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Kirche

30.01.2020

Warum der neue Augsburger Bischof sofort gefordert ist

Bertram Meier ist neuer Bischof im Bistum Augsburg.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Plus Wie es für Prälat Bertram Meier nach seiner Ernennung zum neuen Augsburger Bischof jetzt weitergeht.

Am Tag nach der Ernennung ist der neue Bischof von Augsburg, Prälat Bertram Meier, schon wieder unterwegs. Noch vormittags brach er am Donnerstag zur ersten dreitägigen Vollversammlung des Synodalen Wegs nach Frankfurt am Main auf. Alle Interview-Wünsche müsse er vorerst zurückstellen, ließ Meier wissen. Und solche gingen bereits zahlreich bei der bischöflichen Pressestelle ein. Glück hatte Radio Vatikan, das mit Meier offenbar schon vor der Bekanntgabe seiner Bischofsernennung darüber mit ihm sprechen konnte.

Offen ist die Frage, ob der neue Bischof Meier überhaupt ins Palais einzieht

An der Frankfurter Synodalversammlung nimmt Meier noch als Diözesan-Administrator teil. Die Funktion hat er, bis er am 21. März mit seiner Bischofsweihe von seinem Bistum offiziell Besitz ergreifen wird. Bis dahin trägt er auch noch nicht die Zeichen der bischöflichen Würde wie Ring und Brustkreuz, Stab und Mitra. Sein Wahlspruch, meist ein biblisches Zitat auf Latein, und sein Bischofswappen, das traditionell auch Bezug auf die Heimatgemeinde, also Kaufering im Landkreis Landsberg, nimmt, lassen ebenfalls noch auf sich warten.

Augsburg hat einen neuen Bischof, der Nachfolger von Konrad Zdarsa steht fest: Bertram Meier. Der 59-Jährige leitete schon das Bistum in der "bischofslosen Zeit".
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Bertram Meier ist zum neuen Bischof von Augsburg ernannt
Bild: Silvio Wyszengrad

Erst vor kurzem hatte Meier das Wappenschild seines Vorgängers Konrad Zdarsa vom Portal des Augsburger Bischofshauses abnehmen lassen. Was bei aufmerksamen Beobachtern sofort die Spekulation auslöste, nun könne es bis zur Ernennung nicht mehr lange dauern. Dies geschah allerdings noch bevor der Nuntius Meier zu dem entscheidenden Gespräch nach Berlin eingeladen hatte. Offen ist auch die Frage, ob der neue Bischof überhaupt ins Palais einzieht. Bertram Meier wohnt direkt gegenüber in einem historischen Prälatenhaus. „Ich muss nur über die Gasse gehen, um an meinen neuen Dienstort zu kommen“, sagt er.

Seit Mittwoch steht fest: Bertram Meier ist der neue Augsburger Bischof.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Die Resonanz auf Meiers Ernennung war riesig. Glückwünsche aus nah und fern gingen ein. So gratulierte Landtagspräsidentin Ilse Aigner namens des politischen Bayerns und wünschte ihm „eine glückliche Hand bei allen anstehenden Entscheidungen“. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm versicherte: „Sie sind ein großer Freund der Ökumene und genießen großes Vertrauen bei Vielen in der evangelischen Kirche“.

Der neue Bischof Bertram Meier unterstützt den Synodalen Weg

Neben den bayerischen Bischöfen sandte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki „herzliche Grüße vom Rhein an den Lech“. Gerade, was den Synodalen Weg der deutschen Katholiken angeht, hat sich Woelki als Antipode zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz und Münchner Kardinal Reinhard Marx positioniert. Bertram Meier unterstützt zwar den Synodalen Weg, damit die katholische Kirche verlorenes Vertrauen wieder zurückgewinnen und sich für die Zukunft rüsten könne, doch teilt er kirchenpolitisch durchaus die Bedenken Woelkis, dass unrealistische Erwartungen an die Synode geknüpft werden. „Es wird darauf ankommen, welche Wortführer in der ersten Synodenversammlung das Heft in die Hand nehmen“, sagte er vergangene Woche. Der Synodale Weg könne weder den Zölibat der Priester abschaffen noch das Weiheamt für Frauen einführen. Meier wird, an der Seite der kritischen bayerischen Bischöfe von Regensburg und Passau, versuchen, stärker den Auftrag der Kirche zur Evangelisierung zu akzentuieren.

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