In Nürnberg versammelten sich am Ostermontag nach Angaben der Polizei rund 500 Menschen zur Abschlusskundgebung vor der Lorenzkirche. Allein in München hatten sich zur Hauptkundgebung nach Angaben der Veranstalter am Samstag rund 500 Menschen versammelt, in Augsburg und Würzburg waren es rund 100. In Erlangen kamen nach Veranstalterangaben mehr 100 Demonstranten zur Auftaktkundgebung, nach Ansbach rund 250.
Debatte um Grass-Kritik an Israel beschäftigt Ostermarschierer
Die Demonstranten forderten unter anderem den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Zudem stand das Thema Rüstung im Mittelpunkt: Die Menschen verlangten, dass ein Exportverbot für deutsche Waffen im Grundgesetz verankert wird. Außerdem mahnten sie die Einhaltung des Waffenstillstandes in Syrien an.
Auf den Kundgebungen habe es aber auch viel Zustimmung zur Haltung von Günter Grass gegeben, wonach es kein Recht auf präventive Militärangriffe gebe, teilten die Organisatoren mit. Dass Israel gegen Grass ein Einreiseverbot verhängt habe, sei ein "unmögliches Verfahren", sagte der Sprecher der Infostelle Ostermarsch, Willi van Ooyen. Das Netzwerk Friedenskooperative erklärte, in der Intervention von Grass liege die Möglichkeit für einen Ideenwettbewerb um eine friedliche Lösung des Atomkonflikts mit dem Iran.
Bundesweit mehrere zehntausend Teilnehmer
Insgesamt nahmen nach den Angaben der Organisatoren der Ostermärsche an den Ostertagen mehrere zehntausend Teilnehmer teil. Dies war weniger als im Vorjahr. Das Organisationsbüro in Frankfurt führte dies darauf zurück, dass im vergangenen Jahr im Nachgang zur Atomkatastrophe von Fukushima auch die Anti-Atombewegung an den Ostermärschen beteiligt war. Außerdem habe das nasskalte Wetter manche möglichen Teilnehmer abgehalten. Mit den Teilnehmerzahlen seien sie aber dennoch zufrieden, erklärten die Organisatoren. Den stärksten Zulauf am Ostermontag hatte nach Angaben der Veranstalter der Ostermarsch in Frankfurt mit 1500 Teilnehmern.
Die ersten Ostermärsche in der Bundesrepublik fanden 1960 statt. Damals hatten Pazifisten den Atomraketen-Übungsplatz Bergen-Hohne im Kreis Celle als Ziel eines dreitägigen Sternmarsches ausgesucht. Über die Jahrzehnte wurden die Ostermärsche zur festen Institution der Friedensbewegung, die Teilnehmerzahlen schwankten dabei stets. AZ, dpa-lby, afp