Michael Adam, junger Landrat von Regen und Nachwuchshoffnung der bayerischen SPD, hatte mit dem Vorwurf Aufsehen Schlagzeilen gemacht, in der Münchner SPD-Zentrale seien "nur Ja-Sager und Speichellecker" erwünscht. Michael Adam hatte unter anderem in einem inzwischen gelöschten Beitrag auf Facebook geschrieben. "Christian Ude tut mir leid! Mit diesem Ballast gewinnt er die Wahl nie."
Michael Adam rudert diplomatisch zurück
Im Bayerischen Rundfunk ruderte Michael Adam inzwischen diplomatisch zurück und legte Florian Pronold lediglich nahe, Kritik zuzulassen: "Man tut gut daran, sich als Partei ein Umfeld zuzulegen an der Spitze, das solche Dinge reflektiert und das einem von Zeit zu Zeit eintrichtert, wo die Themen gesehen werden draußen."
Wutausbruch gegenüber SPD-Spitze
Nach seinem Wutausbruch gegen den SPD-Landesvorsitzenden Florian Pronold will der Regener Landrat Michael Adam ein klärendes Gespräch mit seinem niederbayerischern Parteifreund führen. Er wolle mit Pronold am Samstag reden, sagte Adam im Bayerischen Rundfunk (BR).
Obwohl Adams Facebook-Eintrag inzwischen gelöscht ist, melden sich Unterstützer und Gegner auf Facebook. "An der Situation ist der Landesparteichef selber Schuld. Er hat die bayerische SPD tief gespalten und immer wieder versucht, an zentralen Stellen Einfluss zu nehmen", schrieb der stellvertretende Juso-Landesvorsitzende Thomas Asböck auf Adams-Facebook-Seite.
Konflikt zwischen Michael Adam und Florian Pronold hat Vorgeschichte
Der Konflikt zwischen Michael Adam und Florian Pronold hat eine Vorgeschichte. Im niederbayerischen SPD-Bezirksverband, der beide SPD-Politiker angehören, rumpelt es immer wieder. Anfang 2011 hatte es scharfe Kritik Asböcks und anderer niederbayerischer Jusos an Pronold gegeben - der früher selber einmal niederbayerischer Juso-Chef war. Im Streit zwischen Adam und Pronold spielte unter anderem eine Rolle, dass Adams Juso-Wunschkandidatin bei der Aufstellung der niederbayerischen SPD-Bundestagskandidaten nicht so weit vorn landete wie er wollte. dpa/AZ