ÖDP, Volt und „Wir sind Augsburg“ (WSA) haben dem SPD-OB-Kandidaten Florian Freund am Mittwoch den Rücken gestärkt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz hoben die drei Spitzenkandidaten Christian Pettinger (ÖDP), Thorsten Frank (Volt) und Helmut Wiedemann (WSA) die Schnittmengen zwischen den Parteien hervor. Freund sei der einzige der OB-Kandidaten, „der das Amt im Kreuz hat“, sagte Pettinger. Die Parteien haben teils unterschiedliche Prioritäten, gerade im Bereich der Mobilität. Zuletzt waren zudem konservative Töne von Freund in den Bereichen Sicherheit und Ordnung zu vernehmen. Daraufhin übten die Grünen scharfe Kritik am SPD-Kurs.
Wie berichtet verzichten ÖDP, Volt und WSA auf einen eigenen OB-Kandidaten, weil die Wahrscheinlichkeit, den Posten zu erringen, zu gering ist. Stattdessen treten sie mit einer eigenen Stadtratsliste an und unterstützen den SPD-Kandidaten Freund. Für ÖDP-Stadtrat Pettinger sei der Fokus auf die Mobilität entscheidend gewesen. Er setze sich wie Freund für eine Rückkehr zum Fünf-Minuten-Takt und mehr Verlässlichkeit im ÖPNV ein. „Sonst werden wir die Mobilitätswende nicht schaffen“, erklärte Pettinger.
Augsburger ÖDP, Volt und WSA legen im Bereich Mobilität verschiedene Schwerpunkte
Für Volt-Spitzenkandidat Frank steht neben einer strategischen Stadtentwicklung, für die Volt stehe, ebenfalls ein besserer ÖPNV im Vordergrund. Wiedemann betonte in seinem Statement hingegen, dass das WSA nicht für ein Aussperren von Autos aus der Stadt stehe. Verkehrspolitik, die zu Lasten einer Gruppe passiere, mache keinen Sinn. Darin sei man sich auch mit den anderen Parteien einig. Für das Bündnis WSA ist eine Senkung der Grundsteuer zentral. „Ich nehme dich da beim Wort“, richtete er sich an Freund.
Freund erklärte, die Zusammenarbeit mit ÖDP, Volt und WSA zeige, dass man pragmatisch zu Gemeinsamkeiten finden könne. Als Oberbürgermeister möchte er zu einem „Miteinander-Stadtrat“ beitragen, er wolle die „Bräsigkeit“ der sechs Jahre Schwarz-Grün beenden.
Augsburger Kommunalwahl 2026: SPD rückt Themen „Sicherheit und Ordnung“ nach vorne
Vergangene Woche brachte Freund zudem die Themen Sicherheit und Ordnung aufs Tapet. Dazu gehörten für ihn neben dem harten Vorgehen gegen illegales Müllabladen oder infrastrukturellen Maßnahmen an Schulen auch eine hellere Straßenbeleuchtung und mehr Präsenz von Ordnungskräften. Bürgerinnen und Bürger würden ihn auf diese Themen ansprechen, darauf brauche es eine Antwort der demokratischen Parteien, so Freund.
Die Grünen warfen ihm deshalb und wegen seiner Kooperation mit dem WSA „politische Nähe zu rechten Strömungen“ vor. Freund sagte nun, es sei spannend, welche Reflexe die Begriffe „Sicherheit und Ordnung“ bei den Grünen hervorriefen. „Die Panik muss groß sein“, so Freund. Parteichef Dirk Wurm kanzelte die Anwürfe als „billige Polemiken“ ab. Von ÖDP und Volt kam Unterstützung für Freund, auch wenn Volt-Spitzenkandidat Frank beim Thema Sicherheit in der zweitsichersten Großstadt Deutschlands „keinen Mords-Nachholbedarf“ sieht.
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