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Warum TG Viktoria Augsburg nicht in der Kreisliga antritt

Fußball

TG Viktoria Augsburg meldet seine Fußballer ab

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    Egbert Weber lenkte jahrelang die Geschicke bei den Fußballern der TG Viktoria Augsburg. Jetzt musste er das Team aus der Kreisliga abmelden.
    Egbert Weber lenkte jahrelang die Geschicke bei den Fußballern der TG Viktoria Augsburg. Jetzt musste er das Team aus der Kreisliga abmelden. Foto: Fred Schöllhorn

    Seit 55 Jahren ist Egbert Weber bei der TG Viktoria Augsburg in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen involviert, zuletzt wirkte er als Fußball-Abteilungsleiter. Dass ihm dieser Schritt nicht leicht gefallen ist, merkt man ihm im Gespräch an. „Natürlich“, sagt Weber danach gefragt. Letztlich hatte er jedoch keine andere Wahl.

    Die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit war nicht mehr aufzuhalten. „Wir haben uns vom einen zum anderen Jahr geschleppt“, erzählt er. Eigentlich hätten die Viktoria-Kicker am Wochenende in die Saison der Kreisliga Augsburg starten sollen. Eigentlich. Denn kurzfristig musste Weber die Mannschaft aus dem Spielbetrieb abmelden. Grund dafür: zu wenige Spieler.

    Die Fußball-Abteilung der TG Viktoria hatte seit Jahren zu kämpfen. Im Gesamtverein ist sie eine kleine Sparte, Leichtathleten oder Triathleten sind die bestimmenden Sportarten und Aushängeschilder. Hätte sich Weber nicht derart leidenschaftlich engagiert, das Aus der Kicker wäre wohl schon viel früher besiegelt gewesen. Einen Abstieg aus der Bezirksliga hatte er in der jüngeren Vergangenheit noch managen können. Letztlich war es jedoch eine Frage von Zeit, wann ihm die Spieler ausgehen würden.

    Ohne eigene Jugendabteilung und ohne eigenes Stadtviertel, in dem man Nachwuchs generieren kann, lebte die TG Viktoria von einem harten Kern, der irgendwann zu alt werden würde. In diesem Sommer war das Unausweichliche eingetreten. Spieler jenseits der 30 setzten andere Prioritäten, gründeten Familien, oder kamen schlicht an körperliche Grenzen. „Viele haben gesagt: Jetzt ist Schluss“, erklärt Weber und fügt hinzu: „Dafür habe ich absolutes Verständnis.“

    Meist sind Reserve-Mannschaften betroffen

    Als das Rückgrat der Mannschaft wegbrach, entschlossen sich übrig gebliebene Spieler zu einem Vereinswechsel. Weber hatte in den vergangenen Wochen versucht, seine Kontakte spielen zu lassen und wollte mit einem Kreisklassisten eine Spielgemeinschaft gründen. Kassierte allerdings eine Absage. „Also blieb mir jetzt nichts anderes mehr übrig“, betont der Funktionär.

    Für Günther Behr bedeutete dieser Schritt, dass er unmittelbar vor dem Start der Kreisliga-Runde Anpassungen vornehmen musste. Der Spielleiter des Kreises Augsburg setzte die TG Viktoria ans Tabellenende. Somit wird in der Liga mit 15 Teams nur noch ein direkter Absteiger ermittelt, zwei Vereine bestreiten die Relegation gegen den Abstieg. Behr wusste seit Langem, mit welchen Schwierigkeiten Weber zu kämpfen hatte. Dass es einen Kreisligisten trifft, sei allerdings eher selten. Verstärkt seien Reservemannschaften in unteren Klassen anfällig für einen Rückzug. Vor ein paar Jahren meldete sich der TSV Schwabmünchen II kurz nach Saisonstart ab. Einerseits sei es „unglücklich“, dass sich die TG Viktoria so kurzfristig abmelde, meint Behr. „Andererseits ist es einfach zu handhaben, weil es noch vor Saisonbeginn ist.“ Abwechselnd wird eine Mannschaft in der Kreisliga Augsburg jetzt ein spielfreies Wochenende haben.

    In der Relegation hatte die TG Viktoria sportlich den Abstieg noch verhindert. Gegen den Kreisklassisten SV Echsheim-Reicherstein setzte sich Augsburg souverän mit 3:0 durch. Trotz der schon damals absehbar schwierigen Situation waren sich vor dem Relegationsspiel Weber, seine Trainer und seine Spieler einig, dass sie so die Saison nicht beenden wollten. Stattdessen: ein versöhnlicher Abschluss. Dass das jetzige Aus in Echsheim wenig Verständnis hervorrufen wird, dessen ist sich Weber bewusst. Er argumentiert aber dagegen: „Sportlich hat Echsheim den Aufstieg nicht geschafft. Entsprechend haben sie nicht bewiesen, dass sie in die Kreisliga gehören.“

    Vor etlichen Jahren hatte die TG Viktoria schon einmal ihre Fußballmannschaft abgemeldet. Nach einem erfolgreichen Neustart mit einer jungen Mannschaft arbeitete sich das Team von der A-Klasse bis in die Bezirksliga hoch. An eine ähnliche Wiederkehr glaubt Weber diesmal indes nicht. Die Tendenz der vergangenen Jahre, mit fehlenden Ehrenamtlichen und Nachwuchssorgen in den Vereinen, würden eher dafür sorgen, dass immer mehr Mannschaften das Aus drohe, meint er.

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