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Tierschicksale beim Augsburger Tierschutzverein

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Schicksale im Augsburger Tierheim: „Erschreckend, wie schäbig manche Menschen mit Tieren umgehen“

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    Die Hunde-Seniorin Mausi wurde an einem Rastplatz ausgesetzt, sie hat große gesundheitliche Probleme.
    Die Hunde-Seniorin Mausi wurde an einem Rastplatz ausgesetzt, sie hat große gesundheitliche Probleme. Foto: Tierschutzverein Augsburg

    Der Tierschutzverein Augsburg ist der größte „Kümmerer“ für heimatlose Tiere im Raum Augsburg. Auch im vergangenen Jahr verzeichnete der Verein zahlreiche Neuzugänge in seinen Einrichtungen. Die Verantwortlichen zeigen sich besorgt: Die Zahl der ausgesetzten Tiere hätte im Jahr 2025 zugenommen. Insgesamt nahm der Verein 1.513 Tiere auf, darunter 422 Wildtiere. Manche dieser Schicksale bleiben den Tierschützern besonders in Erinnerung – etwa der Fall von Hund Jacky, der ein Happy End hatte.

    Mitte Dezember vergangenen Jahres wurde der Hund Jacky im Tierheim abgegeben. Der Besitzer hatte einen Schlaganfall erlitten und war nicht mehr in der Lage, sich angemessen zu kümmern. Glücklicherweise war Jackys Aufenthalt im Tierheim nicht allzu lang: Noch vor Weihnachten nahm die Seniorin Lotte Kratzer ihn bei sich auf, sodass Jacky die Feiertage bereits in seinem neuen Zuhause verbringen konnte. Kratzer meldete sich anschließend in einem Brief beim Tierschutzverein. „Inzwischen sind wir beide eng befreundet. So schön hatte ich es schon seit Jahren nicht mehr gehabt“, schreibt sie.

    Über 500 Tiere hat das Augsburger Tierheim in 2025 an neue Besitzer vermittelt

    Im vergangenen Jahr konnten insgesamt 539 Tiere erfolgreich vermittelt werden. „Auch die Vermittlung von Heimtieren an ältere Leute geht sehr wohl“, betont Heinz Paula, der Vorsitzende des Vereins.

    Jacky und seine neue Besitzerin Lotte Kratzer sind glücklich miteinander.
    Jacky und seine neue Besitzerin Lotte Kratzer sind glücklich miteinander. Foto: Tierschutzverein Augsburg

    Weniger glücklich verlief das Schicksal der Hunde-Seniorin Mausi. In den ersten Dezembertagen wurde sie an eine Laterne gebunden und zurückgelassen. Ein Lkw-Fahrer entdeckte die Hündin an einem Rastplatz zwischen Augsburg und Gessertshausen im Gebüsch und brachte sie ins Tierheim. Bereits bei der Eingangsuntersuchung zeigte sich, dass Mausi in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand war. „Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters war die Hündin taub, nahezu blind und zeigte Anzeichen von Demenz sowie Herzauffälligkeiten“, erklärt die Tierärztin Tonia Olson. Ob die ehemaligen Besitzer Mausi wegen ihrer Erkrankungen ausgesetzt haben, ist unklar. Verantwortliche konnten bislang nicht ermittelt werden.

    Mit Nachdruck weist der Verein erneut darauf hin, dass Tiere nicht verschenkt werden sollten. Auch im vergangenen Jahr kam es wiederholt zu Abgaben, die auf solche unüberlegten Geschenke zurückzuführen waren. So wurde in der zweiten Dezemberwoche die einjährige Malteser-Hündin Lila abgegeben. Eine Mutter hatte die Hündin ihrer siebenjährigen Tochter geschenkt. Als alleinerziehende Mutter konnte sie den zusätzlichen Anforderungen jedoch nicht gerecht werden. Lila sei zeitweise zehn bis elf Stunden täglich alleine gewesen, sodass schließlich die Entscheidung zur Abgabe fiel.

    In schlechtem Zustand wurde die Malteser-Hündin Lila abgegeben.
    In schlechtem Zustand wurde die Malteser-Hündin Lila abgegeben. Foto: Tierschutzverein Augsburg

    Bei der Erstuntersuchung fiel der schlechte Zustand der Hündin sofort auf. „Ihr Fell war stark verfilzt und verschmutzt, auch die Zähne wiesen deutliche Probleme auf“, berichtet Olson. Später zeigten sich zudem starke Verhaltensauffälligkeiten. „Manchmal lief sie einfach ständig im Kreis“, erzählt das Personal.

    Kaninchenbabys wurden ohne Rücksprache mit den Eltern an Kinder verschenkt

    Auch Ende Juli wurden drei Kaninchenbabys an Kinder verschenkt, ohne Rücksprache mit den Eltern. Die Jungtiere waren deutlich zu früh von der Mutter getrennt worden und mussten noch mit Milch versorgt werden, so Tierpflegerin Natalie Gauggel. Einige Tage später sei auch das Muttertier im Tierheim abgegeben worden, wo es weitere vier Jungtiere zur Welt brachte. Alle Kaninchen konnten inzwischen vermittelt werden. „Wir beobachten zunehmend den Trend, dass immer öfter Tiere an Kinder verschenkt werden, um diese zu beschäftigen“, erzählt Tierärztin Tonia Olson. Auch dies führe oft dazu, dass die Tiere später im Tierheim landen.

    Diese Kaninchen wurden ungewünscht verschenkt – und landeten so im Tierheim.
    Diese Kaninchen wurden ungewünscht verschenkt – und landeten so im Tierheim. Foto: Tierschutzverein Augsburg

    Immer wieder werden auch Haushalte mit nicht tierschutzgerechter Haltung aufgelöst. So auch im Fall des Golden Retrievers Eddi. Mitte November veranlasste ein Veterinäramt in Niedersachsen die Auflösung eines Haushalts, in dem rund 70 Hunde gehalten wurden. Die Tiere waren vernachlässigt und in einem schlechten Allgemeinzustand, so Gauggel. Die Hunde wurden auf verschiedene Tierheime verteilt, die Retriever Olli und Eddi kamen nach Augsburg. Das Verfahren gegen die ehemaligen Besitzer laufe noch.

    „Es ist erschreckend, wie schäbig manche Menschen mit Tieren umgehen“, sagt Vereinsvorsitzender Heinz Paula. Um seine Neuzugänge künftig besser versorgen zu können, plant der Tierschutzverein Augsburg zudem den Neubau des Hundehauses beim Tierheim Lech-Arche an der Stadtgrenze zu Friedberg. Rund 3,5 Millionen Euro sollen dafür aufgewendet werden, erzählt der Vorsitzende. Geplant seien insgesamt 22 moderne „Hundeapartements“, ausgestattet nach neuesten Standards.

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