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CSU-Machtkampf
03.12.2017

Seehofer will Ministerpräsidenten-Amt an Söder abgeben

Gesucht: Horst Seehofers Nachfolger. Beste Chancen dürfte Finanzminister Markus Söder haben.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Archiv)

Der Machtkampf in der CSU ist nach wochenlangem Streit offenbar beendet. Seehofer will laut seinem Umfeld sein Ministerpräsidenten-Amt an Söder abgeben.

Nach Informationen unserer Redaktion will Horst Seehofer zwar Parteivorsitzender bleiben. Er soll aber, wie es am Sonntag aus seinem Umfeld hieß, dazu bereit sein, sein Amt als Ministerpräsident in Bayern abzugeben. Damit wäre der Weg für seinen Dauerrivalen Markus Söder frei. Weil Seehofer obendrein plane, als Minister in eine neue Bundesregierung einzutreten, könnte der Wechsel in Bayern schon in den ersten Monaten des neuen Jahres über die Bühne gehen.

Herrmann gegen Söder?

Der bayerische Finanzminister könnte schon Montagfrüh von der CSU-Landtagsfraktion als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018 vorgeschlagen werden. Ob Söder sich in der Fraktion einer Kampfabstimmung stellen muss, blieb am Sonntag offen. Zunächst hieß es, eine Gegenkandidatur von Innenminister Joachim Herrmann, über die vergangene Woche spekuliert wurde, werde es nicht geben. Aus den Gesprächen in der CSU-Parteizentrale verlautete allerdings am späten Nachmittag, dass Herrmann noch mit sich ringe, ob er gegen Söder ins Rennen geht.

Die Wiederwahl Seehofers als Parteichef ist für den Parteitag Mitte Dezember geplant. Dort soll es - Stand Sonntag - keinen Gegenkandidaten geben, um Seehofer den Rücken für die Verhandlungen über eine Regierungsbildung in Berlin freizuhalten. Führende CSU-Politiker sollen Seehofer dazu gedrängt haben, im Amt zu bleiben. Es wird deshalb erwartet, dass auch der Parteivorstand, der sich am Montagvormittag in München trifft, diesem Kurs zustimmt.

Eine offizielle Bestätigung, dass Seehofer und Söder sich auf diese Lösung verständigt haben, war bis zum Abend nicht zu erhalten. Seehofer deutete allerdings am Nachmittag an, dass er bereits vorletzten Donnerstag bereit gewesen sei, die Macht mit Söder zu teilen. Auf dem Weg in die CSU-Landesleitung sagte Seehofer am Sonntagnachmittag: "Ich hoffe, dass wir heute und morgen abschließen, was ich schon am Donnerstag vor einer Woche abschließen wollte."

Doppelspitze mit wenigen Gemeinsamkeiten: Horst Seehofer und Markus Söder, hier beim Parteitag der CSU 2015.
16 Bilder
Der Mann, der nicht aufhören kann: Horst Seehofer
Foto: Peter Kneffel, dpa

Seehofer sollte Parteichef bleiben, sagt Ilse Aigner

Auch Thomas Kreuzer, Chef der CSU-Fraktion im Landtag, hat den Eindruck, dass Seehofer bereit ist, sich vom Amt des Ministerpräsidenten zurückzuziehen. „Ich gehe davon aus, dass Seehofer nicht mehr als Ministerpräsident antritt“, sagte Kreuzer bei einer Veranstaltung in Kempten.

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Wirtschaftsministerin Ilse Aigner sprach sich noch einmal ausdrücklich dafür aus, dass Seehofer Parteichef bleiben solle. Er sei, solange in Berlin noch nicht alles geklärt ist, „der stabilisierende Faktor an der Spitze der CSU“.

Die Gespräche in der Parteizentrale zogen sich bis in den Abend hin. Führende CSU-Politiker ließen erkennen, dass sie eine Doppelspitze unterstützen würden. CSU-Europagruppenchefin Angelika Niebler sagte: „Ich halte es in jedem Fall für eine gute Idee.“ Auch aus der Runde der Bezirksvorsitzenden hieß es, dass es dagegen keine Einwände gegeben habe. Allerdings sei kein Ministerpräsidentenkandidat namentlich benannt worden. Hier solle die Fraktion einen Vorschlag machen.

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03.12.2017
Bayern tatsächlich am Ende. Einer wie Söder als Ministerpräsident, um Gottes Willen.
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