In den vergangenen Monaten gab es in Bayern viel zu wenige Niederschläge – erst hat es zu wenig geschneit, dann zu wenig geregnet. Dürre und Trockenheit sind die Folgen. Sie wirken sich im Freistaat bereits aus – in Form von frühen Waldbränden wie dem am Saurüsselkopf, zudem dörren Wiesen und Felder aus, Bäume bekommen nicht ausreichend Wasser, Flüsse und Seen haben niedrige Wasserstände. Und noch ein Zeichen ist besorgniserregend: Vielerorts schwindet das Grundwasser.
Wie aus den Daten des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) hervorgeht, werden an zahlreichen Messstellen derzeit neue Niedrigstwerte beim Grundwasser gemessen. Das bedeutet, dass an den betroffenen Messstellen seit Beginn der Beobachtung kein niedrigerer Tagesmittelwert gemessen wurde. Die Aussagekraft ist deshalb sehr hoch, da an den meisten Orten bereits seit über 20 Jahren gemessen wird, teils auch schon über einige Jahrzehnte.
Bayern: Hier ist das Grundwasser so niedrig wie noch nie
Aktuell (Werte vom 1. Juni) sind etwa die Grundwasserstände in folgenden bayerischen Orten so niedrig wie noch nie zuvor im Beobachtungszeitraum (in Klammern der Name der Messstation):
- Frensdorf im Landkreis Bamberg (Station Birkach 14)
- Forstern im Landkreis Erding (Forstern Br. 1 alt)
- Pastetten im Landkreis Erding (Pastetten Q 18)
- Moosinning im Landkreis Erding (Eichenried Q 14)
- Brunnthal im Landkreis München (Sauerlach Q 9)
- Neumarkt i.d.OPf. im gleichnamigen Landkreis (Holzheim Q7)
- Obing im Landkreis Traunstein (S. Oestl. Obing 868)
- Chieming im Landkreis Traunstein (Suedl. Hart 871)
- Oberhaching im Landkreis München (Oberhaching D 62)
- Hohenlinden im Landkreis Ebersberg (Hohenlinden 2)
- Weidenberg im Landkreis Bayreuth (Lessau)
- Mehring im Landkreis Altötting (Oed/Mehring 576)
- Bad Birnbach im Landkreis Rottal-Inn (Leithen R6A)
- Aresing im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen (Unterweilenbach T5 Neu)
- Essenbach im Landkreis Landshut (Kreutzpaintner A 14A)
- Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt (Grafenrheinfeld Q3)
Bayerisches Landesamt für Umwelt: Grundwassersituation „angespannt“
Bei weiteren, vielen Dutzenden Messstellen wird der Grundwasserstand beim LfU als „sehr niedrig“ angegeben. 67 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen weisen demnach niedrige bis sehr niedrige Messwerte auf, 62 Prozent der Messstellen in den tieferen Grundwasserstockwerken. Das ist insofern besorgniserregend, da das Grundwasser laut LfU für gewöhnlich überwiegend während des Winterhalbjahres neu gebildet wird – und erst über den Sommer abnimmt. Nun sind aber bereits zum Anfang des Sommers die Werte so niedrig. „Die Ausgangslage zu Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahres (Mai bis Oktober) muss daher als angespannt bezeichnet werden“, heißt es deshalb auf der Website des LfU.
Nicht nur die Pflanzenwelt leidet auf Dauer unter sinkenden und niedrigen Grundwasserständen. So basiere etwa auch die Wasserversorgung in Süddeutschland „zum überwiegenden Teil auf der Nutzung natürlicher Grundwasservorkommen“, heißt es etwa auf der Website der Kooperation „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (Kliwa), in der Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und der Deutsche Wetterdienst (DWD) zusammenarbeiten.
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