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UNESCO-Welterbe Augsburg: Warum ist das Wassermanagement-System so besonders?

Augsburg, meine Stadt

Wie bedeutend ist das Welterbe in Augsburg, Barbara Bühler-Karpati?

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    Leitet das Welterbe-Büro in Augsburg: Barbara Bühler-Karpati.
    Leitet das Welterbe-Büro in Augsburg: Barbara Bühler-Karpati. Foto: Felix Gnoyke

    Für viele Augsburgerinnen und Augsburger gehören sie einfach zum Stadtbild: die Lechkanäle in der Altstadt, der Eiskanal oder das Wasserwerk am Hochablass. Doch hinter diesen Orten steckt eine weltgeschichtliche Bedeutung. Seit 2019 trägt das historische Wassermanagement-System der Stadt den prestigeträchtigen Titel als Unesco-Welterbe.

    Dass dieser Titel mehr bedeutet, als nur schöne alte Bauten zu verwalten, erklärt Barbara Bühler-Karpati in der neuen Folge des Podcasts „Augsburg, meine Stadt“. Die studierte Architektin und gebürtige Münchnerin leitet seit gut einem Jahr das städtische Welterbe-Büro. Für sie ist das Augsburger System kein reines Museumsstück: „Das ist kein Erbe aus der Vergangenheit, sondern das ist ein Erbe, das wir nach wie vor leben und weitertragen“, sagt sie im Gespräch.

    Augsburger Brunnenmeister trennen früh Trink- und Brauchwasser

    Die offizielle Geschichte des Welterbes beginnt im Jahr 1276. Damals wurden die Stadtkanäle erstmals urkundlich erwähnt. Eine entscheidende Leistung der Augsburger Brunnenmeister war die frühe und konsequente Trennung von Trink- und Brauchwasser. Am Galgenablass im Stadtwald lässt sich heute noch beobachten, wie sauberes Quellwasser physisch von Flusswasser getrennt wurde. „Das hat für sehr gute hygienische Zustände gesorgt“, betont Bühler-Karpati.

    Die Links zu Spotify, Apple Podcasts und Co. finden Sie am Ende des Artikels.

    Später kamen unter anderem die Wasserkraftwerke hinzu, von denen viele noch heute in Betrieb sind und emissionsfreien Strom für die Stadt produzieren. Das neueste Bauwerk im Welterbe-Ensemble: der Eiskanal. Die weltweit erste künstliche Kanuslalom-Strecke wurde für die Olympischen Spiele 1972 gebaut und ist heute noch in Betrieb.

    Augsburg kämpft für mehr Sichtbarkeit des Welterbes

    Die größte Herausforderung für das Welterbe-Büro liegt in der Sichtbarkeit. Im Gegensatz zu geschlossenen Weltkulturerbe-Stätten wie den Altstädten in Bamberg oder Regensburg verteilen sich die 22 Augsburger Objekte über das gesamte Stadtgebiet und teilweise darüber hinaus. Viele Kraftwerke sind zudem in Betrieb und können nicht einfach täglich besichtigt werden.

    Um das Welterbe dennoch für alle erfahrbar zu machen, arbeitet Bühler-Karpati mit ihrem Team an einem digitalen Projekt im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA). „Das soll am Ende so sein, dass man eine App hat, der man sagt: Ich bin jetzt mit meiner Familie zwei Stunden im Stadtwald unterwegs, bitte spuck mir ein familiengeeignetes Programm aus, bei dem wir das Welterbe erleben können“, verrät die Leiterin. Orte, die nicht betreten werden können, sollen durch 3D-Scans virtuell begehbar gemacht werden.

    Barbara Bühler-Karpati: Das ist am Welterbetag am 7. Juni in Augsburg geplant

    Dass sie für ihren Job die Landeshauptstadt München gegen Augsburg eingetauscht hat, bereut Bühler-Karpati nicht. Gemeinsam mit ihrer Familie erkundet sie die Stadt am liebsten mit dem Lastenrad, besonders der Stadtwald hat es ihr angetan. Wenn sie an Augsburg überhaupt etwas kritisiert, dann die Bescheidenheit der Einheimischen: „Die Augsburger nehmen gar nicht mehr wahr, dass es hier so toll ist. Das wird so selbstverständlich hingenommen, ist es aber nicht.“ Ein Grund mehr, das historische Erbe der Stadt künftig bekannter zu machen.

    Wie Barbara Bühler-Karpati das Welterbe-Büro durch sein erstes Jahr nach einer längeren Vakanz geführt hat, warum sie Malta als entscheidende Karrierestation sieht und worauf sich die Augsburgerinnen und Augsburger beim großen Welterbetag am 7. Juni freuen dürfen, hören Sie in der kompletten Podcast-Folge.

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