Für Augsburg wäre es ein ganz neues Experiment: Die Hallstraße wird zum großen attraktiven Pausenhof für Schüler. Gleichzeitig dürfen weiter Autos über den verkehrsberuhigten Platz fahren. Diese Lösung wird nun für die Neugestaltung der Hallstraße favorisiert. Eine Jury entschied gestern Abend über die Vorschläge im Realisierungswettbewerb für den Straßenumbau.
Der erste Preis ging an das Planungsteam um Bü Prechter (Frickenhausen), der einstimmig zur Realisierung empfohlen wurde. Den zweiten Preis erhielt das Team Michael Gebhard/Ingrid Burgstaller (München).
Der Siegerentwurf sieht vor, dass die heutige Durchgangsstraße mit 12 500 Autos täglich zu einem verkehrsberuhigten öffentlichen Bereich gestaltet wird, in dem sich unterschiedliche Nutzungen überlagern dürfen. Dafür wird die Hallstraße in drei Teile gegliedert. Die beiden Enden der Straße werden mit Baumreihen bepflanzt. In der Mitte soll ein großer attraktiver Platz vor dem Holbein-Gymnasium entstehen. Mit einbezogen wird der Hof des Lokals Enchilada. Die Lehrerparkplätze vor der Schule werden seitlich hinters Gymnasium verlegt.
Der Jury unter Vorsitz von Landschaftsarchitektin Ingrid Schlegk gefiel vor allem die Gestaltung des Platzes. „Sie passt gut zur historischen Bebauung“, sagt sie. Aber auch die flexible Nutzbarkeit des gesamten Straßenraumes überzeugte die Preisrichter. So soll der Platz zum einen die Funktion eines großen Pausenhofes übernehmen. Andererseits soll die Hallstraße nicht komplett für den Verkehr gesperrt werden, wie es die dortigen Schulen gefordert hatten. Vielmehr sollen Autofahrer mit der gebotenen Vorsicht über den Platz fahren können. Nach heutigen Prognosen werden es nach dem Umbau des Königsplatzes noch 2000 Autos am Tag sein.
Baureferent Gerd Merkle wirbt dafür, dieser Lösung eine Chance in Augsburg zu geben. In Städten wie Trier werde sie erfolgreich praktiziert. Denkbar ist nach Auffassung der Jury auch, die Straße während der Pausen zeitweise für den Verkehr zu sperren. Die Preisrichter wünschen sich außerdem weitere Planungen für die Ausstattung und Möblierung des neuen Platzes.
Und wie geht es weiter? Merkle will den Siegerentwurf kommenden Dienstag im Bauausschuss vorstellen. Wenn der Stadtrat dieser Lösung zustimmt, seien Vorplanungen und Fördergespräche für den Umbau 2012 möglich. Falls auch noch die nötigen Haushaltsmittel bereit gestellt werden, könnte der Umbau 2013 laufen. Die Kosten werden auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag geschätzt.