Er ist eine wichtige Verbindung für Berufspendler: der Allacher Tunnel. Täglich nutzen rund 130.000 Fahrzeuge die Röhre, die eine der wichtigsten Verknüpfungsstellen im süddeutschen Straßennetz darstellt. Zu Stoßzeiten fahren etwa 10.000 Fahrzeuge pro Stunde durch den Tunnel. Schon im Normalbetrieb ist der Allacher Tunnel eine Staufalle. Doch im Zuge der Sanierung, die im Jahr 2028 starten soll, wird ein Verkehrschaos mit massiven Einschränkungen erwartet.
Im Zuge der Sanierung durch die Autobahn GmbH (Autobahn Südbayern) sollen die Tunnelwände instand gesetzt, eine neue Betriebstechnik installiert und die Entwässerungsanlagen im Tunnel erneuert werden. Etwa acht Jahre lang wird das Auswirkungen auf den Verkehr haben.
Starke Belastung für den Verkehr durch Tunnel-Sanierung: Seitenstreifenfreigabe geplant
Die A99 (Autobahnring München), die zu den am stärksten belasteten Straßen in Bayern zählt, verläuft im Münchner Norden durch den Tunnel. Der besteht aus zwei Röhren – jeweils eine pro Fahrtrichtung. Jede Fahrtrichtung verfügt über drei Fahrstreifen und einen Seitenstreifen. Geplant ist, dass die beiden Tunnelröhren nacheinander saniert werden. Dann bleibt jeweils eine befahrbar.
Zudem ist eine temporäre Seitenstreifenfreigabe (TSF) zwischen den Dreiecken München-Allach und München-Feldmoching geplant. Dadurch können Verkehrsteilnehmende in den Stoßzeiten zusätzlich den Seitenstreifen als vierte Fahrbahn nutzen.
Planungen der DB für den Nordring sind gescheitert – wegen fehlender Planer
Wegen der Engpässe in den beiden Röhren droht der Verkehr auf Trassen nördlich des Autobahnrings oder den Frankfurter Ring auszuweichen. Die Hoffnung auf die Alternative – den Umstieg von Pendlerinnen und Pendlern auf den ÖPNV – wird sich so schnell nicht erfüllen: Wie die SZ berichtete, hätte bereits ab diesem Jahr der Bau des S-Bahn-Nordrings so weit sein sollen, dass die Strecke in diesem Jahr in Betrieb genommen wird. Das hätte den Verkehr im Norden entlastet. Das Problem: Der Bau verzögert sich bis in die 2030er-Jahre. Denn laut Deutscher Bahn fehlen dem Konzern Planer.
Deutlich spürbar ist jetzt erneut der Unmut in der Münchner Stadtpolitik: Die Stadtratsfraktion von CSU und Freien Wählern fordert jetzt schnelle Maßnahmen. In einem Antragspaket, das sie am Montag, 3. November, eingereicht haben, fordern sie, dass sich OB Dieter Reiter (SPD) bei der Deutschen Bahn und dem Freistaat dafür einsetzt, dass „die Planung, Genehmigung, Finanzierung und der Bau eventuell notwendiger Maßnahmen [...] für mindestens den Pendlerbetrieb auf dem DB-Nordring bis 2028 umgesetzt werden“. Dafür sollen „die notwendigen Beschleunigungsmaßnahmen ergriffen werden“.
Daneben fordert die Fraktion noch einen Pendlerparkplatz nahe dem Autobahndreieck Feldmoching mit Expressbussen-Verkehr, der an den S- und U-Bahnhof Feldmoching angeschlossen ist. Zudem fordern sie das Einrichten von Fahrgemeinschaftsspuren, auf denen während der Sanierung nur Busse und Autos mit mehr als Passagieren fahren dürfen, und eine Erhöhung der Lkw-Maut in dem Autobahn-Bereich.
Allacher Tunnel wird saniert – doch der S-Bahn-Nordring wird so schnell nicht fertig
Wie die tz am Montag berichtete, ist es für OB Dieter Reiter „vollkommen unverständlich, dass sich die Realisierung des S-Bahn-Nordrings um zehn Jahre verzögern soll.“
Ein Bahn-Sprecher sagte der Zeitung, es habe niemals eine Zusage für 2025 gegeben. „Der Inbetriebnahmetermin Mitte der 2020er-Jahre stammt nicht von der DB InfraGO. Die DB ging immer von einer Inbetriebnahme Anfang der 2030er aus.“ Richtig sei aber, dass die Planung erst mit erheblichen Verzögerungen begonnen habe, „da erst nach der dritten öffentlichen Ausschreibung ein Planungsbüro gefunden werden konnte.“
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es gelingt, die Sanierung des Allacher Tunnels und den Ausbau des Nordrings so zu koordinieren, dass München trotz Baustellen in Bewegung bleibt.
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