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80 Jahre Augsburger Allgemeine: „Guter Journalismus macht etwas mit Menschen“: Acht Gespräche über acht Jahrzehnte AZ

80 Jahre Augsburger Allgemeine

„Guter Journalismus macht etwas mit Menschen“: Acht Gespräche über acht Jahrzehnte AZ

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    Berichten aus ganz unterschiedlichen Zeiten der Augsburger Allgemeinen: (von links oben nach rechts unten) Philipp Kinne, Angelika Glogger, Charly Rauch und Helen Geyer.
    Berichten aus ganz unterschiedlichen Zeiten der Augsburger Allgemeinen: (von links oben nach rechts unten) Philipp Kinne, Angelika Glogger, Charly Rauch und Helen Geyer. Foto: Andreas Lode/Silvio Wyszengrad/Martina Tichov, Stadt Augsburg

    Hans Krebs, 86, fing 1965 bei der AZ an und leitete von 1975 bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 2003 die Kulturredaktion.

    Wo und wie informieren Sie sich über die Region und das Weltgeschehen?

    HANS KREBS: Ich habe zwei Tageszeitungen abonniert. Auch schaue ich fast täglich fern. Ich rezipiere zwar lieber analog als digital, informiere mich gelegentlich aber auch über das Internet.

    Wie war das eigentlich zu Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn?

    KREBS: Für mich gab es anfangs, in den 1960er Jahren, nichts anderes als das Analoge. Damals hatten wir als Printmedium die Erstinformation. Dann ist das an Hörfunk und Fernsehen übergegangen.

    Welche großen Umbrüche im Zeitungsgeschäft haben Sie erlebt?

    KREBS: Ich habe den Übergang der Gutenberg-Ära des Bleisatzes zur elektronischen Ära des Computersatzes erlebt. Die momentan angebrochene Technik-Revolution im Sinne von künstlicher Intelligenz wird weitere Umbrüche nach sich ziehen. Heutiger Journalismus dürfte dann wohl so historisch erscheinen wie die Hieroglyphen pharaonischer Schreiber jetzt.

    Wie hat sich das auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

    KREBS: Die ganze Atmosphäre änderte sich: kein Hausbote der Agenturberichte persönlich lieferte. Bei Auswärtsterminen gab es nun keine Telefonate mit der Sekretärin, die Berichte aus dem Kopfhörer in die Schreibmaschine tippen musste. Der Laptop vereinfachte zwar viele Aspekte, hinterließ aber für mich auch eine schmerzhafte physische Lücke.

    Sie haben jahrelang die Kulturredaktion der AZ geleitet. Welches Kultur-Ereignis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

    KREBS: Da gibt es so viele Ereignisse. Wenn ich aber bei Augsburg bleibe, hat mich das Konfliktpaar Augsburg und Brecht dauerhaft umgetrieben. So konnte 1976 das damalige KPD-Mitglied Franz Xaver Kroetz nur per Gerichtsbeschluss im Rathaus sein „Von Brecht lernen“ vortragen; und 1995 erhielt er eben dort den erstmals verliehenen Bertolt-Brecht-Preis. Unvergessen das Debakel zur 2000-Jahr-Wende um die „Aphrodite“-Skulptur von Markus Lüpertz – die Platzierung am Ulrichsplatz blieb erfolglos, und die Stadt blamierte sich.

    Charly Rauch war zuletzt Chef vom Dienst.
    Charly Rauch war zuletzt Chef vom Dienst. Foto: Martina Tichov, Stadt Augsburg

    Karl Rauch, 74, arbeitete von 1969 bis 2016 für die AZ. Er fing als Verlagskaufmann an und hörte als Chef vom Dienst in der Redaktion auf.

    Wo und wie informieren Sie sich über die Region und das Weltgeschehen?

    KARL RAUCH: Über Fernsehen und Nachrichtenportale im Internet. Abends lese ich sehr gerne die Zeitung von morgen als E-Paper.

    Wie war das eigentlich zu Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn?

    RAUCH: Damals waren Notizblock und Bleistift die Hauptwerkzeuge, dazu noch Adress- und Telefonbuch sowie eine Schreibmaschine. Aber am wichtigsten waren viele persönliche Gespräche mit Informanten, Akteuren und Lesern. Viele Kontakte zu haben – superwichtig. Und alles konzentrierte sich auf einen Termin: den Redaktionsschluss am Abend.

    Welche großen Umbrüche im Zeitungsgeschäft haben Sie erlebt?

    RAUCH: Wir hatten es mit dem Bildschirmtext probiert, der war aber umständlich und teuer. Der Erfolg kam erst später mit der heutigen Internet-Technik. Die Arbeit am PC war eine große Umstellung. In kleinen Trainingsgruppen haben wir uns erarbeitet, wie man am Bildschirm schreiben und Zeitung gestalten kann. Ich persönlich habe ein Faible für Technik, darum hat mir der Wandel sehr viel Spaß gemacht.

    Wie hat sich das auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

    RAUCH: Viele kamen mit diesem großen Wandel nur schwer zurecht. Es gab zwei Fraktionen – Leute wie mich, die das Desktop-Publishing toll fanden, und die eher konservativen Kollegen. Dies führte zu Spannungen. Auch ist es nicht mehr so, dass sich nur eine Person um alles kümmern musste. Jetzt wird stärker zwischen Reportern und Editoren unterschieden. Dazu kam eine zeitliche Verdichtung – weil statt des fixen Redaktionsschlusses gilt: Wir veröffentlichen just-in-time.

    Was beeindruckt die Besucher bei Ihren Hausführungen eigentlich am stärksten?

    RAUCH: Die historische Zeilensetzmaschine im Foyer des Hauses ist ein Favorit unter den Leuten. Sie wurde 1916 in Betrieb genommen und begeistert mit ihrer Größe und den Bleilettern. Viele interessieren sich auch für die Rotationsmaschine – sie sind erstaunt über ihre Geschwindigkeit. Ich freue mich immer, wenn die Leute Interesse zeigen und Fragen stellen.

    Angelika Glogger hat nie daran gedacht, die Mediengruppe Pressedruck zu verlassen.
    Angelika Glogger hat nie daran gedacht, die Mediengruppe Pressedruck zu verlassen. Foto: Silvio Wyszengrad

    Angelika Glogger, 63, ist seit 47 Jahren in verschiedenen Funktionen bei der AZ tätig, zuletzt als Leiterin des Anzeigen Privatmarktes.

    Wo und wie informieren Sie sich über die Region und das Weltgeschehen?

    ANGELIKA GLOGGER: Um über die Region informiert zu bleiben, lese ich Zeitung – gedruckt und als E-Paper –, Gemeindeblätter oder besuche die Kanäle der sozialen Medien. Wenn es um das allgemeine Weltgeschehen geht, höre ich auch Radio oder schaue Fernsehen.

    Wie war das eigentlich zu Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn?

    GLOGGER: Ich bin 1978 beim Heimatverleger in Landsberg in das Berufsleben eingetreten. Damals war es noch viel komplexer, so einen Artikel anzufertigen. Erst wird der Text mit der Schreibmaschine geschrieben, dann wird er in der Satzabteilung über Bleisatzmaschinen gesetzt. Ich erinnere mich auch an viel Chemie bei der Herstellung der Seiten oder Entwicklung der Bilder. Und die einzigen Kontaktmöglichkeiten waren Besuche, Telefonate oder Briefe.

    Welche großen Umbrüche im Zeitungsgeschäft haben Sie erlebt?

    GLOGGER: Viele der Umbrüche betrafen meine Arbeitsbereiche: Von den Bleisatzsystemen über Fotosatzgeräte bis hin zu der Entwicklung der Fotografie. Die Einführung der PCs war natürlich eine besonders wichtige Reform. Plötzlich konnte man Schriftstücke korrigieren und speichern.

    Wie hat sich das auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

    GLOGGER: Das Berufsbild hat sich immer wieder verändert und somit auch die Aufgaben und die Anforderungen. Ich durfte im Laufe der Jahrzehnte in unterschiedlichen Bereichen die Weiterentwicklung mitgestalten. Es war immer abwechslungsreich. Heute kann alles, was wir für die Ausübung unseres Berufes brauchen, mit einem Laptop und Handy erledigt werden. Was natürlich auch zu einem aufgeräumten Arbeitsplatz führt. Ich sehe den Wandel als etwas sehr Positives

    Welche Anzeige ist Ihnen in den vielen Jahren besonders in Erinnerung geblieben?

    GLOGGER: Die konkrete Anzeige gibt es nicht. Aber sehr liebevoll gestaltete Traueranzeigen berühren einen immer noch. Auch die Schulanfangsanzeigen von leidenschaftlichen Eltern und Großeltern finde ich reizend.

    Manfred Hofmann, 59, arbeitet seit 2005 als Drucker bei der AZ.

    Wo und wie informieren Sie sich über die Region und das Weltgeschehen?

    MANFRED HOFMANN: In der Früh lese ich immer Zeitung – natürlich die Augsburger Allgemeine. Ansonsten hole ich mir weitere Infos vom Radio oder dem Fernseher.

    Wie war das eigentlich zu Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn?

    HOFMANN: Ich habe als Fahrer in der AZ angefangen und fuhr die Anzeigen aus. 1999 bin ich dann als Druckereihelfer in die Druckerei gekommen und habe 2005 eine Umschulung zum Drucker gemacht. Seitdem bin ich als solcher angestellt. Ich habe zwei Druckmaschinen erlebt, und die neue kommt ja bereits nächstes Jahr. Diese wird um einiges kleiner sein – anstelle von vier Türmen wird sie nur noch drei haben.

    Welche großen Umbrüche im Zeitungsgeschäft haben Sie erlebt?

    HOFMANN: Über die Jahre gehen die Umsätze jeder gedruckten Zeitung zurück – das merken wir in der Druckerei besonders. Die Auflage war höher. Durch die aktuelle Maschine ist auch der Beruf des Druckereihelfers weggefallen, und die Umschulung zum Drucker war notwendig.

    Wie hat sich das auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

    HOFMANN: Anfangs hatte ich um die 130 Kollegen, als die Maschinen noch nicht so automatisiert waren. Heutzutage sind wir deutlich weniger. Und klar, dadurch ist an manchen Tagen die Belastung auch einfach höher für uns. Aber ich denke, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis die Maschinen uns komplett ersetzen können.

    Die Druckmaschinen sind ganz schön große Apparate. Was war Ihre Lieblingsmaschine?

    HOFMANN: Ich finde die aktuelle Maschine gut, sie ist mir am sympathischsten. Die vorherige Maschine hatte natürlich auch was. Mal schauen, wie die Arbeit mit der neuen Maschine aussieht – die wird noch viel automatisierter sein.

    Berichtet für die Augsburger Allgemeine aus Paris: Birgit Holzer.
    Berichtet für die Augsburger Allgemeine aus Paris: Birgit Holzer. Foto: Holzer

    Birgit Holzer, 43 Jahre alt, arbeitet seit 2009 als Frankreich-Korrespondentin in Paris.

    Wo und wie informieren Sie sich über die Region und das Weltgeschehen?

    BIRGIT HOLZER: Ich nutze alle verfügbaren Kanäle – Zeitungen, Fernsehen und Radio – aber auch Online-Auftritte und soziale Medien. Für mich als Frankreich-Korrespondentin ist es wichtig, das Geschehen in meinem Berichtsgebiet bestens zu kennen. Aber auch die Debatten in Deutschland und die internationalen Nachrichten verfolge ich, allein um abzuschätzen, welche Themen ich wann anbieten kann.

    Wie war das eigentlich zu Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn?

    HOLZER: Ich habe 2007 und 2008 bei der Mittelbayerischen Zeitung in Regensburg ein Volontariat gemacht, zuvor absolvierte ich mehrere Berufspraktika. Bei diesen hatte ich teilweise nicht einmal einen Computer mit Internetzugang zur Verfügung – dadurch erhielten Printmedien und Nachrichtensendungen mehr Gewicht. Seitdem hat sich das Angebot diversifiziert.

    Welche großen Umbrüche im Zeitungsgeschäft haben Sie erlebt?

    HOLZER: Ich nehme eine starke Beschleunigung infolge der Digitalisierung wahr. Die Redaktionen haben einen früheren Andruck – es ist weniger Zeit für Schreiben und Recherche. Doch dass ständig Nachrichten in Echtzeit hereinkommen, ersetzt nicht die tiefergehende Analyse und Einordnung, im Gegenteil. Das Interesse an Frankreich ist in den 16 Jahren, in denen ich aus Paris berichte, gleich stark geblieben.

    Wie hat sich das auf Ihre Arbeit ausgewirkt?

    HOLZER: Als ich anfing, hatte ich nicht einmal ein Smartphone. Inzwischen bekomme ich Nachrichten und meine beruflichen Mails jederzeit auf das Handy. Ich bin dadurch viel flexibler. Aber der Druck, schnell zu reagieren, steigt – während es schwieriger wird, auch mal abzuschalten.

    Wenn es heute hieße, Sie müssten aus einem anderen Land berichten, welches wäre Ihr Favorit? Und warum?

    HOLZER: Sollte es nochmals in ein anderes Land gehen, dann am liebsten nach Italien, das uns ebenfalls vertraut scheint und doch ganz anders tickt. Nur mein eingerostetes Italienisch – das ich während meines Studiums an der Uni Augsburg gelernt habe – müsste ich dann neu aktivieren.

    Ist seit fast zehn Jahren bei der AZ: Philipp Kinne.
    Ist seit fast zehn Jahren bei der AZ: Philipp Kinne. Foto: Andreas Lode

    Philipp Kinne, 32, volontierte 2016 bei der AZ und der Donauwörther Zeitung. Seit rund sechs Jahren arbeitet er in der Lokalredaktion Augsburg-Land. Dort ist er verantwortlich für das digitale Angebot.

    Wo und wie informieren Sie sich über die Region und das Weltgeschehen?

    PHILIPP KINNE: Um gut informiert zu sein, muss man vor Ort sein und mit den Menschen sprechen. Ich folge auch etlichen Social-Media-Kanälen aus der Region und höre Podcasts. Ansonsten lese ich verschiedene Wochenzeitungen und natürlich unsere eigene – am liebsten als E-Paper.

    Wie stellen Sie sich die Zukunft des Zeitungsgeschäfts vor? Welche Rollen möchten Sie darin spielen?

    KINNE: Solange es Menschen gibt, die eine gedruckte Zeitung lesen möchten – und dafür bezahlen – wird es die Zeitung geben. Wichtiger ist aber, was drin steht. Denn schon jetzt erreichen wir viele Leserinnen und Leser über unser digitales Angebot. Das weiter auszubauen ist eine Herausforderung, aber gleichzeitig eine große Chance. Videos, Podcasts oder interaktive Grafiken lassen sich nämlich nicht drucken.

    Was hat Sie dazu bewegt, bei der AZ einzusteigen?

    KINNE: Ich habe schon als Student viele Abende in Gemeinderatssitzungen verbracht, um darüber zu berichten. Dort habe ich gemerkt, dass es viele Themen gibt, die direkten Einfluss auf das Leben der Menschen in der Region haben. Die zu erzählen, aufzudecken und greifbar zu machen, macht mir bis heute Spaß.

    Was macht für Sie guten Journalismus aus?

    KINNE: Guter Journalismus macht etwas mit den Menschen. Eine gute Geschichte kann bewegen, aber auch ablenken, aufklären oder verärgern. Wichtig ist, dass wir unsere Leserinnen und Leser mit hochwertigen und gut recherchierten Inhalten auf allen Kanälen erreichen, auf denen sie uns erwarten.

    Welche Geschichte aus Ihrer bisherigen Laufbahn hat Sie am meisten geprägt?

    KINNE: Den Artikel gibt es nicht. Geprägt hat mich aber ein lokaler Skandal. In einem Kommentar habe ich zwei Bürgermeister angegriffen, die sich aus meiner Sicht daneben benommen haben. Später stellte mich einer im Gemeinderat öffentlich zur Rede. Als Lokaljournalist spürt man die Konsequenzen der Berichterstattung unmittelbar. Dennoch war der Kommentar richtig und wichtig.

    Ist Redakteurin im Social-Media-Team der AZ: Helen Geyer.
    Ist Redakteurin im Social-Media-Team der AZ: Helen Geyer. Foto: AZ Grafik

    Helen Geyer, 27, volontierte 2023 bei der AZ und arbeitet seit April 2025 als Social-Media-Redakteurin in der Digital-Redaktion.

    Wo und wie informieren Sie sich über die Region und das Weltgeschehen?

    HELEN GEYER: Ich bleibe vor allem über Nachrichtenapps und Podcasts auf dem Laufenden. Aber auch auf Instagram folge ich einigen regionalen und überregionalen Medien. Wenn ich mal etwas mehr Zeit habe, schaue ich mir die „Tagesschau“ oder vereinzelt Talkshows an.

    Wie stellen Sie sich die Zukunft des Zeitungsgeschäfts vor? Welche Rollen möchten Sie darin spielen?

    GEYER: Ich denke, dass wir auch in Zukunft noch die gedruckte Zeitung lesen werden – sie wird nur in unserem Redaktionsalltag eine kleinere Rolle spielen. Stattdessen haben wir auf unserer Website gut aufbereitete Artikel, die nicht nur mit Bildern, sondern auch mit Bewegtbild oder Audio angereichert sind. Vor allem beim Teil Bewegtbild bin ich gerne weiterhin dabei!

    Was hat Sie dazu bewegt, bei der AZ einzusteigen?

    GEYER: Seit ich 2023 mein Volontariat begann, bin ich bei der AZ. Ausschlaggebend bei meiner Entscheidung damals waren die Bekanntheit und das Ansehen der Zeitung sowie die Stadt Augsburg selbst.

    Was macht für Sie guten Journalismus aus?

    GEYER: Guter Journalismus bedeutet für mich, dass ich als Leserin einen Mehrwert aus einem Artikel ziehe oder etwas lerne. Mir gefällt es besonders gut, wenn ein Autor oder eine Autorin mir Inhalte ausführlich einordnet – das heißt, was sind Hintergründe, womit hängt es zusammen oder worauf wird es sich auswirken – oder erklärt, ohne dabei belehrend zu wirken.

    Welches digitale Format begeistert aktuell am meisten – und warum?

    GEYER: Besonders gut laufen Videos über aktuelle Veranstaltungen und zur Gastronomie in Augsburg. Aber auch Stadtentwicklung und Blaulicht sind Themen, die oft und viel geklickt werden. Bei letzterem liegt das vor allem am Algorithmus, der solche Themen auch bevorzugt ausspielt – denn die Leute reagieren mehr auf solche Beiträge.

    Karin Chao, 18, fing im März 2024 ein Praktikum in der Kulturredaktion an und schrieb während der Schulferien Artikel.

    Wo und wie informierst du dich über die Region und das Weltgeschehen?

    KARIN CHAO: Es ist mir wichtig, gut informiert zu sein. Hauptsächlich durch die AZ und die „Tagesschau“. Auch soziale Medien spielen eine Rolle – dort versuche ich aber, Inhalte immer kritisch zu prüfen.

    Wie stellst Du Dir die Zukunft des Zeitungsgeschäfts vor? Welche Rollen möchtest du darin spielen?

    CHAO: Wahrscheinlich wird der Fokus immer mehr auf digitalen Angebote liegen. Das ist keine bedrohliche, sondern eine spannende Entwicklung: Redaktionen und Leser*innen können direkter miteinander in Austausch treten. Entscheidend bleibt aber die Qualität der Nachrichten – gründliche Recherche, Transparenz und Einordnung sind das A und O. Daran würde ich gerne mitwirken und vor allem auch jüngeren Menschen Journalismus näherbringen.

    Was hat dich dazu bewegt, bei der AZ einzusteigen?

    CHAO: Mich hat es begeistert, Teil einer Redaktion zu sein, Einblicke zu gewinnen und eigene Texte zu veröffentlichen. Da ich sehr gern schreibe, war das Praktikum die ideale Gelegenheit, dieses Interesse auszuprobieren. Neben Erfahrungen zu sammeln, habe ich auch viele sympathische Menschen kennengelernt - und gemerkt, wie viel Freude mir das Schreiben und Recherchieren bereitet. Für die AZ würde ich immer wieder gerne Texte schreiben!

    Was macht für dich guten Journalismus aus?

    CHAO: Guter Journalismus sollte Menschen helfen, sich mit Themen vertieft auseinanderzusetzen. Verständlichkeit und die Berücksichtigung verschiedener Perspektiven gehören für mich unbedingt dazu.

    Hat das Praktikum deine Sicht auf den Journalismus verändert? Welche kulturellen Themen bewegen dich und deine Generation gerade besonders?

    CHAO: Das Praktikum hat mir gezeigt, wie viel Arbeit in jedem Artikel steckt: Recherche, Abstimmung in der Redaktion, Überprüfung jeder Kleinigkeit. Es ist eine Aufgabe, die viel Verantwortung mit sich bringt. Kulturell bewegt meine Generation vor allem Mental Health und Diversität, aber auch politische Themen wie die Klimakrise oder der steigende Rechtsextremismus. Diese Fragen betreffen uns alle.

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