Die Europameisterschaft im Kanu-Wildwasserrennsport fand dieses Jahr in Serbien nahe der Stadt Kraljewo statt. Als das deutsche Team bei herrlichstem Wetter anreiste, plätscherte der Fluss Ibar noch gemächlich durch sein Bett. Doch nach drei Tagen Regen und ständig steigendem Pegel hatte er sich in einen reißenden Wildfluss verwandelt.
Im Classic-Rennen, das über acht Kilometer ging und etwa 17 Minuten lang war, bewiesen die deutschen Damen gleich ihre Stärke: Sabine Eichenberger aus der Schweiz war nicht zu schlagen. Doch dahinter wurde es spannend: Manuela Stöberl lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihren Teamkameradinnen Sabine Füßer und Alke Overbeck. Abwechselnd legten die drei starken deutschen Frauen Abschnitts-Bestzeiten hin. Am Ende erkämpfte sich Stöberl die Bronzemedaille, hinter der Siegburgerin Sabine Füßer und vor Alke Overbeck aus Braunschweig.
Doch zum Feiern blieb keine Zeit, denn bereits am nächsten Tag fand das Teamrennen statt, bei dem drei Sportler zusammen die Strecke bewältigen müssen. Das deutsche Damenteam ging als Favorit als Letztes an den Start. Auf dem ersten Kilometer gingen sie lieber auf Nummer sicher: durch die schwierigste Passage der Rennstrecke gleich nach dem Start fuhren sie etwas zurückhaltend und „auf Linie“, und handelten sich so einen Rückstand von zwei Sekunden ein. Doch da sie sich ihrer Ausdauerstärke bewusst waren, war das kein Problem: Von Zwischenzeit zu Zwischenzeit machten sie Sekunden gut und gewannen das Rennen am Ende souverän mit 13 Sekunden Vorsprung vor Frankreich und der Schweiz. Damit haben Manuela Stöberl, Alke Overbeck und Sabine Füßer ihren Europameistertitel erfolgreich verteidigt, den sie 2009 in derselben Besetzung gewonnen hatten.
Training am Ruhetag
Nach einem Ruhetag, der zum Training genutzt wurde, ging es dann in die Sprintwettkämpfe. Im Sprint werden zwei Läufe gefahren und die Zeiten addiert. Die circa 70 Sekunden kurze Sprintstrecke führte durch die schwierigste Passage des Ibar und endete in einem Schwall, der den Athleten nicht nur Kraft und Können, sondern auch ein Quäntchen Glück abverlangte. Dieses allerdings fehlte der 30-jährigen gebürtigen Donauwörtherin an diesem Tag. Nach einem verpatzten ersten Lauf konnte sich Stöberl nach einem guten zweiten Lauf immer hin noch auf Rang 14 verbessern. Doch die deutschen Trainer schenkten ihr dennoch das Vertrauen und nominierten sie für das Sprint-Team.
So gingen hier die frisch gebackenen Europameisterinnen erneut gemeinsam an den Start. Nach dem ersten Lauf lagen sie nur auf Rang vier, doch die Rückstände waren hauchdünn: Nur wenige Zehntel trennten sie von den Medaillen. Im zweiten Lauf gelang ihnen noch einmal ein blitzsauberes Rennen. Mit Laufbestzeit setzten sie sich an die Spitze des Klassements. Doch die Französinnen standen noch am Start. Die konnten dank des guten Ergebnisses aus dem ersten Lauf ihre Spitzenposition verteidigen und siegten schließlich vor Deutchland und der Schweiz. Das deutsche Team jedoch jubelte über die Silbermedaille, und Manuela Stöberl kehrt so mit einem kompletten Medaillensatz nach Hause zurück.
Bereits in dieser Woche finden die Deutschen Kanu-Wildwasser-Meisterschaften statt und in knapp vier Wochen, am Pfingstwochenende steht für Manuela Stöberl noch einmal ein echter Höhepunkt an: die Wildwasser-Sprint-Weltmeisterschaft in Augsburg. „Das Wichtigste ist es jetzt, sich nach der anstrengenden Reise und den vielen harten Wettkampftagen gut zu erholen, und für Augsburg dann wieder topfit zu sein“, so lautet ihre Marschrichtung.
Fanbus im Einsatz
Am Samstag, 11. Juni, fährt der KC Donauwörth mit einem „Manuela Stöberl-Fan-Bus“ zur WM nach Augsburg. Die Busfahrt ist für alle Teilnehmer kostenlos. Die Eintrittskarten sind für KCD-Mitglieder ebenfalls kostenlos. Für Nicht-Mitglieder kostet die Karte 8 Euro und ermäßigte Karten (für Schüler unter 16 Jahren) 4 Euro. Anmeldungen sind bis 29. Mai bei Felicitas Belz möglich, E-Mail an f.mercedes@web.de oder Handy 0178/82 16 03. (wö, hhe)
Weitere Infos im Internet unter www.kanuclub-donauwoerth.de --> aktuell.