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Bucheckern in rauen Mengen: Wildschweine können sich mästen - der Bestand explodiert

Bucheckern in rauen Mengen

Wildschweine können sich mästen - der Bestand explodiert

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    Wildschweine - Jäger hoffen auf guten Abschuss
    Wildschweine - Jäger hoffen auf guten Abschuss Foto: sv zi

    Im Auwald des Lechs im Süden von Augsburg sind die Wildschweine heimisch geworden. Für Rainer Schaal, Umweltreferent der Stadt und selbst Jäger, ist es nur eine Frage der Zeit, dass die Schwarzkittel in das Naturschutzgebiet "Stadtwald Augsburg" vorrücken. Eine Rotte hatte sich bereits vor ein paar Monaten in die Innenstadt verirrt.

    Die Wildschweine sind ungebremst auf dem Vormarsch. Das zeigt die sogenannte "Strecke": In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der erlegten Sauen nach Angaben des bayerischen Landwirtschaftsministeriums nahezu verdreifacht. In Bayern wurde im Jagdjahr 2008/09 über 62 000 Schwarzkittel erlegt. Allein in Schwaben waren es 6267. Im Vergleich: 2006/07 waren es 4799 Exemplare. Die Schwarzkittel drohen zur Plage zu werden. Außer den Menschen haben sie keine Feinde. Von einem neuen Phänomen berichtet Jäger Schaal: "Es gibt das ganze Jahr über Frischlinge, was früher nicht der Fall war." Sechs Monate alte Frischlinge bekommen bereits wieder Junge.

    Die Population muss deutlich reduziert werden, sagt Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. 2008 richteten die Wildschweine allein im bayerischen Staatswald einen Schaden von rund 110 000 Euro an, sagt Joachim Keßler, Sprecher des Waldunternehmens. 2006 waren es noch 40 000 Euro. Besonders betroffen ist die Landwirtschaft. In den großen Maisschlägen finden die Sauen paradiesische Nahrungsbedingungen vor und richten dementsprechend große Schäden an.

    So mancher Bauer behilft sich schon mit einem Elektrozaun, der das Feld zum Waldrand hin abschottet. Wenn die Sau einen Schlag kriegt, merkt sie sich das. Die Tiere sind sehr intelligent. Aber das ist eine aufwendige Methode zur Abwehr der Wildschweine, weiß Ulrich Hins vom schwäbischen Bauernverband. Die Sauen pflügen auch Wiesen um auf der Suche nach Egerlingen und Feldmäusen.

    Studie beschäftigt sich mit anderen Jagdtechniken

    Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising hat sich jetzt in einer Studie mit der Wildschwein-Problematik und Lösungsmöglichkeiten beschäftigt. Es müssten andere Jagdtechniken wie die Nutzung von Nachtzielgeräten angedacht werden.

    Gründe für die Zunahme sind die milderen Winter, das hohe, exklusive Nahrungsangebot auf den Äckern und eine höhere Vermehrungsrate. Und in diesem Jahr profitieren die Sauen zusätzlich von einem Naturereignis: Es gab eine besonders reiche Eichel- und Buchenmast. Das heißt, die Wildschweine finden massenweise Eicheln und Bucheckern im Wald. Sie können sich den Bauch so richtig vollschlagen. Und deshalb werden sie die Hochsitze meiden, wo sie mit ausgestreuten Maiskörnern vor die Flinte gelockt werden. Umso wichtiger sind nach Ansicht der Freisinger Wissenschaftler revierübergreifende, großräumige Drückjagden.

    Gesellschaftsjagden sind aber organisatorisch sehr aufwendig und brauchen einen erheblichen zeitlichen Vorlauf. Es gelinge oft auch nicht, die nötige Anzahl erfahrener Jäger und Hundeführer zu finden, heißt es in der Studie. Der Jagdschutz- und Jägerverein Kaufbeuren habe einen neuen Weg beschritten, der Vorbild für andere sein könnte: Dort wurde eine mobile Einsatzgruppe ins Leben gerufen. Wenn eine Rotte auf einem Feld auftaucht, wird Alarm geschlagen. In zwei Stunden stehen dann Jäger mit ausgebildeten Hunden für eine "kleine Drückjagd" bereit.

    Nicht überall sind Drückjagden unproblematisch

    Doch Drückjagden sind nicht überall unproblematisch. So im Naherholungsgebiet rund um Augsburg. Jäger Schaal erinnert sich an einen Vorfall im Wald bei Wellenburg. Das Areal war vorschriftsmäßig abgesperrt. Als er gerade auf eine Sau anlegen wollte, kam eine Frau mit Kinderwagen des Wegs. Dorothea Schuster

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