Die Region München boomt. Laut einer Veröffentlichung des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München wird die Anzahl der Kinder in der Landeshauptstadt in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich um knapp ein Fünftel steigen. Damit entwickelt sich München entgegen dem Trend im übrigen Bayern, wo die Bevölkerung tendenziell immer älter wird.
Das liegt vor allem daran, dass München mit seinem großen Angebot an Hochschulen und Universitäten viele Auszubildende und Studenten anzieht. Viele von ihnen starten anschließend dort auch ins Berufsleben. Sie bilden damit die zukünftige Elterngeneration und sorgen so für Zuwachs und dafür, dass die Bevölkerung immer jünger wird. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung werden in München in 20 Jahren etwa 160.000 Menschen mehr leben als bisher. Die Landeshauptstadt wird dann im bayernweiten Vergleich zudem die Stadt mit den jüngsten Einwohnern sein.
Augsburg steht im bayernweiten Vergleich gut da
Anders sieht die Situation in der Region Augsburg aus. Hier wird die Bevölkerung in den kommenden 20 Jahren laut Prognose zwar um rund zwei Prozent schrumpfen. Im Vergleich zu anderen Regionen in Bayern steht sie jedoch gut da.
München und Augsburg haben unterschiedliche Funktionen
Warum sich die Regionen München und Augsburg derart unterschiedlich entwickeln, erklärt Peter Lindner, Leiter Geschäftsfeld Standortpolitik der IHK Schwaben, wie folgt: "München und Augsburg haben unterschiedliche Funktionen. Die Landeshauptstadt ist die Residenzstadt mit einer hohen Dynamik im Dienstleistungssektor. Augsburg dagegen ist das ergänzende Zentrum. Unsere Stärken liegen eher im Bereich Produktion und Industrie."
Wachstum findet in der ganzen Metropolregion statt
Peter Kammerer, stellvertretender Geschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, ist sich jedoch sicher, dass auch Augsburg vom Wachstum Münchens profitieren wird: "Man muss die Metropolregion als Ganzes sehen. Wir sind eine Chancenregion für junge Menschen. Gut ausgebildete Fachkräfte lassen sich hier gerne nieder." Wachstum würde im gesamten südbayerischen Raum stattfinden, so Kammerer weiter.