Obwohl der Katastrophenfall im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder aufgehoben ist: Das Wasser hat großen Schaden angerichtet. Hänge rutschten ab, Teile von Straßen brachen weg, Bahngleise wurden verschüttet oder überflutet. Häuser liefen voll Wasser, manche drohten einzustürzen.
Der Schaden soll in die Millionenhöhe gehen, genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Ministerpräsident Markus Söder hat nun angekündigt, 50 Millionen Euro für die Flutopfer zur Verfügung zu stellen. Auf Twitter schrieb er: "Wir lassen niemanden allein."
Versicherungen seien die Grundlage für die Regulierung der Schäden, sagte Söder. Doch auch diejenigen ohne Versicherungsschutz können etwas beruhigt sein: Anspruch auf Hilfen hätten auch Menschen, die ihre Häuser nicht versichert hätten – nämlich dann, wenn die Not besonders groß sei. Ministerpräsident Söder begründete dies mit den Worten: "Meine Grundauffassung ist es als Ministerpräsident: Ein Staat verlangt viel von den Bürgern, aber er muss auch helfen, wenn es existenziell wird."
Für Flutopfer: 5000 Euro Soforthilfe für private Haushalte möglich
Der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann, konkretisierte diese Pläne in einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Sitzung des Ministerrats. Betroffene aus acht Regionen sind berechtigt, Hilfszahlungen in Anspruch zu nehmen. Dies sind die Landkreise Fürth, Kitzingen, Schweinfurt, Hof, Berchtesgadener Land, Ansbach, Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und Erlangen-Höchstadt.
5000 Euro könnten jedem privaten Haushalt an Soforthilfe ausbezahlt werden. Wenn der Schaden versicherbar war, gebe es einen Abschlag von 50 Prozent. Bei einem Ölschaden könne es 10.000 Euro pro Wohngebäude geben, doch auch hier sei bei Versicherbarkeit mit einem Abschlag von 50 Prozent zu rechnen. Geplant seien außerdem Hilfen für Unternehmen, Angehörige freier Berufe sowie der Land- und Forstwirtschaft. Bei drohender Existenzgefährdung gebe es Härtefonds, die je nach Situation bis zu 100 Prozent des Schadens ersetzen können. (mit dpa)