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Landkreis Augsburg

30.05.2018

Schilderbrücken an der B 17 laufen schon - nur keiner merkt's

Aktuell ist die Schilderbrücke auf der B17, hier auf Höhe der Messe, noch nicht in Betrieb. Das soll sich im Sommer ändern.
Bild: Marcus Merk

Die neuen Schilderdisplays an der B17 im Augsburger Süden werden schon getestet. Was die Anlagen können und wie es auf der A8 mit der Telematik weitergeht.

Einen Liebesschwur in großen bunten Lettern wie auf Brückengeländern wird sie kaum anzeigen: Für die neue Schilderbrücke der B17 im Augsburger Süden sind ganz andere Hinweise vorgesehen. Die sogenannte Streckenbeeinflussungsanlage kann vor einem Stau oder einem Unfall warnen, und entsprechend das Tempo der Autofahrer drosseln. Oder zum Beispiel ein Verbot anzeigen – so bleibt der Verkehr flüssig, außerdem soll es weniger Unfälle geben.

Verkehrsplaner gehen von einem Rückgang von bis zu einem Drittel aus. Auf der B17 hat das neue Zeitalter mit den intelligenten Verkehrszeichen bereits begonnen. Von Tests bekommen Autofahrer allerdings nichts mit. Zum Start der Sommerferien soll die erste Anlage im Raum Augsburg in Betrieb gehen.

Noch etwas länger wird es wohl dauern, bis es die Telematik an der A8 gibt.

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A8 zwischen Friedberg und Neusäß: Kommt die Telematik-Anlage?

Für „realisierungswürdig“ hält das neue Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in München eine Anlage zwischen den Anschlussstellen Friedberg und Neusäß. Gerade dort ist der Verkehr häufig dichter, bestätigt Josef Sitterer von der Autobahnpolizei Gersthofen. 100.000 Fahrzeuge passieren das Augsburger Dreieck täglich, davon sind 15.000 bis 17.000 Lastwagen. In Spitzenzeiten sind es 110.000 Fahrzeuge täglich. Auf dem neun Kilometer langen Abschnitt gab es im vergangenen Jahr etwa 300 Unfälle. Das ist ein Drittel aller Unfälle auf der gesamten Strecke, um die sich die Autobahnpolizei kümmert – das sind 50 Kilometer zwischen Adelzhausen und Zusmarshausen.

Ob die Telematik kommt, hängt noch vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Digitale Infrastruktur ab – die Berliner Behörde muss dem Vorschlag des Bayerischen Verkehrsministeriums zustimmen.

Die Autobahndirektion Südbayern hatte im Vorfeld ein Ingenieurbüro beauftragt, die gesamte Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Ulm/Elchingen und der Anschlussstelle München-Obermenzing zu bewerten. Dabei geht es um das Nutzen-Kosten-Verhältnis, das sich aus dem Verhältnis der Kosteneinsparung durch vermiedene Unfälle und Staus zu den Herstellungs- und Betriebskosten ergibt. Da die Strecke zwischen München und Ulm sehr lang ist, wurde sie in Abschnitte unterteilt. Wo genau die Schilderbrücken installiert werden, wird die genaue Planung zeigen.

Für den Vorsitzenden der Jungen Union im Landkreis Augsburg, Lorenz Lenzgeiger, gehen sie nicht weit genug. Er sagt: „In Neusäß darf nicht Schluss sein. Wir müssen Sicherheit für den ganzen Landkreis entlang der Autobahn mit der Einrichtung von Telematik schaffen.“ Unterstützung gibt es von den CSU-Ortsverbänden Zusmarshausen, Altenmünster, Welden, Bonstetten und Adelsried. In einer Erklärung der Vertreter heißt es: Eine Verlängerung der Telematik-Anlagen sei auch für den Autobahnabschnitt bis Zusmarshausen sinnvoll und notwendig.

Weil situationsbezogen die Geschwindigkeit begrenzt werden und der Verkehr gezielt gesteuert werden könne, würde der Lärmpegel reduziert und die Sicherheit deutlich erhöht. „Diese positiven Effekte brauchen wir auch für unseren Streckenabschnitt“, sagt Lenzgeiger. „Dass die Verkehrslage es erfordert, steht außer Frage – das kann jede Freiwillige Feuerwehr und jeder einzelne Pendler bestätigen.“

Polizeichef will mehr Anlagen an den Straßen

Auch der Leiter der Autobahnpolizei in Gersthofen befürwortet mehr Anlagen. Schließlich sei Fakt, dass die Geschwindigkeiten durch den Ausbau der Autobahn gestiegen sind. Mit der Telematik lasse sich der Verkehr nicht nur harmonisieren, sondern auch schneller auf Verkehrsentwicklungen hinweisen. Dazu komme: „Die Schilderbrücken werden ganz anders wahrgenommen“, sagt Sitterer. Vielleicht ließe sich damit der ein oder andere schwere Auffahrunfall verhindern. Die Telematik kann übrigens nicht nur auf einen Stau hinweisen, sondern auch zur Rettungsgasse aufrufen.

Die Möglichkeiten werden derzeit auf der B17 getestet: Beim „dunklen Probebetrieb“ werden Verkehrsdaten über Radardetektoren erfasst und ausgewertet – nur bekommt derzeit kein Autofahrer davon etwas mit. Das Hirn der Zwei-Millionen-Anlage – dazu gehören eine Schilderbrücke und mehrere Displays im Augsburger Süden – steht in einem kleinen Betonhäuschen an der B17.

Eingreifen kann auch das Rechenzentrum der Autobahndirektion Süd in Freimann. Das ist der Fall, wenn es zu einem Unfall gekommen ist. Stefan Heiß vom Staatlichen Bauamt in Augsburg ist überzeugt: „Die Anlage kann nicht alle Probleme lösen. Aber sie wird die Situation entscheidend verbessern.“

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