Noch immer stehen in Folge der Signa-Pleite deutschlandweit Kaufhäuser und andere Immobilien leer. Doch für ein Bauprojekt aus München kann es nur nach Jahren des Stillstandes weitergehen. Die Alte Akademie hat einen neuen Eigentümer. Wer hat das historische Gebäude gekauft? Und was soll aus der Bauruine werden?
OPES übernimmt Erbbaurecht der Alten Akademie in München
Die Alte Akademie stand für Jahre eingehüllt in einen Sichtschutz, der die spätere Fassade zeigen sollte, im Herzen der Münchner Fußgängerzone. Die Baustelle stand seit Ende 2023 still, denn René Benkos Signa-Gruppe ging das Geld aus. Eigentlich hätte es ein Vorzeigeobjekt werden sollen, eine Mischung aus Geschäften, Gastronomie, Wohnungen und Büros. Das Erbbaurecht für das historische Gebäude aus dem 16. Jahrhundert hatte Signa 2013 vom Freistaat Bayern gekauft. Kostenpunkt: 230 Millionen Euro für 65 Jahre.
Lange war unklar, wie es nach der Geschäftspleite des österreichischen Unternehmens weitergehen sollte. Wie zunächst der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, gab die OPES-Immobilien-Gruppe am heutigen Freitag bekannt, das Erbbaurecht von der insolventen Signa-Gruppe erworben zu haben. Die Verhandlungen liefen bereits im vergangenen Jahr, der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages gestattete den Kauf im Dezember. Wie viel die Immobiliengruppe dafür gezahlt hat, ist nicht bekannt. Laut Pressemitteilung habe man darüber Stillschweigen vereinbart.
Alte Akademie erhält Mix aus Geschäften, Wohnen und Büros
Bis 2029 will OPES die Immobilie gemeinsam mit der Hammer AG fertigstellen. OPES gehört der Heinz-Hermann-Thiele-Familienstiftung, die außerdem Mehrheitsaktionärin der Knorr-Bremse AG ist. Hammer AG-Vorstand Hans Hammer sitzt für die Münchner CSU im Stadtrat. Auf 21.000 Quadratmetern soll, wie zuvor von Signa geplant, ein Mix aus Geschäften, Gastro, Wohnen und Büros entstehen. Man wolle einen „attraktiven urbanen Ort“ schaffen, von dem „die ganze Innenstadt profitiert“.
Der frühere Eigentümer Signa hat in München einige Luxus-Immobilien gekauft, darunter Kaut Bullinger und Oberpollinger, aber auch die Galeria Kaufhof Gebäude am Marienplatz, am Stachus und am Hauptbahnhof. Dann ging der Gruppe das Geld aus. Strafrechtsbehörden aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein und Italien ermittelten gegen Signa-Gründer René Benko wegen des Verdachts des schweren Betrugs, der Geldwäsche sowie mehrerer Insolvenzdelikte. Die Oberstaatsanwaltschaft Trient stellte Anfang Dezember 2024 wegen des Verdachts der Organisierten Kriminalität einen Europäischen Haftbefehl aus. Im Oktober vergangenen Jahres wurde Benko in seinem ersten Prozess zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Er sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft.
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