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Ostermärsche: Syrien, Waffenexporte und Günter Grass

Ostermärsche

Syrien, Waffenexporte und Günter Grass

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    Demonstranten nehmen am Ostersamstag am Brandenburger Tor in Berlin am Ostermarsch unter dem Motto «Krieg darf kein Mittel der Politik sein» teil. Bundesweit machen Menschen bei Ostermärschen auf die Ziele der Friedensbewegung aufmerksam.
    Demonstranten nehmen am Ostersamstag am Brandenburger Tor in Berlin am Ostermarsch unter dem Motto «Krieg darf kein Mittel der Politik sein» teil. Bundesweit machen Menschen bei Ostermärschen auf die Ziele der Friedensbewegung aufmerksam. Foto: dpa

    In Nürnberg versammelten sich am Ostermontag nach Angaben der Polizei rund 500 Menschen zur Abschlusskundgebung vor der Lorenzkirche. Allein in München hatten sich zur Hauptkundgebung nach Angaben der Veranstalter am Samstag rund 500 Menschen versammelt, in Augsburg und Würzburg waren es rund 100. In Erlangen kamen nach Veranstalterangaben mehr 100 Demonstranten zur Auftaktkundgebung, nach Ansbach rund 250.

    Debatte um Grass-Kritik an Israel beschäftigt Ostermarschierer

    Die Demonstranten forderten unter anderem den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Zudem stand das Thema Rüstung im Mittelpunkt: Die Menschen verlangten, dass ein Exportverbot für deutsche Waffen im Grundgesetz verankert wird. Außerdem mahnten sie die Einhaltung des Waffenstillstandes in Syrien an.

    Auf den Kundgebungen habe es aber auch viel Zustimmung zur Haltung von Günter Grass gegeben, wonach es kein Recht auf präventive Militärangriffe gebe, teilten die Organisatoren mit. Dass Israel gegen Grass ein  Einreiseverbot verhängt habe, sei ein "unmögliches Verfahren",  sagte der Sprecher der Infostelle Ostermarsch, Willi van Ooyen. Das  Netzwerk Friedenskooperative erklärte, in der Intervention von  Grass liege die Möglichkeit für einen Ideenwettbewerb um eine  friedliche Lösung des Atomkonflikts mit dem Iran.

    Bundesweit mehrere zehntausend Teilnehmer

    Insgesamt nahmen nach den Angaben der Organisatoren der Ostermärsche an den Ostertagen mehrere zehntausend Teilnehmer teil. Dies war weniger als im Vorjahr. Das Organisationsbüro in Frankfurt führte dies darauf zurück, dass im vergangenen Jahr im Nachgang zur  Atomkatastrophe von Fukushima auch die Anti-Atombewegung an den  Ostermärschen beteiligt war. Außerdem habe das nasskalte Wetter manche möglichen Teilnehmer abgehalten. Mit den Teilnehmerzahlen  seien sie aber dennoch zufrieden, erklärten die Organisatoren. Den stärksten Zulauf am Ostermontag hatte nach Angaben der  Veranstalter der Ostermarsch in Frankfurt mit 1500 Teilnehmern.

    Die ersten Ostermärsche in der Bundesrepublik fanden 1960 statt.  Damals hatten Pazifisten den Atomraketen-Übungsplatz Bergen-Hohne  im Kreis Celle als Ziel eines dreitägigen Sternmarsches ausgesucht.  Über die Jahrzehnte wurden die Ostermärsche zur festen Institution  der Friedensbewegung, die Teilnehmerzahlen schwankten dabei stets. AZ, dpa-lby, afp

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