Bis der Papst über die Besetzung eines Bischofsstuhls entschieden hat, vergeht in der Regel bis zu ein Jahr.
Für das Bistum Augsburg wäre ein Jahr eine lange Zeit - eine Zeit, in der sich die Gräben innerhalb des Kirchenvolkes vermutlich noch vertiefen, weil Gerüchte und Verschwörungstheorien weiter blühen und nur ein neuer Bischof die Macht hat, einen Neuanfang wirklich umzusetzen. Die Lage im Bistum Augsburg wird jedoch in hohen kirchlichen Gremien als derart katastrophal eingeschätzt, dass eine schnellere Besetzung des verwaisten Bischofsstuhls als möglich und wahrscheinlich gilt.
Fest steht bereits jetzt: Egal, wer künftig das Bistum mit seinen 1,4 Millionen Gläubigen leitet - auf ihn kommt eine schwierige Aufgabe zu.
Die Mitglieder des Augsburger Domkapitels, die nicht erst seit Mixas Rücktritt untereinander zerstritten sind, sehen in Weihbischof Anton Losinger und Prälat Bertram Meier potenzielle Bischofskandidaten. Doch bis der Papst entscheidet, bleibt die Frage: Welcher "Wundermann" (Süddeutsche Zeitung) folgt dem "Watschnmann" (Badische Zeitung) Walter Mixa nach? Seit Wochen wird darüber spekuliert. In Kirchenkreisen fallen folgende Namen immer wieder:
Anton Losinger aus Friedberg; Weihbischof in der Diözese Augsburg.
Bertram Meier aus Buchloe; Augsburger Domkapitular.
Karlheinz Diez Weihbischof in der Diözese Fulda.
Reinhard Hauke Weihbischof im Bistum Erfurt.
Karl Hillenbrand Generalvikar im Bistum Würzburg.
Lorenz Wolf Domdekan im Erzbistum München und Freising.
Der oft genannte Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, der Abtprimas der Benediktiner, Notker Wolf, der Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild (Kreis Günzburg), Wilhelm Imkamp, oder der Theologieprofessor Franz Sedlmeier wurden ebenfalls ins Gespräch gebracht. Ihre Chancen scheinen allerdings ebenso wie die von Losinger oder Meier äußerst gering zu sein, meinen Insider. Ob sie recht behalten werden? Von Daniel Wirsching