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Führerschein-Reform muss schneller gehen: Wann sinken Kosten und Wartezeiten?

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Führerschein-Reform muss schneller gehen: Wann sinken Kosten und Wartezeiten?

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    Laut ADAC muss die vom Verkehrsministerium geplante Führerschein-Reform schneller vorangehen.
    Laut ADAC muss die vom Verkehrsministerium geplante Führerschein-Reform schneller vorangehen. Foto: hecke71, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Rund um den Führerschein gab es in den letzten Monaten einige Neuerungen. So hat sich das Europaparlament im Oktober 2025 auf neue Vorgaben für den Führerschein innerhalb der Europäischen Union (EU) geeinigt. Dadurch soll Einheitlichkeit in wichtigen Sicherheitsfragen geschaffen werden. So wurde etwa ein EU-weiter Führerscheinentzug beschlossen: Autofahrerinnen und Autofahrer, die sich im EU-Ausland ein Fahrverbot einhandeln, dürfen auch in ihrem Heimatland nicht mehr fahren. Neue, fälschungssichere EU-Führerscheine sollen nur noch 15 Jahre gültig sein – eine Vorgabe, die in Deutschland bereits gilt. Das führt seit einigen Jahren dazu, dass rund 43 Millionen Führerscheine umgetauscht werden mussten und müssen, wie der ADAC berichtete.

    Neben den EU-weiten Änderungen ist in Deutschland eine weitere Reform geplant, die den Erwerb des Führerscheins betrifft: Das Bundesverkehrsministerium hat ebenfalls im Oktober 2025 Pläne vorgelegt, um die Fahrschule kompakter und den Führerschein günstiger zu machen. Doch wann kann mit einer Umsetzung des Reformpakets gerechnet werden? Dem ADAC geht die geplante Reform jedenfalls nicht schnell genug.

    Geplante Führerschein-Reform: Wann sinken Kosten und Wartezeiten?

    Immer weniger Menschen können es sich leisten, einen Führerschein zu erwerben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Kosten für Fahrschulen und Führerscheinprüfungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Vergleich zu 2020 zahlten Fahrschülerinnen und Fahrschüler im Jahr 2024 rund 38 Prozent mehr. Das Bundesverkehrsministerium (BMV) beziffert den durchschnittlichen Preis für den Pkw-Führerschein der Klasse B derzeit auf etwa 3400 Euro. Nach Berechnungen des ADAC sind jedoch Fahrschulkosten von bis zu 4500 Euro keine Seltenheit.

    Auch bei den Wartezeiten beim Führerscheinerwerb gibt es zunehmend Frust unter Fahrschülerinnen und Fahrschülern: So berichteten etwa MDR und NDR von wochen- bis monatelangen Wartezeiten auf Prüfungstermine in manchen Regionen. Die Verzögerungen hätten verschiedene Gründe, erklärte der TÜV Nord auf Anfrage des NDR, etwa Nachholtermine von durchgefallenen Prüflingen, Personalengpässe durch Urlaube, Krankheitsausfälle oder Streiks. Ein Dekra-Sprecher sagte gegenüber dem MDR, dass es zu wenige Prüferinnen und Prüfer gebe, aber die Eingangsvoraussetzungen für Prüfpersonal hoch seien.

    Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, plant das Bundesverkehrsministerium eine Reform der Fahrschulausbildung. Die Eckpunkte des Reformpakets „Bezahlbarer Führerschein“ umfassen sowohl die theoretische Fahrausbildung als auch den Praxisteil der Fahrschule sowie Maßnahmen zur Preistransparenz und Entbürokratisierung. Die Vorschläge sollen gemeinsam mit den Ländern und der Fahrschulbranche weiterentwickelt werden. Nach Einschätzung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) dürfte es jedoch noch längere Zeit dauern, bis sich die Kosten für den Führerschein spürbar verringern. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete, erklärte der CDU-Politiker im Dezember 2025 gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass angehende Fahrschülerinnen und Fahrschüler nicht mit dem Beginn der Ausbildung warten sollten. Zwar sollen die geplanten Reformen so zügig wie möglich umgesetzt werden, doch selbst bei optimalem Verlauf könnte das entsprechende Gesetz frühestens Anfang 2027 in Kraft treten.

    Und auch nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes sei nach Einschätzung Schnieders nicht mit sofort sinkenden Führerscheinkosten zu rechnen. Der Führerschein werde „nicht unmittelbar billiger“. Ziel der Reformen sei es vor allem, den Fahrschulen mehr Spielraum einzuräumen. Der Verkehrsminister betonte dazu: „Wir geben den Fahrschulen Optionen und Freiheiten – wie sich das konkret auf die Preise auswirkt, wird der Markt regeln.“

    ADAC drängt auf höheres Tempo bei Führerschein-Reform – „jungen Leuten nicht länger zuzumuten“

    Der ADAC drängt hingegen auf eine deutlich schnellere Umsetzung der von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder angekündigten Reform des Führerscheins. ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand erklärte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ): „Eine Verabschiedung im ersten Halbjahr 2026 sollte machbar sein“. Zudem mahnte er an: „Wir brauchen eine möglichst rasche Einigung auf die von Herrn Schnieder gemachten Vorschläge, denn sowohl Kosten als auch Wartezeiten sind den jungen Leuten nicht länger zuzumuten.“

    Trotz der Forderung nach einem schnelleren Vorgehen bei der Führerschein-Reform warnt der ADAC zugleich vor Abschwächungen im Gesetzgebungsprozess. Hillebrand äußerte gegenüber der NOZ die Hoffnung, „dass nicht alles im Rahmen der Lobbyarbeit durch Fahrlehrer und andere wieder abgeknabbert wird“. Die Reform-Vorschläge seien aus Sicht des ADAC „definitiv vertretbar“.

    Hillebrand hält etwa eine Reduzierung des Fragenkatalogs auf 750 Fragen für ausreichend, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Auch die optionale Digitalisierung des Theorieunterrichts unterstützt der ADAC, da Fahrschulen dadurch Kosten sparen und Fahrschülerinnen und Fahrschüler flexibler lernen könnten. Präsenzunterricht bleibe für bestimmte Inhalte sinnvoll, solle aber von den Fahrschulen selbst organisiert werden. Zudem sei eine auf 25 Minuten verkürzte Praxisprüfung „aus ADAC-Sicht ausreichend“. Bereits eine deutliche Kürzung könne mehr Prüfungen ermöglichen und so Wartezeiten und Kosten senken. Ergänzend könnten Simulatoren zu einer schnelleren und günstigeren Ausbildung beitragen.

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