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Rassismusvorwürfe gegen Clown: Circus Barelli tritt ab Samstag in Göggingen auf

Augsburg

Circus Barelli in Augsburg: Clown steht wegen NS-Anspielungen in der Kritik

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    Der Circus Barelli wird aktuell auf dem Gögginger Festplatz aufgebaut. Am Samstag ist die erste Vorstellung.
    Der Circus Barelli wird aktuell auf dem Gögginger Festplatz aufgebaut. Am Samstag ist die erste Vorstellung. Foto: Klaus Rainer Krieger

    In der Regel geht es vor Auftritten von Clowns wenig um Fragen der Politik. Der Harlekin karikiert das Allzumenschliche, Faxen und Schabernack stehen im Vordergrund. Beim Circus Barelli, der ab Samstag für gut zwei Wochen auf dem Gögginger Festplatz seine Zelte aufschlägt, war das zuletzt anders. Bei mehreren Veranstaltungen soll ein Clown rassistische und sexistische Anspielungen gemacht haben. Ein Video zeigt einen der Vorfälle. Die Polizei bestätigt gegenüber unserer Redaktion, dass deshalb Strafanzeige gegen den Clown erstattet wurde. Die Zirkusleitung spricht von Verleumdung. Dennoch soll der Clown in Augsburg nicht auftreten.

    Der Vorwurf kam Mitte Mai auf. Wie die Mainpost berichtete, soll der Clown bei einer Veranstaltung in Würzburg zunächst das Publikum mit dem bekannten „Hip-Hip-Hurra“-Ruf zum Mitmachen animiert haben. In weiterer Folge rief er „Sieg“ in den Raum und erwartete wohl ein „Heil“ als Reaktion. Ein mitgeschnittenes Video zeigt den Vorfall. Aus dem Publikum kam nicht das besagte Wort, sondern dröhnendes Schweigen. Offenbar lehnte sich der Clown an einen Karnevalsauftritt des Komikers Johnny Burchardt aus dem Jahr 1973 an. Damals wurden derartige „Witze“ noch gelassener gesehen. Laut Mainpost blieb es aber nicht bei dem verunglückten Scherz. Im Lauf des Auftritts sollen auch noch die Sätze „Ich spreche zum deutschen Volk“ und „Arbeit macht frei“ – die Inschrift prangte als Verhöhnung der Gefangenen über den Eingängen mehrerer Konzentrationslager – gefallen sein. Auch sexistische Äußerungen soll der Clown getätigt haben.

    Beim Polizeipräsidium Unterfranken ging eine Strafanzeige gegen den Clown ein

    Offenbar reichte es einem der Zuschauer. Das Polizeipräsidium Unterfranken erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, dass Strafanzeige gegen einen Zirkus-Mitarbeiter wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erstattet worden sei. Bei dem „Mitarbeiter“ dürfte es sich um den besagten Clown handeln. „Darüber hinaus sind der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt ergänzende Mitteilungen über das Online-Meldeformular zugegangen“, heißt es weiter. Die Ermittlungen seien nicht abgeschlossen. Das Verfahren befinde sich zur Prüfung bei der Staatsanwaltschaft Würzburg.

    Circus Barelli wurden in Mannheim 20.000 Euro aus einem Wohnwagen gestohlen

    Für Harry Spindler, Seniorchef des Zirkus und Vater des Clowns, sind die Vorwürfe haltlos. Spindler sagt unserer Redaktion, die Attacken seien frei erfunden von „Barelli-Kaputtmachern“ und bezichtigt Tierschutzorganisationen, die angeblich dahintersteckten. Das Video, das unserer Redaktion vorliegt, sei „gefaked“. Von einer Strafanzeige gegen seinen Sohn wisse er nichts, sagt Spindler. „Wir haben wochenlang in Mannheim gespielt, da hat sich niemand beschwert.“ Unter den Google-Rezensionen finden sich aber bereits vor dem Auftritt in Würzburg etliche Kommentare, die von „schlechten und rassistischen Witzen“ oder „NS-Parolen, Sexismus und Rassismus gehören hier zum Programm“ schreiben. Spindler beteuert nun, es würde keine Hitlergrüße in Augsburg geben. Der Clown trete nicht auf – wegen eines Bandscheibenvorfalls. Wie die Stadt Augsburg die Vorwürfe bewertet, ist unklar. Eine Anfrage unserer Redaktion blieb unbeantwortet.

    Bis zuletzt war unklar, ob der Zirkus überhaupt in Augsburg auftreten wird. Dies hatte aber nichts mit dem Clown zu tun. Während einer Vorstellung in Mannheim wurden dem Zirkus vergangene Woche 20.000 Euro gestohlen. Für den Zirkus ein schwerer Schlag, sagt Spindler. Nun kommt Barelli aber doch – und bleibt bis 13. Juli.

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