Das Redaktionsarchiv der Augsburger Allgemeinen ist so etwas wie das Gedächtnis der Zeitung. Es ist ein Ort voller Geschichte und Geschichten – und beileibe kein verstaubtes Museum. Das wird im Gespräch mit Archivarin Christine Kaiser und ihrem Vorgänger Robert Treffer schnell klar. Treffer ist inzwischen Rentner und kann auf 40 Arbeitsjahre, davon 20 als Leiter des Archivs, zurückblicken. Kaiser übernahm vor fünf Jahren. Sie sagt: „Wir haben beide ein Herz für dieses Archiv.“
Frau Kaiser, was machen Sie als Archivarin eigentlich den ganzen Tag?
CHRISTINE KAISER: Das ist sehr unterschiedlich. Zum Beispiel bekomme ich Anfragen von unseren Redakteuren oder von Lesern. Unser Archiv besteht aus Zeitungen und aus Zeitungsausschnitten – alles über die Zeit, diese 80 Jahre, die die Zeitung jetzt schon besteht.
Das Archiv, in dem wir dieses Gespräch führen, ist in einem kleinen Haus neben dem Verlagsgebäude der Augsburger Allgemeinen untergebracht. Aber zumindest hier im Erdgeschoss sind keine schweren Schränke mit Zeitungsbänden zu sehen.
ROBERT TREFFER: Die ganzen Schränke und Regale sind im Haus verteilt. Hier lagern tatsächlich 80 Jahre Zeitungsgeschichte, die inzwischen so um die 20 Tonnen Papier ausmachen. Auch im ersten Stock über unseren Köpfen.
Nie Angst gehabt, dass Ihnen mal 20 Tonnen Zeitungsgeschichte auf den Kopf fallen?
TREFFER: (lacht) Es ist alles sicher verwahrt.
Wird denn auch im digitalen Zeitalter jedes gedruckte Zeitungsexemplar hier eingelagert?
KAISER: Ja, tatsächlich. Immer ein paar Monate nach Erscheinen werden die Zeitungsexemplare gebunden und jeweils in Monatsbänden abgelegt. Aber seit gut 25 Jahren gibt es auch einen digitalen Zugang und ich arbeite mit beidem – mit Papier und digital.
Und bei Papier ist es natürlich viel schwieriger, etwas zu finden…
KAISER: Ja, aber es macht mehr Spaß. Es beglückt einen, wenn man findet, was man sucht – und man findet nebenbei noch ganz andere Sachen.
TREFFER: Genau. Und obwohl Zeitungspapier wegen seines Holzanteils im Lauf der Zeit vergilbt, muss man sagen, dass Papier immer noch die sicherste Aufbewahrungsart von Daten darstellt. Wir haben gedruckte Zeitungen aus 80 Jahren hier, ob in 80 Jahren aber digitale Speichermedien noch lesbar sind?
Wir können jetzt auf 80 Jahre Geschichte der Augsburger Allgemeinen zurückblicken. Wie war denn die allererste Ausgabe? Wie muss man sich die vorstellen?
TREFFER: Zeitungsgründer Curt Frenzel hat ein Leitwort auf der ersten Seite unter der Überschrift „Was wir wollen“ veröffentlicht und erklärt, was er im Prinzip mit der Zeitung erreichen möchte. Die erste Ausgabe hatte nur vier Seiten, aber das lag daran, dass 1945 das Papier sehr, sehr knapp war.
Gibt es Titelseiten, die Ihnen aus all der Zeit in besonderer Erinnerung geblieben sind, Herr Treffer?
TREFFER: Natürlich! Für die Mondlandung zum Beispiel gab es eine Extra-Ausgabe, die am Vormittag verteilt wurde.
Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben, Frau Kaiser?
KAISER: Ich habe einmal die Zeitungsbände des Jahres 1970 durchgeblättert. Da bin ich zufällig auf ein Bild gestoßen, das meine kleine Heimatstadt in Rumänien – ich komme aus Siebenbürgen – zeigt. Damals gab es dort eine Überschwemmung. Aber ich habe auch andere Entdeckungen gemacht: Ich habe zum Beispiel eine Anzeige gefunden von Hettlage – das war mal ein Kaufhaus in Augsburg –, die von Loriot gezeichnet war. Da sieht man einen nackten Mann auf dem Fahrrad, der flieht, und die Polizei ist hinter ihm her. Und dann steht drunter: „Jetzt mal schnell zu Hettlage.“ Das hat mich sehr begeistert.
TREFFER: Es ist so schön, in den alten Zeitungen zu blättern, man findet immer wieder Dinge, die man gar nicht gesucht hat. Man bleibt an ihnen hängen. Wir haben ja auch Leute, die uns besuchen und irgendetwas recherchieren. Bei denen ist immer wieder festzustellen, dass sie sich regelrecht festbeißen.
Die Ausgaben, die zu Ihren Geburtstagen erschienen sind, haben Sie beide sicher auch studiert.
TREFFER: Bei mir ist es ein bisschen blöd: Ich bin ein Sonntagskind. Und sonntags erschien die Zeitung nicht.
Die Nachfrage von Leserinnen und Lesern nach der jeweiligen Geburtstagsausgabe dürfte groß sein, oder?
KAISER: Ja, tatsächlich. Und wir kommen diesem Anliegen der Leser gerne nach. Robert hat wirklich jede Titelseite eingescannt, das war eine Riesenaufgabe. Wir können also jedem Leser die Titelseite zum eigenen Geburtstag geben. Die in der Hand zu halten und zu lesen, ist für die Leser offensichtlich eine sehr schöne Sache. Inzwischen haben wir das auch ausgeweitet. Wir haben jetzt fünf Seiten, die wir anbieten können. Manchmal sind Leser enttäuscht, dass es nur fünf Seiten sind. Aber es ist einfach viel Arbeit für uns.
Wie viele Jahre Ihres Lebens hat Sie das Digitalisieren der Zeitungsseiten denn gekostet, Herr Treffer?
TREFFER: Ungefähr fünf Jahre. In denen habe ich immer, wenn nichts anderes zu tun war, Zeitungsseiten eingescannt. Aus dem Grund weiß ich auch, wie viele Zeitungen erschienen sind seit 1945: Das waren 20.000. Ich habe also rund 20.000 Seiten eingescannt und zugänglich gemacht.
Anfangs hatte die Augsburger Allgemeine aber noch einen anderen Namen...
TREFFER: Sie hieß Schwäbische Landeszeitung. Erst Ende der 50er Jahre wurde sie in Augsburger Allgemeine umbenannt.
Mit den Anfängen der Zeitung ist ein Begriff eng verbunden: „Lizenz Nr. 7“. Erinnert ein bisschen an James Bond. Was hat es damit auf sich?
KAISER: Die Zahl kennt fast jeder bei uns im Haus, auch weil diese Lizenz im Foyer ausgestellt ist. Es handelt sich um die siebte Lizenz, die die Nachrichtenkontrolle der Militärregierung Ost der Amerikaner vergeben hat. Und zwar an Personen, die die Nazizeit unbescholten überstanden hatten und das Handwerk beherrschten. Bei uns waren es zwei Personen, eben Curt Frenzel und Johann Wilhelm Naumann, die beide diese Lizenz von den Amerikanern erhalten haben, diese Zeitung zu eröffnen. Sie waren zwei unterschiedliche Persönlichkeiten. Frenzel war eher im sozialdemokratischen Bereich angesiedelt. Naumann war konservativ und im katholischen Bereich anzusiedeln.
Wie wurde in den Anfängen eigentlich eine Zeitung gemacht?
TREFFER: Relativ einfach. Es gab natürlich die Journalisten und es gab die Technik mit Bleilettern. Diese „Bleizeit“ dauerte an bis ins Jahr 1981, bis zum Umzug von der Ludwigstraße in Augsburg in die Curt-Frenzel-Straße. Erst danach kam der Offsetdruck und die moderne Zeitung, wie wir sie heute sehen. Vorher war das alles sehr, sehr stark gerastert und von den Bildern her wenig anspruchsvoll.
Gibt es Zeitungsausgaben mit weißen Flecken, also unbedruckten Stellen? Die Gefahr dafür bestand ja durchaus – aus technischen Gründen oder weil der Redaktionsschluss einmal nicht eingehalten werden konnte.
TREFFER: Das gab es in den frühen Zeiten im Prinzip nie. Es war immer so, dass man die Zeitung zumindest so weit fertiggestellt hat, dass keine weißen Flecken in ihr waren. Später, mit dem Offsetdruck, kam es gelegentlich vor, weil vergessen wurde, Bilder einzusetzen.
Das ist heute noch ein Albtraum für Redakteurinnen und Redakteure! Aber wie kam die Augsburger Allgemeine nun zu ihrem Namen?
KAISER: Der Name Schwäbische Landeszeitung war zuerst so gedacht, dass damit das Erscheinungsgebiet in den Vordergrund gestellt wird. Aber wenn man „schwäbisch“ hört, dann kann man, vor allem in Norddeutschland, auch an Baden-Württemberg denken. Frenzel wollte also eine Präzisierung erreichen. Mit dem Namen Augsburger Allgemeine wollte er auch das Städtische ein bisschen mehr betonen. Den Lesern wurde damals erklärt: „Unsere Zeitung soll eine Synthese sein zwischen Großstadtzeitung und Heimatzeitung.“ Interessant ist zudem der Wechsel auf eine moderne Schrifttype.
Die Zeitung hat auch immer wieder ihr Design geändert. Haben Sie einen Favoriten?
TREFFER: Ich glaube, als Archivar verliebt man sich immer irgendwann in eine Zeit, in der man die Zeitung als besonders schön empfindet. Ich fand die 60er-Jahre schön, weil die Bilder auf der Seite eins immer in Schwarz-Weiß waren und einen nicht so „angeschrien“ haben. Natürlich kann man mit Farbe heute sehr viel besser arbeiten. Aber die 60er waren eben wesentlich stiller vom Auftritt her, nicht so aufdringlich, das hat mir gefallen. Die Farbe kam dann in den 80ern in die Zeitung.
Gibt es eigentlich Schrulligkeiten von Redakteurinnen und Redakteuren, die sich in der Zeitung niedergeschlagen haben?
TREFFER: Die Journalisten früher waren ganz andere Typen als heute, der Beruf und die Arbeitsweise haben sich sehr stark verändert. Es war beispielsweise in den 80er-Jahren so, dass am Ende der Arbeitszeit nicht jeder Journalist sofort heimgegangen ist, sondern es wurde noch mal über den ganzen Tag diskutiert. Das konnte dann schon mal bis abends um zehn oder elf Uhr dauern.
Gab es auch witzige Sachen in der Zeitung, Glossen oder irgendwelche Darstellungsformen, an die Sie sich noch gerne erinnern?
TREFFER: Ja, eine Zeit lang hatten wir den Wetterfrosch. Einer der Redakteure hat eines Tages die vier Zeilen Wettervorhersage auf der Seite eins in Gedichtform verfasst. Das war aus einer Laune heraus geboren. Aber es kam so gut an, dass er das dann weitermachen musste. Über Jahre hinweg war dieser Wetterfrosch bei den Lesern irrsinnig beliebt. Irgendwann musste er aber dann mal sterben (lacht).
Und gab es denn auch Modewörter über die Jahrzehnte hinweg, die die jeweilige Zeit geprägt haben? So wie heute das Jugendwort oder Unwort des Jahres?
KAISER: In der Tat! Ein Wort, das vor Jahrzehnten verbreitet war, kannte ich zum Beispiel überhaupt nicht, bevor ich dann Robert gefragt habe: Automarder! Das waren Diebe, die aus den Autos geklaut haben. Und ein anderes Wort, ungefähr aus derselben Zeit, vielleicht ein bisschen früher schon: Gammler. Jugendliche mit langen Haaren also, die auf der Straße geraucht haben, es sich gut gehen ließen und nicht besonders beeindruckt waren vom sozialen Leben. Das war schon eine abfällige Bemerkung, aber heute sind aus vielen von ihnen etablierte Leute geworden.
Hat sich denn auch die Art, wie Journalistinnen und Journalisten ihre Texte geschrieben haben verändert?
KAISER: Jein. Vor allem im Feuilleton hat sich über die Zeit hinweg die Sprache gewandelt.
TREFFER: Oh ja, es gab viel mehr Fremdwörter – und sie wurden auch nicht erklärt, da stand natürlich nicht daneben, was das Wort bedeutet.
KAISER: Andererseits überrascht es einen dann doch oft, wenn man Zeitungsartikel aus den späten 40ern und aus den 50ern liest. Man ist manchmal erstaunt, wie modern sie erscheinen. Ja, manche Texte sind gealtert, andere haben sich zeitlos gehalten.
TREFFER: Auffallend ist, dass die Artikel immer kleiner geworden sind. Ursprünglich gingen die wirklich großen Artikel über eineinhalb, zwei Seiten. So was gibt es heute nicht mehr. Heute ist die kurze Information gefragt.
KAISER: Was sich meiner Meinung nach am wenigsten geändert hat, sind die Sportartikel. Die enthalten immer noch dieselben Redewendungen, dieselben Stichworte.
Sie meinen Formulierungen wie „Das Runde muss ins Eckige?“ oder „Da zappelt der Ball im Netz“?
TREFFER: Genau! Man muss beim Sport natürlich auch noch etwas dazu sagen: Curt Frenzel war Eishockeyfan der ersten Stunde. Nicht umsonst heißt das Augsburger Eisstadion Curt-Frenzel-Stadion. In den 50er und 60er Jahren mussten Redakteure abends mit ihm ins Eisstadion. Ob sie wollten oder nicht (lacht).
Wie lesen Sie eigentlich Zeitung? Mit dem fast wissenschaftlichen Blick eines Archivars? Oder wie ein normaler Leser, der sich auch mal maßlos über das Geschriebene ärgert?
TREFFER: Ich war ja noch angehalten, die ganze Zeitung zu lesen, von der ersten bis zur letzten Zeile. Bis zum Jahr 2000 wurde ja hier die Zeitung lektoriert und die Artikel später auch ausgeschnitten. Deswegen haben wir im Archiv zig Regalmeter mit Leitz-Ordnern, wo die ganzen Artikel abgelegt wurden. Und natürlich habe ich mich auch mal über Kollegen geärgert, wenn irgendwas nicht so war, wie ich meinte, dass es sein sollte (lacht).
Wie oft kommt es vor, dass Leserinnen und Leser sich mit speziellen Anliegen an Sie wenden, Frau Kaiser?
KAISER: Das kommt manchmal gehäuft vor, drei, vier Mal am Tag. Es sind tragische, aber auch sehr erfreuliche Geschichten dabei. Es ist schön, wenn ich helfen kann, die Erinnerung wiederherzustellen. Oder wenn ich dabei behilflich sein kann, etwas abzuschließen. Etwa bei dem Leser, dessen Mutter bei einem Unfall vor 30 Jahren gestorben war und der mich bat, dazu Informationen herauszusuchen. Solche Anfragen gehen mir dann oft ein bisschen nach.
Und was war so eine schöne Geschichte?
TREFFER: Ich erinnere mich an eine sehr, sehr schöne. Mich hat eine Dame aus Württemberg angerufen, die als Baby von ihrer Mutter ausgesetzt worden war. Das habe ich einem unserer Journalisten erzählt. Er hat darüber geschrieben. Schließlich traf die Dame, die damals ausgesetzt wurde, auf die Frau, die das Kind dann in den Lechauen gefunden hat – arrangiert von unserer Redaktion. Das ging sehr stark ans Herz.
Was wollen denn die Redakteurinnen und Redakteure gemeinhin von Ihnen wissen? Gab es da auch mal Anfragen, bei denen Sie mit dem Kopf geschüttelt haben?
TREFFER: Das hat sich mit dem Internet natürlich sehr geändert. Vorher mussten wir kleinere Sachen herausfinden, die heute vom Redakteur selbst gesucht werden. Für uns war der schlimmste Tag immer der, an dem der Nobelpreisträger für Literatur gekürt wurde. Dann musste man Informationen zu irgendeinem Schriftsteller finden, den niemand kannte und der irgendwo in China oder in Südamerika ansässig war. Da ist man schon ein bisschen Amok gelaufen, bis man das Ganze beieinander hatte. Aber in 90 Prozent der Fälle konnten wir Daten zu den jeweiligen Herrschaften liefern.
Frau Kaiser, wie ist das heute?
KAISER: Anfragen, die mich so richtig auf die Suche schicken, kommen heute aus dem lokalen Bereich. Das lokale Wissen ist weiterhin nur bei uns gelagert, darauf haben wir das Monopol. Ich bekomme nicht nur Anfragen von Lesern, sondern auch von Produktionsfirmen, für True-Crime-Podcasts oder -Serien etwa. Sie sind auf der Suche nach Informationen über Cold Cases oder über Verbrechen hier in unserer Region.
Dürfen Sie darüber sprechen oder ist das alles streng geheim?
KAISER: Solange ich den Datenschutz wahre, darf ich schon darüber sprechen. Eine Anfrage kam zum Beispiel zum Fall Ursula Herrmann, diesem Mädchen, das 1981 am Ammersee entführt wurde. Es gab eine Lösegeldforderung, doch das Mädchen war längst schon in einer Kiste erstickt. Die Ermittlungen zogen sich über Jahrzehnte hin, erst 2008 wurde ein Täter verurteilt. Und bis heute gibt es Zweifel an seiner Schuld. Das ist also im Prinzip ein halber Cold Case und als True Crime sehr spannend.
Was ist daraus geworden? Eine Serie? Ein Film?
KAISER: Ich habe mindestens drei Anfragen dazu im Kopf. Ein Podcast auf jeden Fall, ein Film auch.
Wir haben jetzt viel darüber erfahren, wie sich die Arbeit im Archiv innerhalb von 80 Jahren verändert hat. Frau Kaiser, wie wird die Zukunft des Archivs aussehen? Und die Ihres Berufs?
KAISER: Das ist interessant – da kann ich in zwei Richtungen antworten. Das eine ist die Idealvorstellung: Ein digitalisiertes Archiv, für jeden zugänglich, in dem eine KI darüber wacht, dass der Datenschutz gewahrt wird und zum Beispiel datensensible Stellen schwärzt. Dann muss ich nichts mehr suchen. Auf der anderen Seite aber ist das Archiv für mich auch immer die authentische Zeitung. Was ich auf Papier habe, ist echt. Alles andere kann überschrieben werden. Und deshalb wird der Nachweis dieses Echten als Aufgabe eines Archivars aus meiner Sicht sogar noch wichtiger werden. Dieses Zeigen, dass etwas Wahrheit ist und keine Fake News.
Sie meinten vorhin beide, dass es Wörter gibt, die einer Zeit ihren Stempel aufdrücken, sie prägen. An welche Wörter aus der heutigen Zeit wird man sich im Jahr 2050 noch erinnern?
KAISER: (lacht) „Cringe“! Jugendwörter allgemein, würde ich sagen, aber auch Wörter wie „KI“. Wörter, die man heute mit Hashtag nutzt. Vielleicht auch das Wort „Hashtag“. Die werden dann als veraltet gelten und mit der heutigen Zeit in Verbindung gebracht werden.
Vielen Dank! Es war eine tolle Zeitreise mit Ihnen durch 80 Jahre Augsburger Allgemeine. Eine letzte Frage noch an Sie, Herr Treffer: Sie haben Ihr Leben lang beruflich Zeitung gelesen. Reicht’s Ihnen jetzt oder lesen Sie die Zeitung auch heute noch?
TREFFER: Diese eine Stunde jeden Tag, die nehme ich mir. Am Vormittag muss in jedem Fall die komplette Zeitung drin sein. Und ich lese sie genauso aufmerksam, wie ich sie damals hier im Büro gelesen habe.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren