München Ein Ehepaar aus dem Raum Augsburg soll für die verbotene türkische Terrororganisation DHKP-C gearbeitet und Geld gesammelt haben. Ein 51-jähriger Türke und seine 49-jährige Frau müssen sich deshalb ab Montag vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München verantworten. Die Anklage wirft dem Paar vor, Mitglied in einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein.
Die Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front – kurz DHKP-C – soll für mehrere Terroranschläge in der Türkei verantwortlich sein. Ein Selbstmordanschlag auf ein Café in Istanbul, bei dem eine Frau ums Leben kam, soll auf das Konto der linksextremistischen Gruppe gehen. Im September 2001 verübte eine Anhängerin der Organisation ein Selbstmordattentat vor dem deutschen Generalkonsulat in Istanbul. Zwei türkische Polizisten starben.
In Deutschland gab es im November 2006 eine Großrazzia gegen die Organisation, die hierzulande vor allem Gelder sammelt und die Ideologie weiterverbreitet. Dabei geriet auch der 51-jährige Türke aus dem Raum Augsburg ins Visier der Ermittler. Er soll nach deren Erkenntnissen der Kopf der Gruppe in der Region gewesen sein. Die Anklageschrift wirft dem 51-Jährigen unter anderem vor, Spenden gesammelt, Zeitschriften weiterverbreitet und Versammlungen ausgerichtet zu haben. Die Spenden hätten laut Anklage dazu gedient, terroristische Aktionen in der Türkei zu finanzieren.
Seine mitangeklagte Ehefrau soll der 51-Jährige Schritt für Schritt in die Arbeit der Organisation eingeführt haben, heißt es. Auch den minderjährigen Kindern des Paares wurde offenbar die Ideologie nähergebracht. Sie zählten laut Anklage zu den Teilnehmern einer als „Jugendcamp“ bezeichneten Schulungsveranstaltung der DHKP-C im August 2002 im baden-württembergischen Neuhausen.