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Jahresschlussfeier: Der Klub der Weltmeister

Jahresschlussfeier

Der Klub der Weltmeister

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    Das ist wohl einmalig in Deutschland: drei der erfolgreichsten Motorradfahrer mit insgesamt acht Weltmeistertiteln in Augsburg an einem Tisch. Dieter Braun, Toni Mang und Stefan Bradl (siehe auch Infokasten) sitzen sich gegenüber und nutzen den Abend zum Fachsimpeln. Der Motorsport-Club Augsburg hatte zu seiner Jahresschlussfeier in die Fischerstuben eingeladen und viele aktive und ehemalige Fahrer kamen.

    Der sportliche Leiter Horst Molle ist hörbar stolz auf die Piloten: „Mit insgesamt 14 Weltmeistertiteln zählen wir bestimmt zu den erfolgreichsten Motorsportklubs in Deutschland.“ Während die Titel des 68-jährigen Dieter Braun sowie von Toni Mang (62) bereits einige Jahre zurückliegen, ist Stefan Bradl, der 2011 in der Moto2 den Titel gewann, der jüngste Titelträger und erhält den größten Pokal des Abends. Die Weltmeisterschaft hat dem Zahlinger so nebenbei überlegen die Straßen-Klubmeisterschaft vor Marcel Schrötter (fuhr in der WM-Wertung der 125 ccm auf Rang 15) beschert. Auch die Enduro-Fahrer sowie verdiente Mitglieder werden geehrt.

    „Zum MCA zu kommen ist für mich eine Herzensangelegenheit, schließlich hat der Klub schon meinen Vater und mich immer unterstützt“, sagt Stefan Bradl, der mit seiner Freundin Jana den Abend genießt und immer wieder Autogramme schreiben muss. Der künftige MotoGP-Pilot ist gerade von seinem Skiurlaub in den Dolomiten zurückgekehrt. „Es hat Spaß gemacht, schließlich war es der einzige Urlaub für mich.“ Da der 22-Jährige das ganze Jahr über rund um den Globus fliegt, genießt er die freien Tage im heimischen Zahling. Als nächste Fernreise steht im Terminplan: Ab 31. Januar sind Testfahrten in Malaysia geplant. „Da bin ich gespannt darauf, weil ich zum ersten Mal auf der 1000-Kubikzentimeter-Maschine sitzen werde.“ Zur Erklärung: Die Motorrad-Königsklasse MotoGP ändert ab diesem Jahr ihr Reglement und die Motoren werden künftig 1000 statt bisher 800 ccm aufweisen.

    Dieter Braun wird seinen Klubkollegen wie schon 2011 genau verfolgen. „Natürlich habe ich die Rennen gesehen und dem Stefan die Daumen gedrückt“, sagt der 68-Jährige, der in Wiesloch zu Hause ist. Das Geld, das die Fahrer beschaffen müssen, seien der größte Unterschied zwischen seiner und der jetzigen Zeit. Seine erste Rennmaschine, eine Yamaha, habe 6300 Mark gekostet inklusive Ersatzteilkit, mit dem man über die ganze Saison gekommen sei. „Heute muss ein 14-Jähriger schon 50000 Euro mitbringen, wenn er eine Saison lang fahren will.“

    Einen anderen Unterschied zu seiner aktiven Zeit nennt Toni Mang: „Das Drumherum mit den Medien und Sponsoren ist heute viel größer. Ich denke aber, das Fahren genießt der Stefan genauso wie ich damals.“ Wieso entschied sich Mang, der aus Inning kommt, für einen Verein aus Augsburg? „Sie haben immer schon Rennen ausgerichtet und haben erfahrene Leute. In der Region gibt es keinen besseren Klub wie den MCA.“ Worte, die bei Vorstand Michael Ott-Eulberg und dem sportlichen Leiter Horst Molle wie Musik in ihren Ohren klingen dürften.

    Aber der MCA will sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern betreibt Basisarbeit und plant das nächste Ereignis: Anfang Februar steigt eine Drei-Tage-Fahrt auf dem Enduropark an der Derchinger Straße. „Im Sommer gibt’s das öfter in Deutschland. Aber im Winter wird es eine Premiere. Das wird was für die ganz Harten“, erklärt Michael Ott-Eulberg.

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