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ADAC schlägt Alarm: Was viele Autofahrer während der Fahrt überfordert

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ADAC schlägt Alarm: Was viele Autofahrer während der Fahrt überfordert

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    In vielen neuen Automodellen lassen sich wichtige Fahrzeugeinstellungen nur noch digital über Touchscreens vornehmen.
    In vielen neuen Automodellen lassen sich wichtige Fahrzeugeinstellungen nur noch digital über Touchscreens vornehmen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

    Beim Autofahren ist eigentlich absolute Konzentration gefragt – schließlich können schon kurze Momente der Unaufmerksamkeit lebensgefährliche Folgen haben. Doch so einfach ist es oft gar nicht, sich während der Fahrt ausschließlich auf das Verkehrsgeschehen zu fokussieren. Schließlich können nicht nur Gespräche mit dem Beifahrer, der Blick aufs Handy oder das Hantieren mit Essen und Getränken am Steuer schnell für Ablenkung sorgen. Die Gefahr ist bei vielen neuen Automodellen sogar schon ab Werk verbaut: in Form von übergroßen Displays, Touchscreens statt haptischer Knöpfe und komplexen Einstellungsmenüs. Der ADAC warnt nun vor den erheblichen Sicherheitsrisiken, die solche digitalen Bedienelemente mit sich bringen.

    ADAC warnt: Zunehmende Ablenkungsgefahr im Auto durch digitale Bedienelemente

    Im Innenraum vieler moderner Automodelle bietet sich ein ähnliches Bild: „Echte“ Knöpfe, Hebel und Regler scheinen ausgedient zu haben. Stattdessen dominieren Bildschirme und Touchscreens, auf denen man durch umfangreiche digitale Menüs navigieren muss, um etwa die Scheibenwischer zu betätigen, die Radio-Lautstärke zu verändern oder die Lüftung zu regulieren. Nach Angaben des ADAC bewerben Autohersteller den Einbau digitaler Bedienelemente als intuitive, benutzerfreundliche Lösung. Dabei ist das Gegenteil der Fall, wie der Automobilklub feststellt.

    In verschiedenen Tests kam der ADAC zu dem Ergebnis, dass sich Autofahrer den Displays oft gefährlich lange zuwenden müssen, um die gesuchten Funktionen zu finden und zu aktivieren. Währenddessen wird ihre Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen abgelenkt. Für schlechte Bedienbarkeit sorgen dabei nicht nur die schiere Menge an Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten, sondern auch die Anordnung in verschachtelten Menüs, verzögerte Reaktionen auf Eingaben sowie plötzliche Änderungen durch Software-Updates. In einer Umfrage des TÜV Thüringen gaben 53 Prozent der befragten Autobesitzer an, dass sie sich durch die Nutzung digitaler Funktionen während der Fahrt abgelenkt fühlen.

    Diese Einschätzung teilt auch Dieter Nazareth, Leiter des Studiengangs Automobilinformatik an der Universität Landshut. „Bei einem Touchscreen können sich Nutzer nicht haptisch dem gewünschten Schaltelement mit ihrem Finger nähern, sondern diesen nur direkt aus der Luft versuchen zu treffen. Eine blinde Bedienung ist damit ausgeschlossen“, erklärt der Experte der Deutschen Nachrichten-Agentur (dpa). Der Verzicht auf haptische Tasten schade laut Nazareth grundsätzlich der Bedienungsqualität.

    In den vergangenen Jahren hat sich der Trend hin zu umständlich handhabbaren digitalen Bedienelementen in der Autoindustrie weiter verstärkt, wie die Ergebnisse des jährlichen ADAC-Autotests im Zeitverlauf zeigen: Während die Bedienbarkeit der getesteten Modelle 2019 noch mit einer Durchschnittsnote von 2,3 bewertet wurde, sank die durchschnittliche Bewertung im Jahr 2025 auf 2,7, wobei mehrere Fahrzeuge lediglich die Note 4,0 erreichten.

    Tipps für Autofahrer: Wie sollte man mit Touchscreens und Co. im Auto umgehen?

    Die Verkehrssicherheitsexperten des ADAC sprechen sich klar gegen den übermäßigen Einbau digitaler Bediensysteme in Fahrzeugen aus. „Die Autohersteller sollten zu physischen Tasten mit echten Druckpunkten zurückkehren, die Lenkräder von Bedienelementen entfrachten und die Sprachsteuerung verbessern“, fordert der Automobilklub auf seiner Website. Zudem appelliert der ADAC an den Gesetzgeber, die Vorschriften für Sicherheitsstandards in der Autoindustrie zu verschärfen und Hersteller zu verpflichten, sicherheitsrelevante Funktionen ausschließlich über haptische Elemente steuerbar zu machen.

    Wer mit der digitalen Technik in modernen Autos zu kämpfen hat und sich durch Touchscreens und Co. während der Fahrt nicht ablenken lassen möchte, sollte nach Empfehlung des ADAC und des TÜV Thüringen auf die folgenden Dinge achten:

    • Funktionen wie die Routennavigation, Veränderung der Autositzposition, Klimaanlage und Heizung, oder Musikauswahl bereits vor der Fahrt einrichten. Unterwegs möglichst auf Umstellungen verzichten.
    • Wenn vorhanden, die Möglichkeit der Sprachsteuerung nutzen, um das System zu bedienen, ohne den Blick von der Straße abwenden zu müssen.
    • Wer einen Beifahrer mit an Bord hat, sollte die Person alle notwendigen Einstellungen während der Fahrt durchführen lassen.
    • Insbesondere bei Funktionen, die eine längere Suche im Menü erfordern, sollten Autofahrer an einer geeigneten Stelle anhalten und sich erst dann dem Bildschirm zuwenden.

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