Nach den Streiks bei der Lufthansa in diesem Jahr kehrt bei den Tarifverhandlungen bei der Fluggesellschaft noch keine Ruhe ein. Neben den Piloten, deren Konflikt mit der Fluggesellschaft noch nicht beigelegt ist, übt jetzt auch das Kabinenpersonal Druck aus. In einer mehrere Tage andauernden Urabstimmung der Gewerkschaft Ufo hat sich Ende März eine große Mehrheit der Flugbegleiter für einen Arbeitskampf und damit mögliche Streiks ausgesprochen. Betroffen sind sowohl die Lufthansa als auch die Lufthansa Cityline.
Weit über 90 Prozent des Personals stimmen für einen Arbeitskampf bei der Lufthansa
Während bei der Lufthansa etwas mehr als 94 Prozent der Beschäftigten ihre Zustimmung für den Arbeitskampf signalisierten, waren es bei der Lufthansa-Tochter Cityline sogar über 98 Prozent. Bei der Lufthansa prangert die Gewerkschaft die stockenden Verhandlungen zu einem neuen Manteltarifvertrag an, bei der Cityline geht es darum, mit den Arbeitgebern überhaupt um einen Sozialtarifvertrag zu sprechen. Die Gewerkschaft fordert laut einer Mitteilung vom Dienstagvormittag unter anderem Anpassungen der Einsatzorte und -zeiten für das Personal und ein Einstiegsbasisgehalt von 2.450 Euro.
Die Vergütung ist auch eines der Themen, wegen derer die Piloten bei der Lufthansa sowie ihrer Cityline in diesem Winter bereits mehrfach gestreikt haben. Vor einigen Tagen hatten beide Seiten dort allerdings Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ganz ohne Streik endeten zuletzt die Verhandlungen mit dem Bodenpersonal. Vor einigen Tagen hatte sich die Fluggesellschaft mit der Gewerkschaft Verdi über Gehaltssteigerungen geeinigt.
Lufthansa-Streik nicht ausgeschlossen – Flughafen München 2026 bereits betroffen
Was auf Flugreisende im Falle weiterer Streiks bei der Lufthansa von den Piloten oder dem Kabinenpersonal zukommt, lassen die Erfahrungen aus diesem Jahr bereits vermuten. Bei den von der Vereinigung Cockpit 2026 ausgerufenen Streiktagen waren allein am Flughafen München jeweils hunderte Flüge ausgefallen. Die Bedeutung des Flughafens im Erdinger Moos als zweitwichtigster für die Fluggesellschaft nach ihrem Heimat-Airport in Frankfurt war erst zuletzt bei Entwicklungsplänen der Lufthansa sichtbar geworden.
Ob und wann die Gewerkschaft Ufo wegen der Urabstimmung zu Streiks aufruft, war noch nicht zu erfahren. Auf eine Anfrage unserer Redaktion antwortete ein Sprecher am Dienstag, 31. März, dass man sich derzeit noch nicht zu konkreten Maßnahmen äußern wolle. Bisher hatten die Verantwortlichen Streiks in den laufenden Osterferien nicht ausgeschlossen. Zudem forderten sie ihre Mitglieder online jüngst dazu auf, die Kommunikationskanäle der Gewerkschaft in diesen Tagen aufmerksam zu verfolgen.
(Mit Informationen der dpa.)
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