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Interview
20.09.2014

Klüpfel und Kobr: "Nach dem zehnten Kluftinger-Krimi könnte Schluss sein"

Ein Duo mit zwei rechten Schreibhänden für Krimis: Michael Kobr (links) und Volker Klüpfel.
Foto: FinePic/Henkensiefken

Volker Klüpfel und Michael Kobr bringen heute ihren achten Kluftinger auf den Markt. Über das Ende der Serie sind sich die beiden Autoren uneins – nicht aber in ihrer Distanz zur „Seegrund“-Verfilmung.

Grimmbart“ ist mittlerweile ihr achter Kluftinger-Krimi. Wie viel gibt der Charakter des behäbigen Allgäuer Kriminalhauptkommissars überhaupt noch her?

Klüpfel: An TV-Serien hat mich früher immer gestört, dass man bei jeder Folge dachte, dass es die vorige gar nicht gegeben hat. So, als wäre sie nie da gewesen. Das ist beim Kluftinger anders. Die Charaktere und Geschichten sind miteinander verwoben, entwickeln sich weiter.

Kobr: Das müssen sie auch, damit es für den Leser interessant bleibt. In diesem Fall kommt es für den Kommissar zu einem Zusammenprall der Kulturen. Sein Sohn Markus heiratet seine japanische Freundin Yumiko und ihre Familie reist dafür ins Allgäu. Da kommt es zu Missverständnissen.

Klüpfel: Das ist lustig, aber dennoch ist „Grimmbart“ unser düsterster Fall.

Was auch sicherlich am Ort liegt, wo der Krimi spielt. Als Vorlage haben Sie dafür das Hohe Schloss in Bad Grönenbach gewählt.

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Kobr: Ja, von außen wirkt es schon sehr düster. Und dann haben wir ihm noch einen Märchenwald angedichtet, in dem der Baron, eine der Hauptfiguren, immer wieder verschwindet.

Wissen Sie schon, wie viele Fälle Kommissar Kluftinger noch lösen wird?

Klüpfel: Bis zu diesem Buch haben wir uns kaum darüber Gedanken gemacht, wie viele Kluftinger-Krimis wir schreiben werden. Wir haben vor über zehn Jahren gemeinsam einen Krimi geschrieben, der so erfolgreich war, dass er fortgesetzt wurde. Doch jetzt sprechen wir immer öfter über das mögliche Ende.

Wann wird das sein?

Kobr: Wir haben eine konkrete Idee für zwei weitere Bücher. Nach dem zehnten Kluftinger-Krimi könnte also Schluss sein. Darüber sind wir aber unterschiedlicher Ansicht, einer ist dafür, einer dagegen. Da müssen wir uns noch einig werden.

Wer ist denn dafür?

Klüpfel & Kobr: Ha, ha.

Wie oft sprechen Sie eigentlich miteinander?

Kobr: Wenn wir nicht auf Tour sind, skypen wir jeden Tag – und das auch mehrmals. Unser erstes Gespräch ist meist morgens um halb zehn. Da unterhalten wir uns dann erst einmal über das Fernsehprogramm vom vergangenen Abend, bevor wir über unsere Projekte reden. Alles läuft professionell, aber auch freundschaftlich ab.

Herr Kobr, Sie sind mit Ihrer Familie im Allgäu geblieben, Ihr Autor-Partner ist mit seiner Familie vor sechs Jahren nach Augsburg gezogen. Hat sich dadurch etwas verändert?

Kobr: Nein. Augsburg ist jetzt auch nicht die Großstadt, wo das vielleicht passieren könnte.

Klüpfel: Die Augsburger werden das vielleicht nicht so gerne lesen, aber sie sind dem Allgäuer charakterlich gar nicht so weit entfernt.

Sie bereiten gerade Ihre neue Tournee vor. Was für Erfahrungen haben Sie mit Ihrer ersten Lit-Comedy-Show sammeln können?

Kobr: Wir haben viel gelernt. Etwa, dass wir nicht so viel herumalbern müssen. Unser Publikum haben wir vor allem durch das Lesen unserer Texte gewonnen. Nach Jahren auf Tour hatten wir gedacht, dass wir ihnen mehr bieten müssen.

Klüpfel: Das wollen wir auch, aber wir werden wieder mehr lesen. Und unsere extra für die Show gedrehten Videos zeigen. Das macht den Zuschauern Spaß und somit auch uns. Und wir werden auch nicht mehr singen. Die letzte Show war wie ein Laboratorium. Wir haben alles einmal ausprobiert. Jetzt lassen wir alles weg, was nicht zu uns passt.

Der Bayerische Rundfunk wird aus Kostengründen seine Heimatkrimis im Fernsehen nicht fortsetzen. Kluftinger soll aber in der ARD weiterleben dürfen.

Klüpfel: Das haben wir auch aus der Zeitung erfahren.

Im vergangenen Jahr mussten Sie für die Verfilmung Ihres dritten Krimis „Seegrund“ sehr viel Kritik von Ihren Fans einstecken. War diese denn berechtigt?

Klüpfel: Wenn es den Leuten nicht gefällt, haben sie das Recht, zu kritisieren. Was aber viele nicht wissen, ist, dass wir bisher gar nicht die Filmrechte hatten.

Kobr: Wir sprechen zwar mit dem Filmteam, aber ob es dann unsere Tipps auch umsetzt, ist nicht gesagt. Die Kritik fällt aber leider immer auf uns zurück.

Wie wird es mit den Verfilmungen weitergehen?

Klüpfel: Das wissen wir nicht. Die Film-Verantwortlichen haben zwei weitere Drehbücher geschrieben. Wann und wie sie umgesetzt werden, ist uns nicht bekannt.

Heute, zum Verkaufsstart Ihres Krimis, geben Sie Autogrammstunden in Augsburg, Ulm, Stuttgart und Kempten. Sie werden wohl mit „Grimmbart“ die Grenze von sechs Millionen verkauften Büchern knacken.

Klüpfel: Ja, und auch wenn sich die Dimensionen inzwischen sehr verändert haben, ist es dasselbe schöne Gefühl wie beim ersten Buch. Auch das Schreiben macht uns immer noch großen Spaß: Beim „Grimmbart“ waren wir so im Schreibfluss, dass der Krimi um 100 Seiten länger geworden ist als die anderen Bücher.

Die gebürtigen Kemptener Michael Kobr (links) und Volker Klüpfel sind die Autoren der Kluftinger-Krimis.
8 Bilder
Die Fälle des Kommissar Kluftingers
Foto: dpa
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