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In der Region: E10: Der Kampf um die Anbauflächen tobt

In der Region

E10: Der Kampf um die Anbauflächen tobt

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    Maisernte.
    Maisernte.

    Die Diskussion um den Biosprit E10 treibt Bayerns Landwirte um. Nicht, weil sie ihre Traktoren mit dem Kraftstoff betanken. Sondern weil viele von ihnen mit sogenannten Energiepflanzen ihr Geld verdienen. Sie betreiben etwa Biogasanlagen und bauen dafür großflächig Mais an. Mais eignet sich bestens zum Betrieb der Anlagen – und zur Produktion von Bioethanol, das „Super E10“ beigemischt wird. Da die Förderung für Energie aus Biogasanlagen hoch ist, setzen Landwirte verstärkt auf Energiemais – statt auf Mais für Nahrungsmittel.

    Das hat Folgen: In einzelnen Gebieten wie im Kreis Donau-Ries tobt ein Kampf um die Anbauflächen, die Pachtpreise schnellen in die Höhe und besonders Betreiber großer Biogasanlagen müssen Energiepflanzen teuer zukaufen. Ganze Landstriche, befürchten manche, drohen zu „vermaisen“. Die Konkurrenz zwischen „Tank und Teller“ könnte schließlich die Preise für Lebensmittel steigen lassen.

    Die Frage, was auf den Äckern wachsen soll, bewegt die Gemüter. Mehr als 2000 der etwa 6000 Biogasanlagen Deutschlands stehen im Freistaat. Sie versorgen nach Angaben des bayerischen Landwirtschaftsministeriums rechnerisch jeden fünften Haushalt mit Strom. Alleine im Kreis Donau-Ries gibt es 82 Anlagen, im Kreis Unterallgäu sind es 77. Die Landwirte investieren nach wie vor massiv, um sich so ein zweites Standbein zu schaffen. Doch das Geschäft, das sich lange Zeit lohnte, scheint nun gefährdet.

    Die Suche nach anderen Energiepflanzen läuft bereits

    Stefan Finkenzeller aus Unterhaslach im Unterallgäu versorgt mit seinem Bioheizkraftwerk 63 Haushalte. Er will sich nicht beklagen. Bei einer Podiumsdiskussion auf der Landwirtschaftsmesse Regio Agrar Bayern in Augsburg macht er am Freitag dennoch deutlich: „Ich bin auf Zukauffläche angewiesen. Doch wo soll ich die herkriegen?“ Mais sei zudem teuer geworden. Bauernverband und Landwirtschaftsamt wissen um die Probleme. Gerhard Ringler vom Bauernverband setzt daher auf kleine Biogasanlagen und wirbt bei Landwirten für mehr Grünflächen. Manfred Faber vom Landwirtschaftsamt Augsburg meint: „Der Mais ist derzeit der Buhmann der Landwirtschaft.“ Man müsse die Probleme klar benennen, könne sie aber lösen. „Man muss überlegen, ob wir in bestimmten Gegenden den Maisanbau begrenzen“, sagt er. Und man müsse nach Alternativen zum Mais suchen. Geprüft würden bereits 80 verschiedene Arten, darunter Buchweizen.

    Erst Anfang März hatte sich Bayerns Agrarminister Helmut Brunner für eine „ausgewogene Korrektur der Biogasförderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)“ ausgesprochen. Es gehe darum, „Fehlentwicklungen zu stoppen“. Das EEG trat im Jahr 2000 in Kraft. In der letzten Neufassung wurde festgeschrieben, dass der Anteil erneuerbarer Energien wie Biogas an der Stromversorgung bis 2020 mindestens 30 Prozent betragen soll. Nächstes Jahr steht eine Novelle an.

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