die Stadt hat sie mittlerweile ersetzt. Erich Jaut und Peter Oßwald von der Arge Inningen vermuten Jugendliche hinter den Sachbeschädigungen. Foto: Anna Kondratenko

    Vandalismus oder Jugendsünde - über Sachbeschädigungen und Schmierereien am Inninger Dorfplatz gehen die Meinungen auseinander. Während die Arge Inningen glaubt, das Problem behoben zu haben, schreibt ein Leser über weiterhin anhaltenden Ärger mit geworfenen Hundekotbeuteln und Schmierereien. Und die Arge will zumindest künftig keinen eigenen Weihnachtsbaum mehr am Dorfplatz aufstellen, nachdem im vergangenen Jahr die Lichterketten heruntergerissen wurden.

    Es ging los mit dem Weihnachtsbaum, sagt der zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Inningen (Arge), Erich Jaut. Eines Tages war die Lichterkette zerstört - heruntergerissen von unbekannten Tätern. Es folgten weitere Taten. Der öffentliche Bücherschrank wurde mit Graffiti beschmiert, auch angrenzende Mauern bekamen Schmierereien ab. Vorläufiger Höhepunkt waren die fünf Sicherheitsglasscheiben des Musikpavillons am Dorfplatz, die mit roher Gewalt zertrümmert wurden. Es sind nicht die ersten Fälle von Vandalismus in Inningen. So wurde der Dorfplatz schon 2022 massiv durch Graffiti verunstaltet.

    Die Schäden sind beseitigt und die Schmierereien wieder entfernt. „Die Arge ist sehr daran interessiert, dass so etwas nicht überhandnimmt und hat sich darum gekümmert, dass alles wieder gut aussieht“, so Jaut. Zum Teil mit Mitteln der Arge, zum Teil von der Stadt wurde der Dorfplatz wieder aufgehübscht, die Scheiben ersetzt. Seit einigen Wochen ist nichts mehr passiert - doch ganz traut man der Ruhe nicht, sagt Jaut. Für den Weihnachtsbaum werde man zumindest künftig eine andere Lösung suchen.

    Die Arge hat den Platz jetzt im Blick

    Bei der Arge glaubt man, die Täter gefunden zu haben. „Wir wissen schon, was das für eine Truppe ist“, sagt Arge-Vorsitzender Peter Oßwald. Er hat eine Gruppe Jugendlicher im Alter zwischen 14 und 17 Jahren im Verdacht, die sich regelmäßig auf dem Dorfplatz aufhielten. „Eines unserer Mitglieder ist Polizist und hat den Jugendlichen gesagt, dass wir sie im Blick haben - seitdem ist nichts mehr passiert“, so Oßwald. Außerdem wohne ein weiteres Arge-Mitglied in dem Neubau in direkter Nachbarschaft und habe den Platz ebenfalls im Auge. Oßwald geht davon aus, dass das Problem damit gelöst ist.

    Ermittlungen ergaben, dass die Beschädigung des Bücherschranks vermutlich im Zusammenhang mit einer Feier im Pfarrheim stand, zu der sich auch ungeladene Jugendliche gesellt hatten, heißt es aus dem Ordnungsreferat. Die Jugendarbeit stellte fest, dass sich zuvor regelmäßig Jugendliche im Alter von etwa 16 Jahren abends auf dem Dorfplatz aufgehalten hatten. Das sei grundsätzlich erlaubt und ausdrücklich erwünscht, so Ordnungsreferent Frank Pintsch – öffentliche Plätze stünden auch jungen Menschen offen. Einig sei man sich aber darin, dass Sachbeschädigungen nicht hinnehmbar sind. Diese Haltung habe auch die Streetwork deutlich vermittelt.

    Im April hatte sich die Arge an Ordnungsreferent Frank Pintsch gewandt. Die Stadt habe sofort Maßnahmen ergriffen, um die Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst in Inningen zu verstärken und so das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen, sagt der Ordnungsreferent.

    Ordnungsreferent: Die verstärkte Präsenz zeigt Wirkung

    Die verstärkte Präsenz zeige Wirkung: „Bei den Kontrollen und nach Auskunft der Sicherheitsbehörden wurden seither keine weiteren Vorfälle am Dorfplatz festgestellt“ so Pintsch. „Ich war selbst mehrfach zu unterschiedlichen Tageszeiten, auch abends und an Wochenenden, vor Ort – der Platz macht einen sehr gepflegten Eindruck“, berichtet der Ordnungsreferent. Das Baureferat habe den Pavillon wieder instand gesetzt. Parallel dazu haben die Sozialverwaltung und die Streetworker gezielt Einfluss auf das Verhalten Jugendlicher genommen – mit sichtbarem Erfolg, wie Pintsch betont. Ein „massives Vandalismus-Problem“ könne nach übereinstimmender Auffassung und mehrmonatiger Beobachtung nicht bestätigt werden. „Es war richtig, frühzeitig Kontakt zur Stadt Augsburg aufzunehmen, weil so rechtzeitig und abgestimmt mit Ordnungsverwaltung, Polizei und Jugendarbeit und unter Einbindung Inninger Institutionen wie der Arge und dem Jugendrat auf die Entwicklung reagiert werden konnte“, so Pintsch.

    Von der Polizei heißt es, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sei ein großes Anliegen. Auch wenn nur wenige Ausnahmefälle am Inninger Dorfplatz bekannt seien, war und ist die Polizei auch in diesem Bereich sichtbar präsent. Beispielsweise durch Fußstreifen der Polizei und auch durch Bestreifung der Bayerischen Sicherheitswacht. Zudem war die Polizei Ende September zusammen mit dem Stadtjugendring und dem Ordnungsdienst der Stadt Augsburg am Dorfplatz vor Ort, um mit den Anwohnerinnen und Anwohnern persönlich ins Gespräch zu kommen.

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